Archive for the ‘Allgemein’ Category

Der Sommer liegt hinter uns und die Herbstmarathons stehen an.img_5156

Neben einem vernünftigen Training, langen Läufen und Tapering gehört auch das Carboloading zur Marathonvorbereitung dazu.

Aber muss es immer Pasta sein?

„Nein“, meint Jan Fitschen und schwört auf Ugali, das kenianische Nationalgericht.
Seine (nicht ganz ernst gemeinte) Begründung ist dabei so simpel wie einleuchtend, oder kennt Ihr etwa italienische Marathonläufer?

Beim diesjährigen LaufbloggerCamp im Harz hat er mich exklusiv in die Geheimnisse der Ugali Zubereitung eingeweiht.

Aber seht selbst:*

(*wer lange Blogposts schreibt, macht auch lange Filmchen)

Credits

Chefkoch bzw. Coach Jan Fitschen
gibt sein Senf dazu -timekiller-
ins Bild gelaufen MiPaPo, Runomatic
hungrige Esser Running Twins
hat Internet EarnyourBacon
hat ne Katze BoosttheMietz
Nachschub-Trupp Eddy, Harlerunner
wahrer Grillmeister StrongManDudel
stolze HalbMarathina Lynthra Elbenstaub
läuft noch ne Runde Startblock-F
hat tolle T-Shirts Unique-Sportstime
holt Holz Laufhannes
kann nicht schlafen Joggenblog
hat noch Hunger! Diro, Eddy, eigentlich alle

 

Aufgenommen beim LaufbloggerCamp 2016 in Hohegeiß, Harz

MF_150803_K2_Bladenight_0570„Wenn’s dem Esel zu wohl wird geht er aufs Eis tanzen“. Wobei, ich habe mich nicht aufs Eis gewagt, sondern auf Rollen, und auch tanzen trifft`s nicht ganz, ich bewegte mich weit weniger elegant.

K2 Skates bzw. deren Presseagentur hatte zu einem Presse Event anlässlich der Münchner Blade Night eingeladen. Neben den klassischen Medien (Bunte, Focus, Bild, …) waren auch ein ein Paar  Blogger (also genau zwei) geladen.

MF_150803_K2_Bladenight_0449Da Anni Friesinger-Postma als K2 Markenbotschafterin und Ingalena Heuck als Laufexpertin auch mit von der Partie waren, habe ich nicht lange gezögert und habe postwendend zugesagt.

-das wird lustig-

Erst später, als meine Frau nachhakte, ob ich denn überhaupt „bladen“ könne, kamen erste Zweifel. „Naja, ich kann Eislaufen und das Skaten wird ja nicht viel anders sein.
Ach, und wenn zwei richtige Profis dabei sind, dann  kann ja nichts schief gehen. Da gibts sicherlich einen Profi-Crash Kurs mit allem Pi-Pa-Po“.

Die Blade Night wird in München seit 1999 veranstaltet. Genauer gesagt, ist es seit 5 Jahren die „AOK Blade Night„,  Ausrichter ist aber der Green City e.V..
K2 als Partner der AOK Blade Night ist Ausstatter und  stellt den Teilnehmern kostenlose K2-Skates während der Veranstaltung zur Verfügung. 

-Eine tolle Sache*-.

Von Mai – September rollen so jeden Montag (abhängig vom Wetter) ab 21:00 Uhr zwischen 5.000 und 10.000 Rollschuhläufer auf 3 unterschiedlichen Routen quer durch München.

MF_150803_K2_Bladenight_0753Für Autofahrer die den Weg des rollenden Wurms kreuzen heißt es Umleitung suchen oder Motor abstellen und 20 – 25 Minuten warten bis der Tross vorbei gezogen ist, denn die Skater haben Vorfahrt.

Da wollte ich schon immer mal dabei sein, aber ich hatte bisher nie genug rollendes Selbstvertrauen um auch teilzunehmen. Ich hatte vor etlichen Jahren mal während der ISPO im Olympiapark Skates ausgeliehen und dieses Tun auch für toll befunden, habe aber schon damals festgestellt, dass das Bremsen der bekannte Haken an der Sache ist. Während ich beim Eislaufen so lange im Kreis fahren kann bis mir der Schwung ausgeht, wird dieses Vorgehen beim Skaten im Gewusel so nicht umsetzbar sein. Aber das Bremsen werde ich schon lernen, ich bin ja in guten Händen.

Nun, wie soll ich sagen, das mit dem Bremsen lernen ist dann doch etwas untergegangen.MF_150803_K2_Bladenight_0114 Vor lauter Ratscherei im Bavaria Biergarten beim gemeinsamen Abendessen mit den Teilnehmern und  mit Anni und Leni blieb überhaupt keine Zeit den Focus auf die eigentliche Technik beim Skaten zu legen. Es traute sich natürlich auch keiner eine mehrmalige Olympiasiegerin im Eisschnelllauf zu fragen, wie das denn nun genau gehe, also dieses Skaten. Klar wir Teilnehmer haben natürlich auch einen enorm sportlichen Eindruck auf die beiden Profis gemacht, sodaß die gar nicht auf die Idee gekommen sind, die Fortbewegung auf Rollen könnte irgendwie problematisch sein.

„Kannst Du Bremsen“, war dann auch das erste was mich Philipp fragte, den ich zufällig auf dem Weg zum K2 VIP Zelt getroffen habe.
Phillip feierte auch sein Debüt auf Rollen und hatte sich daher, im Gegensatz zu mir, eingehend  mit der Strecke befaßt.
-Bremsen? Ich versuche es zu vermeiden-

„Na, dann wünsche Ich Dir viel Spaß bei dem Gefälle, das gleich nach dem Start kommt.“

-Hm, vielleicht sollte ich das doch noch ein bisserl üben-

Einen Sturz der üble Schürfwunden mit sich bringt kann ich jetzt so überhaupt nicht brauchen, am nächsten Tag soll es schließlich mit der Familie in den Urlaub gehen.-

im Bild die K2 V02 90 BOA W Inline Skates

im Bild die K2 V02 90 BOA W Inline Skates

Am K2 Stand wurden wir mit den für uns reservierten Skates und Protektoren versorgt. Ich bekomme V02 90 BOA Inline Skates, EVP immerhin 259€. Jetzt bin ich natürlich kein Experte was die Qualität von Inline Skates anbelangt und kann nichts über die Rollen bzw. eingesetzten Lager sagen, aber was mir als Laie sofort auffällt ist der gute Sitz der Softboots. Neben der obligatorischen Schnalle am Schaft, hat dieser Schuh einen zusätzlichen Drahtzug in der Schnürung, der über ein Stellrad bequem festgezurrt werden kann. Dadurch hat man einen super halt im Schuh.

Nachdem ich mit Skates, Helm und Protektoren ausgestattet bin, frage ich dann doch mal bei der K2 Marketing Dame Claudia nach, wie das denn mit dem „Verzögern“ nochmals genau funktioniere.

„Anfänger gehen in die Knie, am besten du legst die Hände auf die Knie, dann stemmst Du den rechten Skate mit dem Stopper gegen die Fahrtrichtung auf die Fahrbahn.“

Das ganze hört sich leichter an als es ist, ich bekomme irgendwie keinen rechten Druck auf den Stopper, sodaß ich nicht viel langsamer werde. Bei meinem ersten Versuch werde ich von einem Mülleimer gestoppt.
Das ganze sieht zudem ziemlich dämlich aus, so, als wolle man mit einem Gipsbein in den Wald kacken.

Mal sehen wie es die anderen machen. Der geübte Inliner zieht einen Skate quer zur Fahrtrichtung hinter sich her und bremst somit (T-Stop). Das ist aber eine wackelige Angelegenheit, und kann bei mangelnder Koordination zu einer hübschen Pirouette führen mit anschließendem Arschplatscher. Zumindest steht, bzw. sitzt man dann. Ist aber schmerzhaft.

Der wahre Profi scheint überhaupt nicht zu bremsen. Jedenfalls kann ich nicht erkennen wie er das macht, er steht einfach.

Einige in der Gruppe kämpfen ebenfalls mit der selben Thematik. Der Redakteur mit den großen Buchstaben rudert bei seinen Bremsversuchen wild mit den Armen und versucht durch die Luftverwirbelungen zum Stehen zu kommen. Meist gelingt Ihm das auch. Von den Profis ist unterdessen keiner zu sehen, die machen Fotos fürs Album.

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Um 21 Uhr setzt sich der Tross langsam in Gang. Mit Philip diskutiere ich, wie denn die bevorstehende sportliche Aktivität ins Trainingsbuch passt. 12 km hört sich für einen Läufer nicht viel an. Die Veranstaltung ist aber auf 2 – 2 1/2 Stunden ausgelegt. Wie geht das denn zusammen? Ist man mit Skates nicht schneller unterwegs?

Nun, nach dem Start geht erstmal gar nichts. Es ist ähnlich wie beim Firmenlauf in München, nach dem Startschuss kommt der hintere Bereich nur sehr zögerlich in Gang. Ich habe es nicht eilig. Ich mache unterdessen weiter  meine Bremsübungen.

Der Grund für die anfängliche Verzögerung wird schnell klar.  Ein paar Bodenschwellen und abgesenkte Bordsteinkanten sind zu bewältigen und dann lauert da ja auch schon das erste Gefälle. Die Teilnehmer im hinteren Bereich haben gehörig Respekt. Am Straßenrand stehen  Bladeguards und bieten Ihre Dienste als Bremshilfe an.MF_150803_K2_Bladenight_0749

-???-

Wie soll das denn funktionieren? Soll ich in den Bladeguard einfach reinfahren? Ich beobachte wie einige diesen Service in Anspruch nehmen. Der Teilnehmer macht auf sich aufmerksam, dann fährt der Bladeguard vor den Anfänger und bremst diesen sanft ab, bzw. fängt diesen von hinten ein.

Ich versuche es indes in der Knie-Kacka-Position. Aber die Geschwindigkeit ist zu hoch, ich bekomme keinen Druck auf die Straße und werde weiterhin schneller. Rechts und Links huschen die Bäume an mir vorbei. Ich beginne mit den Armen zu wedeln, aber ich bin bereits an den Bremsguards vorbei. Instinktiv versuche ich die wilde Fahrt mit einer Art Ski-Pflug zu drosseln. Das gelingt mir halbwegs, jedenfalls werde ich nicht mehr schneller. Vor mir sind Teilnehmer die das Bremsen wesentlich besser beherrschen als ich, ich muss ausweichen und nehme somit wieder Fahrt auf. Nun bin ich es, der mit den Armen wild rudert um die Balance zu halten. Vielleicht klappt das mit den Verwirbelungen ja doch. Da meine Oberschenkel, ob der ungewohnten Beansrpruchung, langsam zu Krampfen beginnen, muss ich es  laufen lassen. Ich suche mir am Straßenrand ein weiches Auto aus, das nicht zu teuer aussieht. Doch das Gefälle hat ein einsehen und wird flacher,  aufgrund des weiträumigen Auslaufs und mangels Gullideckel der meine wilde Fahrt hätte abruppt beenden können, komme ich ohne außerplanmäßigen Bodenkontakt heil unten an.

Erleichterung Stolz macht sich breit, das hat schon ein bisschen Spaß gemacht, wenn es nur nicht so beängstigend gewesen wäre.

Ich blicke mich um, was aus meiner Gruppe geworden ist. Die wilde Fahrt hat die Gruppe etwas MF_150803_K2_Bladenight_0775zersprengt. Etwas weiter vor mir kann ich Anni mit Ihrem pinken Helm erkennen und auch Leni ist schnell ausgemacht. Ja, auch die Profis sind mit Helm unterwegs, ist nicht Pflicht, aber wer nicht auf den Kopf gefallen ist fährt „oben mit“.

Phillip gesellt sich wieder zu mir, auch er hat die Abfahrt unbeschadet überstanden. Ab jetzt kann die Fahrt in vollen Zügen genossen werden. Das Tempo ist moderat, jeder kann sein Tempo selbst bestimmen, die Blade Night ist ja kein Wettlauf. Neben Inlinern sind auch Skater unterwegs, manche schieben auf speziellen Wägelchen riesen Ghettoblaster vor sich her und sorgen so für Stimmung. Einige haben illuminierte Rollen, sehr stylisch, oder anderes Blinkzeug und verwandeln die einsetzende Dämmerung in eine wunderbare Atmosphäre.

Anni Friesinger höchstselbst diente mir hier als Bremsklotz -sorry-

Anni Friesinger höchstselbst diente mir hier als Bremsklotz -sorry-

Ca. zwei Kilomter vor dem Ziel sammelt sich unsere Gruppe auf einer Verkehrsinsel um auf die Nachzügler zu warten. Es kommt aber niemand mehr. Als sich der Besenwagen nähert, setzen wir uns wieder in Bewegung. Jetzt allerdings mit erhöhtem Tempo.

Hui, das macht Spaß mit Schmackes düsen wir durch die nächtlichen Straßen. Das Gefälle, das mir vor gut einer Stunde den Angstschweiß auf die Stirn getrieben hat, sorgt nun wieder für eine erhöhte Transpiration, nun aber aufgrund der erhöhten Herzfrequenz.

Unbeschadet komme ich und unsere Gruppe am K2 Stand wieder an, wo Erfrischungen auf uns warten. Ein Service, den die anderen Teilnehmer nicht haben. Der Rest unserer Gruppe ist auch schon da. Zwischen den Zeilen höre ich, dass auch ein Taxi bei der Rückführung im Einsatz gewesen sein soll. -besser ein Taxi als ein Rettungswagen-

Das war wirklich ein großer Spaß, Danke K2 Skates und dem Team von Häberlein und Maurer für die Einladung.  Das werde ich  sicherlich bald wieder wiederholen.

Das Inlineskaten ist gerade für Läufer eine schöne Abwechslung und trainiert Ausdauer, Gleichgewicht und Körperspannung. Ein befreundeter Chirurg empfahl mir vor einiger Zeit bei Knieschmerzen das Eislaufen als alternative Trainingsmethode.

Wer weiß, vielleicht mache ich ja mal bei einem Inline-Marathon mit. Aber bis dahin übe ich das  Bremsen noch ein bisschen.

Inline Skate Marathon in Berlin, die Generalprobe für den Marathon ein Tag später.

Inline Skate Marathon in Berlin, die Generalprobe für den Marathon ein Tag später.


* wer sich Skates leihen will sollte sich jedoch pünktlich um 19:00 Uhr in die Schlange stellen, ansonsten geht er leer aus.

Auf einem Laufblog wird üblicherweise alles rund ums Laufen glorifiziert. Schüttet man beim Laufen doch so viele glücksbringende Endorphine aus, dass es für einen alleine zu viel ist. So wird die frohe Kunde ins Digitale Orbit hinaus geplärrt. Ich nehme mich da nicht aus. Die Besten Ideen kommen mir halt beim Laufen.

Jetzt müsste ich aber lügen, würde ich behaupten, ich hätte die zwangsweise auferlegte lauffreie Zeit nicht auch genossen.

Endlich kann sich der geschundene Laufapparat von allen Wehwehchen erholen.  Mit nichtgekannter Dynamik schnellt man morgens aus dem Bett, federt die Treppe zum Frühstück hinunter… Kein Schmerz, kein Ziehen, (zumindest nicht in den Beinen). Hach..

IMG_0645Es ist ein schönes Gefühl mal nicht laufen zu „müssen“. -Ich bin ja krank, scheiß auf den Trainingsplan-. Der Schweinehund bekommt seinen Willen ohne den ständigen inneren Ringkampf.
Ungeahnte Zeitressourcen treten da plötzlich zu Tage. Bei vier Trainings pro Woche, mit einem Wochenumfang von ca. 50km, kommt man mit allem umziehen, laufen, dehnen, rollen, duschen, analysen am PC, etc.  locker auf 12 Stunden pro Woche.

Zeit die plötzlich frei zur Verfügung steht.

Was macht man mit soviel Zeit, freie Zeit? Ist das etwa diese Freizeit?

Ein Teil der Zeit wird erstmal in der Arbeit versenkt, der Rest wird vertrödelt. Das wird dann aber auch irgendwann langweilig. So beginnt man die Steuererklärungen der letzen 3 Jahre zu erledigen, Betriebskostenabrechnungen werden angefertigt, Briefmarken sortiert, Münzen poliert, die Bonsais beschnitten,  Kurzgeschichten geschrieben…

Ne, das klappt wiederum nicht, denn ohne Laufen fällt mir ja nix ein.

Es wird also Zeit, dass ich wieder die Schuhe binde…

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Es herrschen ideale Laufbedingungen, bedeckter Himmel, nicht zu warm.

Ich stehe im Startfeld des Forstenrieder Volkslaufes, ich habe mich ganz vorne positioniert, denn heute habe ich nix zu verschenken. Mein Hase Leni zwinkert mir zu und gibt mir letzte Instruktionen, der Startschuss fällt…

Ich bin mein großes Rennen in Gedanken schon hundert mal gelaufen. Große Siege habe ich gefeiert und herbe Niederlagen durchlitten. Wie der Lauf dann schließlich ausging? Ich weiß es nicht, denn es kam ja dann doch ganz anders.

Ob ich mein Ziel, eine 44:XXmin,  am vergangen Samstag erreicht hätte?

Schwer zu sagen, ich war auf einem guten Weg und ich war zuversichtlich diesem Ziel gemeinsam mit meiner Trainerin als Pacer zumindest sehr nahe zu kommen.

Stattdessen fange ich nun wieder bei Null an.

Ich habe die OP letzen Montag, bei der mir 30 cm des Dickdarms entfernt wurden ohne Komplikationen überstanden. Bereits am nächsten Morgen, auf der Beobachtungsstation, hieß es „Hoch“, Sitzen an der Bettkante, stand auf dem Programm. Eine unglaubliche Anstrengung, verbunden mit einem Potpourri an Schmerzen, sodass mir der Schweiß ausbrach. Von dieser Anstrengung durfte ich mich dann immerhin 5 Stunden erholen, bis mir eine neue Trainerin, eine KrankenGymnastin, Atemübungen zur Vorbeuge vor Lungenentzündungen und zur Thromboseprophylaxe ein paar Beinübungen zeigte, u.a. Zehen wackeln, ich sagte ja, ich fange bei Null an.

IMG_2034Am Dienstag hatte ich dann für ca. 5 Minuten wieder festen Boden unter den Füßen. Mit Hilfe der KG tapperte ich im Kriechtempo durch mein Krankenzimmer, von der Tür zum Balkon und zurück. Dieser Ausflug wurde dann am Mittwoch bis auf den Krankenhausflur ausgedehnt. Da mein Kreislauf OK war, erhielt ich die Erlaubnis diese Trainingseinheiten zukünftig auch alleine vorzunehmen. Wobei alleine war ich nicht, ich hatte ständige Begleiter, „MC Agilia“ eine Infusionspumpe und „TIVA Agilia“ eine Spritzenpumpe, beide fest verschraubt an einem wackeligen Infusionsständer, dessen selbstlenkende Rollen eher für den Nahverkehr als für die Langstrecke ausgelegt sind, waren meine ständigen Begleiter.

So schepperte ich dann gemeinsam mit meinem Ständer, also dem Infusionsständer, dem Urinbeutel in der Bademanteltasche, über den Gang der Station IV. Wer hauptsächlich für unser Schlingern verantwortlich war, läßt sich letztendlich nicht mehr genau feststellen.

Am Samstag, nach stufenweisem Abbau meines Schlauchsystems, konnte ich dann von der „Halle“ auf den Trainingsplatz, den Klinikgarten wechseln. Anläßlich des Forstenriedlaufs wollte ich dort in Gedenken zumindest ein paar Runden im Garten, auf einem nierenförmigen, knapp 200 Meter, Rundweg gehen. Endlich konnte ich Elemente meines 10 Wöchigen Lauftrainings mit Leni perfekt umsetzten: Ich habe viele kleine Schritte gemacht, aber am Kniehub muss ich noch arbeiten. 😉

Bis ich wirklich wieder richtig laufen kann wird es noch einige Zeit brauchen, bis dahin werde ich gehend bzw. walkend unterwegs sein.

Aber ich kaufe mir KEINE STÖCKE, NIEMALS

WolfartklinikWer Ärger macht fliegt raus.“ So die Worte meines Arztes. Meine Entzündung wird nicht besser daher bin ich seit Freitag wieder in der Klinik. Am Montag werden dann Nägel mit Köpfen gemacht und ich komme unters Messer. „Ihr Darm ist lang genug, da können Sie  locker auch auf 20 cm verzichten.“

Laufen fällt für die nächsten Wochen (Monate?) dann natürlich auch erstmal flach. Ich habe mich jedenfalls hier in einer kleinen Privatklinik im Münchner Westen mal für die nächsten 14 Tage eingerichtet.

Oh Gott, mir wird so langweilig werden. Ich kann ja nicht den ganzen Tag rumliegen, lesen, im Internet surfen und in die Glotze zu schauen. Ich bin es nicht gewohnt nix zu tun. Ich überlege schon , ob ich übergangsweise einen Sofa-Blog schreibe.

Hm? Neuste Sofa und Liegestuhl Geschichten? Flotte Testberichte über Kissen und Sitzmobiliar? Fashion-Blogs gibt es zuhauf, weshalb dann keine Möbel-Blogs. Also liebe Sofa/Sessel/Liegestuhl Hersteller, Adresse für die Zusendung der Testprodukte findet Ihr im Impressum.

So, solange ich noch lachen darf, werde ich mir nun zur Einstimmung auf die morgige OP ein paarmal „ich bin der Appendix“ von Horst Evers anhören, denn:

Humor ist wenn man trotzdem lacht.


P.S. Der Pförtner scheint hier auch ziemlich kompetent zu sein 🙂

++++Achtung dieser Post enthält ein paar unappetitliche Schilderungen+++++

 

Was ein Wetter, die Sonne scheint ins Zimmer, das wird wieder für viele ein schönes Laufwochenende werden.

Es ist Sonntag, laut Trainingsplan sollte ich heute einen langen Lauf machen. Mein Zimmerkollege zieht gerade frische Kompressionsstrümpfe an. Er ist M70! In dem Alter noch Kompressionsstrümpfe tragen? Ist ja irgendwie albern oder? Im Prinzip schon, aber in diesem Falle als Thromboseprophylaxe unverzichtbar. „Sepp“, ein kleines drahtiges Kerlchen, hat einen Leistenbruch.

Ich bin nicht etwa ins Trainingslager gejettet um, zwei Wochen vor meinem großen Lauf in Forstenried, an meiner Endbeschleunigung zu feilen.

-mitnichten-

Ich liege seit vier Tagen im Krankenhaus!

Ha, jetzt hat er’s übertrieben“ wird der ein oder andere Besserwisser einwerfen.

Nein, ich bin nicht etwa verletzt, sondern wurde anderweitig ausgebremst.

Ich habe eine „gedeckt perforierte Divertikulitis“.

Noch nie gehört?

Ich auch nicht. Dabei handelt es sich bei der Divertikulose  um eine der häufigsten Zivilisationskrankheiten der westlichen Welt.

Sepp, mein etwas rustikaler Zimmernachbar brachte es mit folgenden Worten auf den Punkt:

Du kackst Dir quasi selbst in den Bauch! das ist ja Scheiße“

Wissenschaftlich nicht ganz sauber formuliert, und noch ist es nicht gar so schlimm, könnte aber passieren, und dann ist die Kacke sprichwörtlich am Dampfen, ja!

Darum treibe ich mich derzeit im Internet nicht auf Laufseiten rum, sondern konsultiere Medizinportale und IMG_2009lese Erfahrungsberichte in speziellen Foren.

Derzeit versucht man der Entzündung mit Antibiotika-Infusionen Herr zu werden. Ansonsten bin ich auf Diät gesetzt.

Mit letzterer Maßname hätte ich dann zumindest schon mal mein gewünschtes Wettkampfgewicht erreicht.

 

Es ist erstaunlich, ja, es kommt genauso überraschend wie jedes Jahr Weihnachten. H06Kritiker behaupten zwar, dass ich diesen Erfolg weniger meinen sportlichen Leistungen zuschreiben kann, sondern es das Ergebnis einer simplen arithmetischen Reihe ist, aber Aufstieg ist Aufstieg.

Sei es wie es ist. Ich werde aufsteigen, und zwar in die Königsklasse.

-die M45-

Zahlenmäßig stellt diese Altersklasse regelmäßig die größte Gruppe im Startfeld eines Volkslaufes. Auffällig dabei ist, je länger die Distanz, desto stärker sind die M45er vertreten.  Ja, da wird die Luft eng, da wird einem nichts geschenkt, da kommt man nicht mal eben so unter die ersten zehn in der Altersklasse, denn die Konkurrenz ist groß.

Experten behaupten, dass die quantitativ exponierte Position der AK M45 mit hormonellen Prozessen  der Protagonisten zusammenhängt. In höheren Klassen lässt dieser Prozess wohl nach, und die Teilnehmerzahlen sinken wieder. Dann gilt es die erlangte Form zu wahren, um vielleicht auch mal aufs Stockerl zu kommen, aber dafür bedarf es einen langen Atem. Wenn man sich mal die Zeit nimmt und bei einer Siegerehrung ganz bis zum Schluss bleibt, staunt man nicht schlecht, wenn man die Zeiten hört, die es braucht, um selbst in den höheren Altersklassen aufs Stockerl zu kommen. Derzeit würde mein Leistungsvermögen (wenn ich es denn konservieren könnte) selbst in der M70 nur für einen zweiten Platz reichen.

Es liegt also auf der Hand, es muss etwas getan werden. Nach gut eineinhalb Jahren im Schlapp-Schritt Modus habe ich wieder Lust auf eine persönliche Bestzeit.

Es ist Zeit für Projekt 45.

Ziel 1: Sub 45 min auf 10km
Ziel 2: Sub 1:45 auf 21,1km
Ziel 3: Sub 3:45h auf 42,2km

Da ich mit meinem bisherigen Trainingssystem „Nach-Lust-und-Laune“ in den letzten Jahren keine nennenswerte Fortschritte verzeichnen konnte, wird mich ab Januar ein richtiger Profi bei der Umsetzung meiner Ziele unterstützen.

Die Ziele für 2015 sind definiert, jetzt kann das Jahr kommen.

Ich freue mich drauf.

Timewarp

seit vielen Jahren besteht der Brauch im Frühjahr und im Herbst die Uhren umzustellen. Was das genau bringen soll weiß keiner mehr so genau. Angeblich verfolgte man ursprünglich den Plan dadurch Energie einzusparen, da das Tageslicht so besser ausgenutzt werden könne.
Mittlerweile bezweifeln selbst Experten die Auswirkung dieses Tuns. Trotzdem hält man an dieser Gewohnheit fest. Steckt da vielleicht doch etwas anderes dahinter? Etwas, das wir mit unserem begrenzten Horizont gar nicht fassen können?

Die Zeit ist eine der komplizierteren physikalischen Größenarten.  Im Gegensatz zu anderen physikalischen Größen hat die Zeit eine eindeutige, unumkehrbare Richtung. Und dennoch widersetzen wir uns jedes Jahr diesem Naturgesetzt aufs neue. Durch die halbjährliche Zeitverschiebung entstehen Kräfte die mit herkömmlichen Messgeräten noch nicht zu erfassen sind.

Empfindliche Menschen leiden unter Schlaflosigkeit, sind niedergeschlagen, neigen zur Depression und Ihr Tagesrhythmus ist für Tage, gar für Wochen im Arsch Eimer.

Auch ich gehöre zu der Sorte Mensch, die empfindlich reagiert wenn die Zeit widernatürlich beschleunigt bzw. verzögert wird.  Die Herbstumstellung, bei der man faktisch eine Stunde Schlaf geschenkt bekommt, bereitet mir seit jeher das größte Problem.
Durch die „geschenkte“ Stunde, wache ich zu früh auf, kann aber morgenmuffelig wie ich bin, mit der Zeit nix anfangen.  Dafür wird es Abends  früher dunkel, und ich werde früher müde,  so komme ich zu nix, bin nur müde und keiner erledigt die Arbeit. -ein Teufelskreis-

Ich wäre nicht der -timekiller- würde ich nicht mit dem Phänomen Zeitumstellung experimentieren. Schon in frühster Jugend versuchte ich im Selbstversuch mich der Zeitumstellung entgegen zu stemmen.

Durch rigoroses „Durchmachen“ versuchte ich dem Fluch der Zeitumstellung zu entgehen.

Jetzt ist das „Durchmachen“ von Nächten meist mit einem erheblichen Alkohlabusus verbunden, wodurch das Empfinden für Raum und Zeit aber komplett aus den Fugen gerät und ausnahmslos mit Kopfschmerzen endet.

Vor 3 Jahren formierte sich mit Chief-Balla, Running Twin Henrik und mir die BZM-Gruppe  mit einer Besseren-Zeitumstellungs-Methode, die dem Malheur (vgl. schlechte Zeit) sportlich zu leibe rückt. Die BZM-Groundcrew tritt vehement dem Zeitchaos entgegen und weiß die Nacht der Zeitunbeständigkeit mit einem Zeittunnelmarathon bzw. BestZeitMarathon für sich zu nutzen.

Chrononauten

Die BZM-Theorie besagt, das nächtliche Zeitgeschenk in den Wind zu schlagen und statt dessen mit erheblichen Schlafentzug von mindestens 24 – 26 Stunden zu kontern. Der Körper hat so die Möglichkeit, die durch die Zeitkomprimierung freigewordene Energie aufzusaugen und zu speichern.

Die geschenkte Zeit die von „Schläfern“ nicht genutzt werden kann, entkoppelt sich von der trägen Masse und schwebt frei durch den Raum bzw. durch die Nacht, wo sie von laufenden Nachtschwärmern aufgesammelt werden kann und so zu höherer Glückseligkeit führt. Um möglichst viel „freie Zeit“ aufzusammeln gilt es, die entkoppelte Raumzeit zu bündeln und in einen Art Strudel zu kanalisieren.

Dazu organisiert die BZM-Grondcrew  um Mitternacht einen Marathon, was nichts weiter ist als eine Art Zeit-Zentrifuge, in der unerschrockene Chrononauten  den Nachtraum auf einem  Rundkurs gegen den Uhrzeigersinn laufend durchqueren und so aus der Umgebung weitere „freie Zeit“ ansaugen können zur Maximierung des eigenen Läuferglücks.

Als kleiner, aber nicht ganz unerheblicher Nebeneffekt  kann in dieser Nacht der Marathon eine Stunde schneller gelaufen werden als sonst. Das ist die Chance für ambitionierte Freizeitläufer auch mal in die Nähe des Marathon-Weltrekords zu kommen.
Nach solch einer  durchwachten und durchzirkelten  Nacht ist der Körper dann bereit, sich jedem Rhythmus neu unter zu ordnen, ohne wenn und aber.

Die Zahl der Chrononauten  steigt rasch. Waren es beim Ur-BZM vor 3 Jahren noch 7 wagemutige Läufer, zirkelten dieses Jahr 96 Timebandits durch die Nacht. Dabei rekrutieren sich die Chrononauten nicht nur aus lokalen Timejumpern, sondern zieht Chrononatuen auch ganz Deutschland, gar aus ganz Europa an. Neben Luxemburg, Schweiz, Österreich waren dieses Jahr auch Läufer aus Frankreich mit am Start. Deichläufer Volker kam extra quer durch die Republik angereist um an unserem Zeitexperiment teilzunehmen.

Mit dem Weltrekord hat es dieses Jahr zwar nicht geklappt, aber die Sache mit der Glückseligkeit scheint zu funktionieren. Nachts um 4:00 Uhr habe ich in durchweg glückliche Gesichter geblickt. Glück überfällt einen ja nicht so einfach im Alltag. Für echte Glücksgefühle muss man etwas besonderes machen, etwas wagen, seine persönliche Komfortzone verlassen. Und kann man seine Komfortzone besser verlassen als nachts bei herbstlicher Witterung im hügeligen Münchner Ostpark?

HappyRunners1

Ich glaube kaum…

Seitdem der Sport in mein Leben Einzug gehalten hat, benutze ich so gut wie keine Aufzüge und Rolltreppen mehr. (Außer im Notfall, also nicht der Emergency-Notfall, sondern wenn ich es mal furchtbar eilig habe, oder etwas transportieren muss).

IMG_0218In der U-Bahn nutze ich die Treppe, oder, wenn nur eine Rolltreppe vorhanden ist, gehe ich auf der Lauftreppe. In Kaufhäusern wird das  mitunter etwas eng, da dort die Treppen schmaler sind. Um nicht unhöflich zu sein, kann es da schon mal vorkommen, dass ich hinter so einem Trollo oder Trulla im Schneckentempo darauf warte, bis mein Körper die passende potentielle Energie erreicht, bzw. ich das richtige Stockwerk erreich habe.
Bei öffentlichen Rolltreppen staune ich immer mit welcher Geduld Leute drauf warten bis die Rolltreppe Ihre Laufrichtung ändert. Mitunter versucht der Wartende den Richtungswechsel zu beschleunigen in dem er wie wild auf die Richtungs-Anzeigen hämmert. Gewirkt hat das bisher noch nie, aber irgendwas muss man ja tun, während man wartet. In der Zwischenzeit habe ich längst die Treppe erklommen, und kann über das Schicksal der Wartenden leider nichts berichten. Aber ich habe gehört, dass schon mal jemand vor einer Rolltreppe verhungert ist.IMG_0322

Jetzt ist es ja nicht so, dass Rolltreppen ein wartungsfreies Erklimmungshilfsmittel sind. Ganz im Gegenteil. Die Rolltreppen müssen ständig gewartet werden und sind häufig kaputt. Was mich persönlich ja nicht stören würde, ich gehe ja ohnehin zu fuß. Aber der Schwabe in mir  fragt sich manchmal:  -Was des koschdet?- Die Tickets für den Nahverkehr in München könnten locker um die Hälfte billiger sein, würde man nicht das ganze Geld in der Personen-Fördertechnik versenken.

OK, OK, für Senioren und Behinderte sind Rolltreppen und Aufzüge ja schon ganz sinnvoll, aber der Rest kann doch laufen. Das hält fit und macht einen schönen Po.

Bei Aufzügen verhält es sich ähnlich. Solange ich nichts transportieren muss, nehme ich die Treppe. Acht Stockwerke sind meine persönliche Grenze, nicht, dass ich nicht könnte, aber der Aufstieg dauert mir dann einfach zu lange. Das gute ist natürlich, dass München nicht gerade mit Hochhäusern gesegnet ist, und ich in den wenigsten davon zu tun habe.

Dabei ist mein Verhältnis zu Treppen durchaus ambivalent. Es ist nicht so, dass ich Treppen liebe. Vor sieben Jahren haben sie dazu geführt, dass ich überhaupt mit dem Laufen begonnen habe.

Ich wohne in einem Eichhörnchen-Haus. In einem solchen ist die Wohnfläche nicht wie sonst üblich auf einer Ebene angeordnet, sondern, dort wird die Fläche einfach übereinander gestapelt. Das hat jetzt weniger einen sportlichen Hintergrund, sondern ist den horrenden Quadratmeterpreisen von über 1200€ in München und anderen Großstädten geschuldet.
In unserem Eichhörnchen Haus haben wir vom Keller bis unters Dach fünf Geschosse mit jeder Menge Treppen dazwischen.

Als ich vor gut sieben Jahren, zwecks der Optimierung der  häuslichen Kommunikationsmöglichkeiten  mehrmals vom Keller ins Turmzimmer unterm Dach aufsteigen musste, und ich jedes mal pumpte wie ein Maikäfer beschloss ich, dass sich etwas an meiner körperlichen Fitness feilen sollte.

So begann ich das Laufen….

Sieben Jahre später kann ich zwar mehrere Stunden (vier) in einer Ebene Laufen, aber das Treppensteigen spüre ich noch immer in den Beinen.

Und so trainiere ich weiter und sehe das alltäglichen Treppensteigen als meine tägliche Fitness-Einheit an. Bevor ich Abends im Fitti in Funktionsklamotten auf den Stepper gehe, um meinem Gluteus Maximus ein knackigeres Antlitz zu verpassen, nutze ich lieber jede Gelegenheit die sich mir im Alltag bietet.

Ob ich mit diesem Treppen Training den Mt. Everest Treppenmarathon in Radebeul  meistern könnte bezweifle ich zwar, aber das habe ich auch gar nicht vor. So weit geht meine Treppenliebe dann auch wieder nicht. Das darf ich meinen Knien auch gar nicht antun, schließlich sind das in Radebeul 8848 Höhenmeter auf einer Länge von 84,39 Kilometern.

Musikgenuss beim Gräfelfinger Kulturfestival

Musikgenuss beim Gräfelfinger Kulturfestival

Laufen und Musik gehört für mich einfach zusammen. Laut einer Studie von Nike, laufen 3 von 4 Läufern mit Musik. Die Auswahl der Musik  kann dabei durchaus eine leistungssteigernde Wirkung haben. Aber darum geht es mir heute nicht.

Als ich vor rund 7 Jahren mit dem Laufen anfing,  war ich der einsame Laufwolf, alleine zog ich meine Runden. Damit das nicht ganz so langweilig ist, lief ich mit Musik. Meine Playlist, die ich nur beim Laufen höre, hat sich seit dem nicht groß verändert. Von Zeit zu Zeit kommt ein neues Stück hinzu. Was ich in den letzten Jahren häufiger gewechselt habe, sind die Ohrhörer.

Die normalen Ohrhörer kann ich eine Zeit lang einsetzen, aber wenn die Kunststoffummantelung der Kabel über die Jahre steif werden, und sich in eine Spiralfeder verwandeln, halten die Hörer während des Laufens nicht mehr im Ohr fest.

Ich weiß nicht, ob es an meinem eigenwilligen Laufstil liegt, aber der linke Ohrhörer treibt mich dann zum Wahnsinn.  Also muß ein vernünftiges Hörgerät her, das auch bei meinem Laufstil in den Lauschern verweilt.

Am naheliegensten sind da die Sporthörer, die mit einem Ohr-Bügel versehen sind. Als Brillenträger ist das aber ziemlich doof. Ich habe noch keinen Bügel-Sporthörer gefunden, der sich mit meinem Brillenbügel den Platz hinter meinem Ohr teilen will.

Auf der Suche nach einem neuen Kopfhörer bin ich bei meinem Hardware-Dealer auf eine interessante Alternative gestoßen.

Den Sennheiser MX 685 Sports

Sennheiser MX 685

Laut Beschreibung auf der Verpackung, hat der Hörer ein „Slide-To-Fit In-Ear System“.

„Slide-to-Fit“ ? Was soll das sein. Auch wenn ich die Packung genauestens Studiert habe, stand ich auf dem Schlauch und kann mir nicht vorstellen wie dieses System halten soll.

Aber bin ich Blogger oder bin ich Blogger? Weshalb warten bis einem vom Hersteller irgendwelche Produkte zum testen Angeboten werden, die einen oft gar nicht interessieren.  Man kann ja auch mal selbst aktiv werden.

Also habe ich  Sennheiser angeschrieben, um dem Slide-to-Fit Geheimnis auf den Grund zu gehen.

Postwendend kam ein Päckchen von der Sennheiser PR-Abteilung. Von den Mitbewerbern die ich ebenfalls zu dem Thema angeschrieben habe, habe ich hingegen nicht mal eine Antwort per Mail erhalten.  Das fand ich ziemlich BOSE. 😉

IMG_1167Der Sennheiser MX 685 Sports sieht im Grunde wie ein normaler Ohrhörer aus. Auffällig ist der kleine Gummi Haken, der über den eigentlichen Hörer heraussteht. Dieser Gummi Haken ist beweglich im Schaft gelagert.

Das Geheimnis des „Slide-to-Fit In-Ear System“ ist so simpel wie genial. Mit diesem Gummihaken arretiert man den Hörer an der „Reling“ des Außenohrs. Da das menschliche Ohr in seiner Größe stark variieren kann, wurde der Haken beweglich ausgeführt.

Aber hält das denn? Das erste anprobieren ist noch etwas fummelig. Aber vor dem Spiegel kommt man schnell zu recht. Mit etwas Routine kann man den Ohrhörer dann auch schnell mit einer Hand justieren.

Kommen wir zum Test;

Erstes vorsichtiges hüpfen, -der Hörer hält-

Stärkeres hüpfen, – der Hörer hält-

Wildes kopfwackeln, -der Hörer hält-

Wildes headbangen, -ich bin erstaunt, der Hörer hält-

 

Wie sieht es beim Laufen aus?

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Im Einzelhandel werden die Sennheiser MX 685 für gut 50€ angeboten. Übers Internet sind die Hörer aber deutlich günstiger zu bekommen.

Der normale Lauf ist die kleinste Herausforderung für den MX 685, selbst auf einem wurzeligen Single Trail über Stock und Stein sitz der Hörer sicher im Ohr.

Die Hörer sitzen auf dem Ohr und nicht im Gehörgang, was ich sehr angenehm finde. So ist man (abhängig von der Lautstärke) nicht komplett von der Außenwelt abgeschlossen, sondern bekommt auch das Hupen des heranrasenden 12-Tonners noch mit.

Zur Klangqualität kann ich ansonsten wenig sagen, ich bin kein HiFi Junkie, ich tue mich da sehr schwer einen Unterschied zu anderen Kopfhörern festzustellen. Weder besser noch schlechter als andere Hörer. Kritiker des MX 685 bemängeln fehlende Bässe, das mag aber auch an den kastrierten MP3s liegen, die wir so hören. Ich finde den Klang  OK. Primär will ich ja nur während des Sports etwas Musik hören und keiner Oper lauschen.

Einzig eine Lautstärkenregelung am Kabel wäre noch schön, aber sonst ist der Sennheiser MX 685 Sport ein guter Sport Hörer, den ich jedem Musik-Läufer empfehlen kann.

 

 

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