Archive for November 2011

Auf den Blogs die ich regelmäßig lese, tut sich momentan nicht viel. Klar, die spannenden Wettkämpfe sind vorbei, nun wird,  entweder  im Nebel rumgerannt, oder es wird irgend ein Brooks Produkt getestet.

–STÖHN–

Auf meiner Suche nach Frischfleisch bin ich auf den Blog von Laufknigge und Laufrotte gestoßen. Beide haben sich großes vorgenommen. Sie haben sich gegenseitig überredet und  für den Bonner Postbank Halbmarathon nächstes Frühjahr angemeldet und berichten nun abwechselnd in Ihrem Laufblog „Aus der Puste“ über Ihre Vorbereitung.

Das ist jetzt nix bahnbrechend neues, das haben die meisten von uns Amateurläufern auf ähnliche weise auch durchlebt, aber es ist doch  immer wieder schön zu lesen, vor allem wenn es so  amüsant aufbereitet ist.

Daher hier mein Lesebefehl…  <KLICK>

Vielleicht sollte man Läufe, die im Namen „Berg“ beinhalten, und dann auch noch mit „Teufel“ kombiniert werden, einfach meiden. Jedenfalls sind solche Läufe nicht geeignet um dort Bestzeiten aufzustellen. Eine PB hatte ich gar nicht im Visier, habe ich durch die langen Kanten der vergangen Monaten doch etwas an Spritzigkeit verloren, außerdem  befinde ich mich ja noch in der Regenerationsphase.  Aber eine Sub 50 auf die 10km sollten schon rausspringen, bin ja kein Anfänger mehr.

Der Teufelsberglauf ist einer der wenigen Läufe in der näheren Umgebung, der mir in meiner Lauf-Liste noch fehlt. Möchte ich doch erst die lokalen Läufe abklappern bevor es mich an ferne Gestade zieht, wie z.B. Berlin, oder gar New York. Eine  Teilnahme war also Pflicht, auch wenn die Vorbereitung mehr als mau war. Im Oktober hatte ich  mein Laufpensum deutlich reduziert und bin nur noch ca. zweimal pro Woche gelaufen, nicht dass ich faul war, nein, es war einfach nicht mehr Zeit für mehr. –OK, ein bisschen faul war ich auch-

Das Wetter versprach herrlich zu werden, und so bin ich am Sonntag früh um elf in die Aubinger Lohe nach Lochhausen gefahren. Wie immer, bei Veranstaltungen des ESV Neuaubing war alles bestens organisiert.  Nachdem ich meine Startnummer abgeholt habe, studierte ich erstmal den Streckenplan,  nicht dass ich mich hier im Forst verirre.  Der Hauptlauf geht über 3 Runden durch die Aubinger Lohe. An drei Stellen waren auf dem Plan Steigungen eingezeichnet. Aha! Welche der Steigungen dabei teuflisch ist, stand nicht dabei.

Abseits der Strecke lief ich mich ein bisschen warm und schaute immer wieder, ob ich vielleicht Henrik den rennenden Zwilling, oder Frank von trackmyrun.de sehe, die treten ja häufig auch bei solchen Läufen an. Heute jedoch wohl nicht.

Vor dem Start kam ich mit zwei „Sträflingen“ ins Gespräch. Beiden waren nicht wie alle anderen in Hightec Fasern gekleidet, sondern hatten robuste (schwarz-weiß gestreifte) Overalls an, zudem bemützt mit Kamera-Käppi.  Die Beiden waren etwas enttäuscht, dass man beim Teufesberglauf wohl nicht schwimmen muss, und man dieses Jahr auch nicht so richtig dreckig wird.  Die beiden treten mit  Vorliebe bei Läufen an, wo man so richtig rumsauen kann. Sowas wie der Strongmanrun? fragte ich. „Pah, das das ist viel zu kommerziell, da gibt es wesentlich bessere Läufe wie der „Braveheart“ oder „Cross de Luxe“, „Wolfsman Run“

…Bahnhof…  -???- …, noch nie davon gehört, aber gut, bevor ich ins Ultrageschäft einsteige, werde ich vielleicht auch mal so eine Sauerei ausprobieren. Hört sich jedenfalls nach viel Spaß an. Die Abenteuer von „Piff und Paff“ werden übrigens auf www.balla-balla.org veröffentlicht.

So genug geratscht, wir sind ja hier nicht beim Kaffeklatsch, die Startaufstellung formiert sich  bereits. Bei einem Starterfeld von 266 Läufern gibt es natürlich keine Netto Zeitnahme, also versuche ich mich im ersten Drittel dazu zu quetschen.

Jetzt habe ich mich doch etwas verquatscht, unmittelbar vor dem Start stelle ich fest, dass mein MP3 Player mal wieder leer ist. Ich ziehe das Kopfhörerkabel aus meiner Klamotte und wickle das ganze ums Gerät um alles in meiner „Steißtasche“ zu verstauen.

-Peng-

Während ich noch dastehe und mit dem Kabel rumwurstle, schiebt sich das Läuferfeld an mir vorbei. Ich stehe da wie ein Depp Fels in der Brandung, und sehe zu, dass ich schleunigst mit dem Tross mitschwimme. Die ersten hundert Meter sind unglaublich eng, nach zweihundert Meter kommt schon der erste Anstieg, der ist zwar kurz dafür aber umso steiler. Noch auf dem ersten Kilometer beginnt schon die nächste Steigung, diesmal weniger steil dafür umso länger. Den ersten Kilometer laufe ich in 5:06. Auch wenn ich zu Beginn blöde im Startbereich rumgestanden bin und es sehr eng war, hätte ich mich schneller eingeschätzt.  Meine Pulswerte sind bereits auf Zielspurt Niveau. Den zweiten Kilometer bin ich nicht arg viel schneller, schon wieder 5:06. Jetzt aber Gas geben. Den dritten Kilometer schaffe ich erstmals unter 5 Minuten. Allerdings geht es hier hauptsächlich den Berg runter. Die zweite Runde wird eingeläutet. Im Startbereich steht ein kleines Mädchen und zählt die Läufer, 176, 177, 178… -Oh Gott, ich bekomme hier die rote Laterne-

Kilometer 4 bleibe ich weiter dran aber die Steigungen werden nicht flacher. Die 5er Markierung passiere ich bei 24:50, noch ist also alles im Soll.  Mein Garmin piepst den Kilometer jedoch wesentlich später ab, bei 5:45/km, der Satellit hat hier im Wald offenbar Probleme mir zu folgen.  Aber es zeichnet sich ab, ich werde einbrechen. Kilometer 6, 7 und 8 laufe ich in einem guten Marathon Schnitt 5:20 – 5:30, aber für einen Zehner ist das zu lahm, da rettet auch die ungenaue Ortung nichts mehr.

Eingangs der letzten Runde zählt das Mädchen, 158, 159, 160… Ich kann mich nicht erinnern, dass ich auf der letzten Runde 18 Läufer kassiert hätte, eher umgekehrt. Ich bin völlig fertig. Meine Pulswerte sind im tief roten Bereich, die Steigungen hoch Schnaufe ich wie eine Dampflock. Leichtfüßige Läufer zeihen an mir vorbei, wenn mich gleich das Besenrad einholt steige ich aus…

Mit Ach und Krach schaffe ich die 3. Runde, eine Sub 50 ist nicht mehr drin, oder doch?  Auf den letzten Kilometer versuche ich nochmal Dampf zu machen. Ab jetzt überholt mich aber keiner mehr. Von hinten nähern sich Schritte. Ich erhöhe die Schrittfrequenz, und kann mich etwas von den Verfolgern absetzen. Erstaunlich was ich da nochmal mobilisieren kann. Ich kann noch ein paar Läufer einholen, und passiere bei 50:44 die Zielmatte. (Offiziell 50:49  (156. der Gesmatwertung ; das Mädchen lag gar nicht so verkehrt))

Sub 50 war hier und heute einfach nicht drin.

Mit 12 Stunden Arbeit, Bier und Kartoffel-Chips ist die Form eben schwer zu halten…

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Fazit: Der Teufelsberglauf ist nicht gerade ein Crosslauf, eher ein Waldlauf auf Schotter und Waldwegen. Das Höhenprofil ist wellig mit 44m Höhendifferenz pro Runde . Das Teilnehmerfeld ist durchaus ambitioniert, die Ergebnissse liegen zwischen 34 Minuten und 1 Stunde 10 Minuten. Wobei 54% aller Läufer unter 50 Minuten bleiben. Der Männer Anteil liegt bei 79 %. Die zahlenmäßig stärkste Altersgruppe ist M45 (18%) gefolgt von  M40 (16%). Auch wenn ich nicht zu den 54% zähle, eine Wiederholung im nächsten Jahr ist fest eingeplant.

Hach, toll so ne Mini-Statistik…

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