Archive for September 2019

So, ich muss ich hier erstaml ein bisschen Staub wischen und die Fenster zum Lüften weit aufmachen, bevor ich hier meinen Post zum #LBC2019 poste…


Veteranentreffen

-aua- Ich habe Muskelkater! Dabei bin ich gar nicht so arg viel gelaufen…

Das kommt davon, wenn man völlig unvorbereitet auf ein Laufblogger-Camp geht. Ein LaufbloggerCamp, bei dem sogar wieder gelaufen wurde.

-das konnte ich ja nicht ahnen-.

Dabei Blogge ich ja gar nicht mehr. Zumindest habe ich eine seeeehr lange Pause eingelegt. Gut, das hat mich in der Vergangenheit auch nicht abgehalten auf das LaufbloggerCamp zu gehen.
Aber aktuell laufe ich ja nicht mal mehr. Nach meiner Knochenhautentzündung, die ich mir bei der Vorbereitung auf den Hamburg Marathon zugezogen hatte, bin ich nicht richtig zurück ins Training gekommen.

Darf man da auf ein LaufbloggerCamp? Wenn man so überhaupt keine Voraussetzungen mehr mitbringt? Ein leicht schlechtes Gewissen hatte ich ja schon. Zumindest hätte ich etwas trainieren müssen, damit ich nicht komplett abstinke, wenn ich mit den Kollegen laufen gehe. Aber ach, die Zeit, irgendwas ist halt immer.

Ich sage es ehrlich, hätte ich in der Woche nicht ohnehin einen Termin in Leipzig gehabt, hätte ich vermutlich abgesagt. Dann hätte mich vermutlich auch eine spontane Erkrankung dahin gerafft, wie so manch anderen potentiellen Teilnehmer. Aber so hatte ich ja kaum noch Ausreden. Außer dass ich vielleicht nicht mehr blogge und nicht mehr laufe.

Um den Auftaktlauf am Freitag konnte ich mich noch erfolgreich drücken, da ich aufgrund der Friday for Future Demo in Leipzig für mehrere Stunden in der Innenstadt von Leipzig gefangen war.

Gegen 19 Uhr traf dann auch ich als letzter an der neuen LBC2019 Location in Burgscheidungen (hihi) ein. Die Fahrradpension Mavi, ein roter Farbtupfer in einem grauen Nest verwitterter Bauernhäuser. Nicht nur äußerlich ein Hingucker, auch innen überrascht jeder Raum durch gewagte Stilbrüche. Auch die Ausstattung ist top. Besonders hat mich die elektrische Fliegenklatsche begeistert, WLAN gab es indes aber keines.

Nach dem Abendessen, in einer fern gelegenen Pizzeria, ließen wir den Abend in Daniels Suite ausklingen, wobei Suite trifft es nicht ganz, das riesige Zimmer erinnert mit seinen Bullaugen eher an ein Offizierskasino in einem Schiffsbauch. Während mir der Raumteiler in Form eines Glitzerfadenvorhangs den Atem raubt, ist Simone, die Frau von Daniel, ganz entzückt von den blauen LED Strahlern über der großzügig schwarzen Liegewiese mit integrierten Spiegelelementen.

Eddy versucht vom Glitzervorhang abzulenken. Simone macht indess die LED Beleuchtung klar

Ich war nicht ganz traurig, dass sich die Versammlung am Freitag recht früh, nach nur einem Absackerbierchen auflöste, war meine Woche doch recht anstrengend und ich war fertig wie Brot.

Andreas hatte das Pech und musste das Zimmer mit mir teilen. Der Arme, bin ich doch ein starker Schnarcher. Bei den unterschiedlichsten Übernachtungsgelegenheiten zog ich mir schon mehrfach den Unmut meiner Mitmenschen zu.

Andreas verfolgte den Plan einfach vor mir einzuschlafen, während ich noch krampfhaft versuchte Glückwünsche zum versäumten Hochzeitstag durch den Orbit zu schicken. Aber mangels WLAN bzw. Handy Empfang stellte ich schnell meine Bemühungen ein und überholte Andreas beim Einschlafen und rodete mit rasselndem Atem die umliegenden Hügel, sodaß sich selbst Daniel am nächsten Morgen, ob der unromantischen Töne, die an seine Kabinentür schwappten, beschwerte.

Nach dem Frühstück am Samstag stand dann ein gemeinsamer Lauf an. Eddy wollte erst auf eigene Faust los, stieß dann aber doch auf unsere Truppe, sodaß wir alle sechs gemeinsam ein schönes Ründchen drehten. Das Tempo war aufgrund zahlreicher Fotostopps angenehm niedrig, sodaß ich noch nicht negativ auffiel.

Have a Break, have a local Bier

Nach kurzer Dusche gings gleich weiter zum Kanufahren. Daniel hatte zwei 3er Kanus gebucht, mit denen wir die Unstrut hinunter paddelten. Das eigentliche Ziel hieß Boy’s, ein Gutsausschank mit direktem Anleger an der Unstrut. Da wir diesjährig etwas weiter nördlich unsere Kreuzfahrt begannen, zog sich die Ankunft bei Boy’s etwas hin. Zum Glück konnten wir eine akute Unterhopfung, mittels spontan organisierter Wegbiere bekämpfen. Immer gut wenn man jemanden dabei hat, der die Sprache der Einheimischen spricht.

Bei Boy’s angekommen, betätigte sich die Crew schnell als Hausmeister und bauten kurzerhand die fehlende Sitzgelegenheit selbst auf, erfreute sich die Gaststätte doch regen Zuspruchs, sodaß das Mobiliar knapp wurden. Während die einen Stühle rückten, besorgten die anderen zwei Flaschen Grauburgunder und dazu Fettbemmen. -ein Genuss-

Da ich (und ein paar Anderen) den Kanal nicht voll genug bekommen können, und das Wetter halt gar zu gut war, gabs noch eine weitere Flasche Rose.

Ich meine, unsere Strömungslinie war anschließend nicht mehr ganz so gradlinig, und das Unterholz wurde mehrfach besucht.

Am Zielort angekommen, löste sich gerade die Gesellschaft einer Weinprobe auf, das Daniel dazu veranlasste, all sein Localcolorit in die Waagschale zu werfen um der angedüdelten Paddlercrew noch ein paar Federweißer zu organisieren. Aber bei dem russischen Gehilfen biss sogar Daniel auf Granit. Oder der Russe verstand Daniels russischen Dialekt nicht.

Fotocredit: runomatic

Thomas und Andreas, unseren Fahrern, wird das nicht ganz unrecht gewesen sein, außerdem wollten wir ja auch noch mal laufen. Thomas hatte dazu ein 12 km Runde auserkoren.

Aufgrund der morgendlichen Runde war ich rech zuversichtlich, aber die paar Gläser Wein hatten Ihre Wirkung nicht verfehlt, und schickten meine ohnehin verkümmerte Ausdauerleistung in den Keller. Entsprechend schweratmig schleppte ich mich die Hügel hoch, die ich noch nachts zuvor extra gerodet hatte, damit es auch schön sonnig ist. Nach etwa 3 km musste ich mir eingestehen, dass ich heute keinesfalls mehr weitere 9km laufen möchte, so schloss ich mich Daniel an, der aufgrund einer schmerzenden Leiste auch vorzeitig den Rückzug antrat. Ob die schmerzenden Leiste im direktem Zusammenhang mit der LED Beleuchtung der Schlafstätte stand, war nicht zu erfahren. Angeblich eine alte Ultra-Verletzung. -is klar-

Traditionell wurde später, am Samstag Abend wieder viel totes Tier auf einem glühenden Altar geopfert. Auch hier tat sich Daniel als Zeremonienmeister hervor, den man draußen nicht alleine frieren lies, sondern man sich solidarisch dazu gesellte. In den Warmphasen (drinnen) überzeugte Martin mit fundierten Musikkenntnissen der 80er, und 90er Jahre die aus dem Radio dudelten. Jedes Stück wurde mit Name, Interpret und Jahreszahl angesagt. Erstaunlich viele Stücke stammten entweder aus dem Jahr 1981, oder 1984. -war wohl ein 81/84er Spezial-

Ja, die Themen und Betätigungen sind breiter geworden. Es dreht sich nicht mehr nur ums Bloggen. Aber das Laufen ist weiterhin der gemeinsame Nenner dieser Gruppe, die sich nun schon seit so vielen Jahren kennt und immer wieder zusammen findet um eine schöne Zeit zu haben.

Im Nachhinein muss ich wirklich sagen, gut, dass ich nicht spontan Krank geworden bin.

Es hat wieder riesig spaß gemacht mit dieser Truppe, und nächstes Jahr trainieren ich vielleicht sogar…


Die Kollegen waren unterdessen nicht untätig und haben das Wochenende ebenfalls in Worte gefasst.