Archive for August 2011

Während meine Frau fitnesstechnisch im Urlaub über sich hinaus zu wachsen schien, hing ich eher durch.

Ich habe es immerhin auf 3 Einheiten pro Woche geschafft, dann allerdings nur jeweils 9 km, da die Bucht in der wir residierten  genau 4,5 km lang war, und es dann quasi senkrecht den Berg hoch ging.  Angestachelt von den „Renn-Hennen“, die sich temperaturbedingt, bereits um 7:00 Uhr vor unserer Taverne trafen, um dann laut gackernd davon zu wackeln, versuchte ich es auch mal unter dem Motto: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Allerdings scheine ich als früher Vogel nicht viel zu taugen, dann bevor ich nicht mein „Frühstücksei“ gelegt habe, ist mein Organismus zu nichts zu gebrauchen.

Meinen ersten Versuch habe ich dann auch gegen aller Vernunft um 7:30 Uhr gestartet.  Völlig nüchtern (essenstechnisch, jedenfalls) zog ich los.  Etwa ab der Hälfte der Strecke nahm dann auch meine Verdauung Ihren Dienst auf,  so dass ich es dann etwas eiliger zurück hatte.

Die nächste Trainingseinheit begann ich dann  mit zwei Tassen Kaffee und einem Besuch in der Nasszelle. Für das eigentliche Training wird es  dann halt etwas später und erheblich wärmer, da bereut man dann jedes Bier des Vorabends, und ich hatte viel zu bereuen.

Der Clou meiner Trainingseinheiten war aber zweifelsohne das anschließende Bad am Nacktbadestrand. –Ahhhhhh- (hier galt dann das Motto: der nackte Vogel sucht das Würmchen)

Und was gibt es neues von der Walkingfront?  Die Front steht, und ist durchaus experimentierfreudig. Da wir von unseren 14 Tagen, 10 Tage heftigen Wind (Meltemi) hatten, und der Luftwiderstand für eine der Protagonistinnen eine nicht unerhebliche Behinderung darstellt, verlegte man das Walking kurzerhand ins Wasser. „Aqua-Jogging“ war angesagt, und  so kreuzten allmorgendlich die Frauen vor der Küste Kretas. Gut dass es im Mittelmeer keine Walfänger gibt…

Die Retourkutsche für meine Frotzeleien, habe ich dann auf dem Rückflug erhalten…

Meine Frau angelte sich aus dem Illustriertenangebot des Ferien-Fliegers, ausgerechnet die September Ausgabe der „Fit for Fun“ mit dem Titelthema „Marathon ohne Training“*. Sie überfliegt den Artikel kurz und meint nur, „Weshalb stellst Du Dich eigentlich so an?“

Wie stehe ich denn jetzt da?

Danke „Fit for Fun“. Musste das sein?

— — —

*Auch wenn in dem Artikel ausdrücklich davor gewarnt wird, ein Marathon ohne Vorbereitung zu laufen, so haben doch zwei der vier Probanden den Marathon in einer beachtlichen Zeit von 3:51 und 4:01 geschafft.  Das ist doch demotivierend…

-menno-

Das ist so ungerecht… meine Frau ist fremdgegangen, und das schon am dritten Urlaubstag. Ich bin mit den Nerven völlig am Ende. Ich überlege den Urlaub sofort abzubrechen. Wie konnte das geschehen, wir waren doch so ein super Team. Sie hat mir den Rücken frei gehalten, während ich meine Trainingseinheiten abgewickelt habe, und jetzt? Alles aus! Wir sind bereits in dem Stadium, in dem um Besitz gestritten wird.

Wie konnte das passieren?

Gudrun, weiblicher Teil unserer übergewichtigen Urlaubsbekanntschaft, erzählte beim Abendessen stolz, dass Sie durch Umstellung der Ernährung und etwas mehr Sport im letzten halben Jahr 8 kg abgenommen hat. Da ich, bei der Auswahl der georderten Speisen, keine signifikante Ernährungsumstellung ausmachen konnte, fragte ich hinterlistig, was Sie denn mit mehr „Sport“ meine, natürlich nur in der Absicht gleich meine Mörderlaufgeschichten vom Stapel lassen zu können, mit denen ich bei meiner Familie ja so überhaupt nicht punkten kann.

„Walken!“ war die Antwort.

Die Antwort war ja vorhersehbar, jeder der ein BMI jenseits von 30 hat, sieht Walken als Sport an. Was nicht vorhersehbar war, ist, dass sich meine Frau in das Gespräch einklinkte und reges Interesse bekundete.

„Ja? – Acht Kilo? Wirklich mit Walken? Da habe ich auch schon von gehört, ist das nicht das mit den Stöcken? Uund wie geht das, erzähl mal…“

So nahm das Übel seinen Lauf…
Das Ende vom Lied war, dass meine Frau das nun auch ausprobieren wollte, und sich gleich am nächsten Morgen mit Gudrun zum Walken verabredet hatte. Als Ausrüstung mussten natürlich die Hightec Klamotten des Gatten herhalten. Walken mit Wanderausrüstung, geht ja gar nicht, das sieht so unsportlich aus.

Ich habe mir extra den Wecker gestellt um den Aufbruch der „Walküren“ nicht zu verpassen. Um den Mangel an Stöcken zu kompensieren entschied man sich umso heftiger mit den Armen zu wackeln. Und so ruderten sie dem Sonnenaufgang entgegen…

90 Minuten (!)  später kehrte „Adiposita“ mit meiner Frau im Schlepptau von seinem Power-Trip zurück, den Marsch durch das kleine Fischerörtchen nutzte man noch um eine Familienpackung Baklava fürs Carboloading beim Bäcker als Belohnung zu besorgen.

So, und nun kommt mein Part, wo ich durch beharrliches Stänkern versuche meine Frau auf den rechten Weg des Ausdauersports zu bringen…

Ob das gelingt?

Falls nicht, kennt jemand einen guten Anwalt? 😉

Der Jahresurlaub steht buchstäblich vor der Tür*.  Der Familienrat hat im Winter beschlossen, dass es zwei Wochen nach Kreta gehen soll. Das war jedoch vor meiner Marathon Anmeldung. Jetzt gilt es den Trainingsplan etwas anzupassen. Um den Familienfrieden zu wahren, reduziere ich die Läufe auf drei Einheiten pro Woche, und lasse die langen Kanten weg, bzw. verschiebe die Einheiten auf vor und nach dem Urlaub. 30 km bei 35°C setzt nur dann einen Trainingsreiz sollte man für den „Marathon des Sables“ trainieren.

Also stand am Sonntag noch ein 30er auf dem Programm.  Anfang Juni hatte ich schon mal einen Test-Ballon gestartet über diese Distanz, und bin von München nach Starnberg gelaufen. Das Ergebnis war verbesserungswürdig. Nachdem ich den Lauf akribisch analysiert hatte,  wusste ich auch woran es lag. Es geht von München nach Starnberg den Berg hoch, und zwar 100 HM über die gesamte Strecke ;-). Deshalb wählte ich für meinen neuen Versuch die Gegenrichtung, also bergab.

Murrend fuhr mich meine Frau Sonntag Nachmittag nach Starnberg, und setzte mich dort auf dem Lidl-Parkplatz am Ortsausgang Starnberg/Gauting aus. Da die Ergebnisse meiner letzten Läufe ja jetzt nicht so berauschend waren, beschloss ich auf die Vorgabe des Trainingsplans zu pfeifen. Es sollte eigentlich mit 13 flotten Kilometern im 5:20 schnitt gestartet werden, um sich dann den Rest der Strecke im Überlebenskampfmodus nachhause schleppen zu können.  Ich setzte mir jedoch diesmal keinerlei Zeitziele, ganz ohne Druck wollte ich laufen.  Es zählte nur eines, die komplette Strecke durchhalten, d.h. keine Gehpausen.

Den ersten Kilometer absolvierte ich dann auch gleich in gemütlichen 6:45. -Hm- vielleicht doch ein bisschen arg langsam.  Wenn ich den Schnitt beibehalte, ist meine Tochter ausgezogen, bis ich wieder zurück in München bin. Ein bisserl schneller darf’s dann schon sein. Also habe ich das Tempo auf den nächsten Kilometern leicht gesteigert. Die Strecke von Starnberg nach Gauting ist wirklich schön, entlang der Würm geht es durch den Wald. Das letzte Mal als ich hier entlang lief hatte ich keine Augen für die Schönheit der Natur, da war ich ganz mit mir selbst beschäftigt.

Leider sind es gerade mal 9 Kilometer bis Gauting. Der weniger schöne Abschnitt kommt dann zwischen Stockdorf und Gräfelfing, da gehen die Ortschaften nahtlos ineinander über und man läuft auf einer Nebenstraße durchs Wohngebiet.  Erst ab dem Pasinger Stadtpark wird’s dann wieder etwas grüner und hübscher. Von dort sind es noch 10 km bis zur Homebase.  Zeit für eine Bestandsaufnahme. Knapp 20 km habe ich jetzt in den Beinen.  Die Pace lag bisher immer zwischen 5:30 und 6:00 min. Der Puls ist moderat.  So langsam wird’s aber hart. Ab km 10 habe ich alle 5 Kilometer etwas Wasser aus meinem Camelbak genuckelt und ein Traubenzucker oder alternativ ein Gel-Chip genommen.

Jetzt muss ich mich wirklich zwingen durchzulaufen.  Der Laufstil wird zunehmend  schlurfiger. Im Nymphenburger Schlosspark begegnen mir viele frische Jogger, die fröhlich Ihre Runden ziehen, einzig ich komme auf dem Zahnfleisch daher. Von manchen ernte ich einen mitleidigen Blick. Um vom Schlosspark in die weniger privilegiertere Nachbarschaft zu kommen muss ich eine viel befahrene  Straße überqueren. Normalerweise tue ich dies nicht an der Fußgängerampel, da diese eh ständig rot ist, sondern an den dafür vorgesehenen Fußgängerunterführungen.  Heute befürchte ich  jedoch, dass ich da nicht mehr aus dem Keller komme. Doch ich habe Glück die erste Ampel ist „grün“ die zweite hingegen, sagen wir mal „hellrot“, aber ich kann noch drüberwanken bevor mich ein heranbrausendes Wohnmobil platt macht.  Uiuiui, das Manöver hat Kraft gekostet.

Im angrenzenden Kapuzinerhölzel, einem schönen Stadtwald, platsche ich geradewegs durch die Pfützen, die hier noch nicht abgetrocknet sind,  ich habe da jetzt keine Kraft mehr drumherum zu tänzeln. Meine Schuhe und Beine sehen entsprechend aus, aber das ist mir  jetzt wurscht, ich bin ziemlich alle, ich will jetzt nur noch ankommen. Ist das jetzt noch ein Gennusslauf?

Nach exakt 3 Stunden habe ich es geschafft. Ich bin wieder zuhause. Völlig entkräftet werfe ich mich aufs Sofa, natürlich ohne vorher meine Treter abzustreifen. Dafür habe ich dann auch gleich ein „Lob“ von der Gattin bekommen.  Aber ein „Erdinger Alkoholfrei“ hat sie mir dann doch aus dem Keller gebracht.  -Ist das Liebe?-

So, sobald ich mich wieder bewegen kann, wird für den Urlaub gepackt. Heute Nacht um vier holt uns das Taxi ab, hoffentlich verschlafe ich die Abfahrt nicht…


*
Ich möchte Euch nicht zu sehr auf die Folter spannen, ich habe nicht verschlafen und bin mittlerweile im Urlaub angekommen, daher wird die Reaktion auf mögliche Kommentare etwas länger dauern. Ich bin ja im Urlaub…

Ich bin am Arsch. Nachdem meine lange Wochenendeinheit ja schon ein ziemlicher Kampf war, freute ich mich auf  zwei Ruhetage am Montag und Dienstag. Mittwoch ging es wieder (relativ) frisch an die 8km Einheit. Donnerstag sollten dann flotte 13,5 km in 5:20er Pace folgen. Vielleicht war Donnerstag ja auch nicht mein Tag. Nach der Arbeit war ich eigentlich völlig erledigt, hatte sich doch ein kleiner Blitz-Schnupfen eingeschlichen, und gegessen hatte ich auch nicht viel, und den Kopf voll ungelöster Probleme…

Da ich abends noch mit der Familie zum Feuerwerk wollte,  (ratet mal wo, genau im Olympiapark ) zog ich auch gleich um sieben Uhr los Richtung Moosacher Güterbahnhof. Der erste Kilometer war schon zäh, der zweite nicht minder, bei Kilometer 3 fühlte ich mich so jämmerlich, dass ich den Lauf abgebrochen habe und wieder nachhause spaziert bin.

-Abbruch nach 3 Kilometern-  hier muss der Begriff „Abkacken“  neu definiert werden.

–FRUST- macht sich breit.

Ebendiesen Frust habe ich anschließend mit einer Flasche Wein auf dem Hippie-Hügel am Theatron runtergespült, während wir in Canabisrauchschwaden auf das Abfeuern des Feuerwerkes warteten.

Diese Niederlage konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Freitagmittags nachdem die Hirnödeme sich gelegt hatten, startete ich einen neuen Versuch, eigentlich ist ja Ruhetag, aber so ein Marathontraining ist ja kein Wunschkonzert. Also nochmals auf die Strecke, die mich gestern abgeworfen hat. Ich versuchte die Strecke lockerer anzugehen als am Vortag, hatte allerdings die 26°C nicht auf dem Schirm. Die Strecke am Moosacher Güterbahnhof bietet um die Mittagszeit kaum Schatten, so verwunderte es kaum, dass mir nicht ein Läufer begegnet ist. Diese Hitze ist man ja überhaupt nicht mehr gewohnt.

–Weshalb ich auf der ganzen Strecke das Lied „Sex in der Wüste“ von Ideal im Kopf hatte weiß ich jetzt auch nicht! Der Sinn steht mir momentan nun wirklich nicht nach Sex! – Ist wohl noch eine Nachwirkung vom Wein gestern, geraucht hatte ich ja nix, oder? Höchstens passiv kiffen!

Es kam wie es kommen musste, bei flirrender Hitze, matschiger Birne, trockenem Mund, konnte ich an einer kurzen Steigung nicht mehr, meine Beine blieben bei km 10 einfach stehen.

Nach kurzem Innehalten konnte ich die widerspenstigen Dinger wenigstens zum Gehen überreden.  Nach ca. 500 Metern versuchte ich wieder anzulaufen. –Wackel-.“Du läufst jetzt nach Hause, spazieren war gestern“.   Mit ach und krach habe ich die letzten 3 km noch runtergerissen, an meine durchschnittliche Pace von 5:20 kam ich natürlich nicht mehr ran.

Mannomann, wie soll man denn 42km am Stück schaffen, wenn man schon bei 13km am schwächeln ist? Habe ich mir da vielleicht doch zu viel vorgenommen? Ist der Trainingsplan zu stramm? Bin ich zu schwach?

Was tut man, wenn die Motivation am Boden liegt? Genau, man meldet sich für einen Wettbewerb an.

Gesagt, getan, soeben habe ich mich für den Tegernseelauf am 18. September angemeldet.  Als Vorbereitungslauf für den MT geradezu ideal. Wenn der in die Hose geht, habe ich immer noch Zeit mich beim Münchner Marathon für den Bambinilauf zu melden.

So, jetzt ist aber gut, ab jetzt gibt’s nur noch Erfolgsmeldungen, die Talsohle ist durchschritten…

Ganz nebenbei, ich habe gerade festgestellt, dass dies mein 50.  Artikel war!  Unglaublich, dass man so viel übers Laufen schreiben kann, oder?

Samstag Abend wollte ich noch läuferisch die Welt aus den Angeln heben. Die letzten Wochen liefen einfach super. Keine Verletzungen, keine Erkältungen, termintechnisch alles OK, d.h. keine Trainings ausgelassen,  gute Ergebnisse bei den letzte Wettkämpfen. Alles Supi.

Seit Anfang Juni verfolge ich nun meinen Marathon-Trainingsplan bei MyAsics. Vier Läufe pro Woche, am Wochenende eine lange Einheit. Das hat bisher auch ganz gut geklappt, wobei mir die längeren Einheiten noch zu schaffen machen. Am Samstag Nachmittag stand ein lockerer Lauf von 8 km auf dem Programm. Da meine Standardstrecke am Samstag wegen einer Veranstaltung gesperrt wer, wählte ich einen lockeren Lauf am Moosacher Güterbahnhof. OK, die Strecke ist um etwa 2 km länger, aber da ich das im Regenerations-Modus laufen wollte, sollte das ja kein Problem darstellen. Der Lauf war dann auch dufte und ich fühlte mich danach einfach toll.

Sonntag sollte es dann über 22 km gehen, wobei die ersten 9 km schnell und der Rest dann locker gelaufen werden sollte. Hm, schnell angehen? Normalerweise gehe ich die längeren Einheiten ja andersrum an. Ich zuckel los, und gebe nach hinten raus dann gas. Aber wir wollen ja nicht unseren Trainingsplan in Frage stellen. Die  werden sich ja was dabei gedacht haben, laut Trainingsplan wird auf diese Weise das Durchhaltevermögen trainiert.  Da ich mich vor einem Lauf nicht aufwärme sondern gleich loslaufe, werte ich die ersten KM als Aufwärmphase mit ca 5:45 min / pro KM. Danach sollten es dann 9 km in ca. 5:20 werden. Alles was danach kommt, konnte dann in ca. 6:10 – 6:30 gelaufen werden,  so der Plan.

Ich konnte mich am Sonntag jedoch nicht recht aufraffen. Ich wäre gerne Abends gelaufen, aber da wollten wir u.U. mit den Nachbarn zusammensitzen, also hat mich meine Frau um 11 Uhr, während einer Regenpause, aus dem Haus geworfen: „So, du läufst jetzt, sonst kommen wir ja heute zu gar nix mehr“. Na, da will ich mal nicht widersprechen, und füge mich meinem Schicksal. Lust hatte ich ja keine. Also präpariere ich noch mein Camelbak und ziehe los. Nachdem ich bei meinem Camelbak-Debüt letzte Woche den Sack randvoll gemacht hatte, und die 22 Kilometer mit einem gluckerndem 2 kg Wasser Höcker durch die Stadt gelaufen bin,  füllte ich diesmal lediglich 500 ml ein, was den Tragekomfort erheblich verbesserte.

Und los ging‘s. Erste Disziplin Aufwärmen: Da bin ich gut, ohne Druck loszuppeln und mal in den Körper rein hören wie es heute so laufen wird. Meist kann man nach den ersten 2 Kilometer schon sagen, „das passt“, oder aber „ geh nach hause“. Diesmal sagte mein Körper: „Alter Mann, geh nach hause – sofort“.

Aber ich will ja nicht hören. Also laufe ich weiter und ziehe nach den 2 Aufwärmkilometern das Tempo ein bisschen an. Beim ersten Kilometer bin ich noch etwas zu zaghaft und schaffe die vorgegebene Pace nicht ganz. Den nächsten KM bin ich dann im Soll. Beim dritten Kilometer (also beim fünften inkl. Aufwärmphase) bin ich bereits außer Puste. Prima, das wird was werden.

Nicht nur die Puste fehlt, auch das Schienbein brennt, das hatte ich ja schon lange nicht mehr.

Jetzt könnte mal eine rote Ampel kommen, an der man zwanglos verschnaufen kann, aber die habe ich heute bereits alle hinter mir gelassen, heute waren die natürlich auch alle grün.

Ich schleppe mich weiter und versuche die Pace von wenigstens 5:30 zu halten. Nach 11 Kilometern bin ich dermaßen KO, dass meine Pace auf 5:50 min beim letzten Kilometer gefallen ist.

Vielleicht sollte ich mal was trinken, ich nuckle an meinem Camelbak. Hm, lecker, warmes Wasser. 500ml sind zwar leichter, erwärmen sich aber auch schneller…

In Pasing bin ich am „Point of  no Return“ angekommen, egal welche Wegvariante ich jetzt wähle, es sind Minimum 11 km nach hause.  Zeit ist jetzt aber egal, aber ich möchte nicht wie letzte Woche Gehpausen einlegen. Also schleppe ich mich von Kilometer zu Kilometer über die letzten 11 km. Die Pace? Unterirdisch!

Die Kilometer ziehen sich tranig dahin. Nach 2 Stunden und 2 Minuten bin ich wieder zuhause angelangt. Ist jetzt nicht der knaller, aber letzte Woche war ich mit 2 Stunden 19 Minuten auf der selben Strecke noch langsamer.

Die langen Einheiten sind also noch immer nicht mein Ding, zumindest, wenn die erste Hälfte schnell angegangen werden soll, das schlaucht ungemein.

Aber zumindest ist eine Tendenz zu erkennen.

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