Archive for März 2015

Es herrschen ideale Laufbedingungen, bedeckter Himmel, nicht zu warm.

Ich stehe im Startfeld des Forstenrieder Volkslaufes, ich habe mich ganz vorne positioniert, denn heute habe ich nix zu verschenken. Mein Hase Leni zwinkert mir zu und gibt mir letzte Instruktionen, der Startschuss fällt…

Ich bin mein großes Rennen in Gedanken schon hundert mal gelaufen. Große Siege habe ich gefeiert und herbe Niederlagen durchlitten. Wie der Lauf dann schließlich ausging? Ich weiß es nicht, denn es kam ja dann doch ganz anders.

Ob ich mein Ziel, eine 44:XXmin,  am vergangen Samstag erreicht hätte?

Schwer zu sagen, ich war auf einem guten Weg und ich war zuversichtlich diesem Ziel gemeinsam mit meiner Trainerin als Pacer zumindest sehr nahe zu kommen.

Stattdessen fange ich nun wieder bei Null an.

Ich habe die OP letzen Montag, bei der mir 30 cm des Dickdarms entfernt wurden ohne Komplikationen überstanden. Bereits am nächsten Morgen, auf der Beobachtungsstation, hieß es „Hoch“, Sitzen an der Bettkante, stand auf dem Programm. Eine unglaubliche Anstrengung, verbunden mit einem Potpourri an Schmerzen, sodass mir der Schweiß ausbrach. Von dieser Anstrengung durfte ich mich dann immerhin 5 Stunden erholen, bis mir eine neue Trainerin, eine KrankenGymnastin, Atemübungen zur Vorbeuge vor Lungenentzündungen und zur Thromboseprophylaxe ein paar Beinübungen zeigte, u.a. Zehen wackeln, ich sagte ja, ich fange bei Null an.

IMG_2034Am Dienstag hatte ich dann für ca. 5 Minuten wieder festen Boden unter den Füßen. Mit Hilfe der KG tapperte ich im Kriechtempo durch mein Krankenzimmer, von der Tür zum Balkon und zurück. Dieser Ausflug wurde dann am Mittwoch bis auf den Krankenhausflur ausgedehnt. Da mein Kreislauf OK war, erhielt ich die Erlaubnis diese Trainingseinheiten zukünftig auch alleine vorzunehmen. Wobei alleine war ich nicht, ich hatte ständige Begleiter, „MC Agilia“ eine Infusionspumpe und „TIVA Agilia“ eine Spritzenpumpe, beide fest verschraubt an einem wackeligen Infusionsständer, dessen selbstlenkende Rollen eher für den Nahverkehr als für die Langstrecke ausgelegt sind, waren meine ständigen Begleiter.

So schepperte ich dann gemeinsam mit meinem Ständer, also dem Infusionsständer, dem Urinbeutel in der Bademanteltasche, über den Gang der Station IV. Wer hauptsächlich für unser Schlingern verantwortlich war, läßt sich letztendlich nicht mehr genau feststellen.

Am Samstag, nach stufenweisem Abbau meines Schlauchsystems, konnte ich dann von der „Halle“ auf den Trainingsplatz, den Klinikgarten wechseln. Anläßlich des Forstenriedlaufs wollte ich dort in Gedenken zumindest ein paar Runden im Garten, auf einem nierenförmigen, knapp 200 Meter, Rundweg gehen. Endlich konnte ich Elemente meines 10 Wöchigen Lauftrainings mit Leni perfekt umsetzten: Ich habe viele kleine Schritte gemacht, aber am Kniehub muss ich noch arbeiten. 😉

Bis ich wirklich wieder richtig laufen kann wird es noch einige Zeit brauchen, bis dahin werde ich gehend bzw. walkend unterwegs sein.

Aber ich kaufe mir KEINE STÖCKE, NIEMALS

WolfartklinikWer Ärger macht fliegt raus.“ So die Worte meines Arztes. Meine Entzündung wird nicht besser daher bin ich seit Freitag wieder in der Klinik. Am Montag werden dann Nägel mit Köpfen gemacht und ich komme unters Messer. „Ihr Darm ist lang genug, da können Sie  locker auch auf 20 cm verzichten.“

Laufen fällt für die nächsten Wochen (Monate?) dann natürlich auch erstmal flach. Ich habe mich jedenfalls hier in einer kleinen Privatklinik im Münchner Westen mal für die nächsten 14 Tage eingerichtet.

Oh Gott, mir wird so langweilig werden. Ich kann ja nicht den ganzen Tag rumliegen, lesen, im Internet surfen und in die Glotze zu schauen. Ich bin es nicht gewohnt nix zu tun. Ich überlege schon , ob ich übergangsweise einen Sofa-Blog schreibe.

Hm? Neuste Sofa und Liegestuhl Geschichten? Flotte Testberichte über Kissen und Sitzmobiliar? Fashion-Blogs gibt es zuhauf, weshalb dann keine Möbel-Blogs. Also liebe Sofa/Sessel/Liegestuhl Hersteller, Adresse für die Zusendung der Testprodukte findet Ihr im Impressum.

So, solange ich noch lachen darf, werde ich mir nun zur Einstimmung auf die morgige OP ein paarmal „ich bin der Appendix“ von Horst Evers anhören, denn:

Humor ist wenn man trotzdem lacht.


P.S. Der Pförtner scheint hier auch ziemlich kompetent zu sein 🙂

++++Achtung dieser Post enthält ein paar unappetitliche Schilderungen+++++

 

Was ein Wetter, die Sonne scheint ins Zimmer, das wird wieder für viele ein schönes Laufwochenende werden.

Es ist Sonntag, laut Trainingsplan sollte ich heute einen langen Lauf machen. Mein Zimmerkollege zieht gerade frische Kompressionsstrümpfe an. Er ist M70! In dem Alter noch Kompressionsstrümpfe tragen? Ist ja irgendwie albern oder? Im Prinzip schon, aber in diesem Falle als Thromboseprophylaxe unverzichtbar. „Sepp“, ein kleines drahtiges Kerlchen, hat einen Leistenbruch.

Ich bin nicht etwa ins Trainingslager gejettet um, zwei Wochen vor meinem großen Lauf in Forstenried, an meiner Endbeschleunigung zu feilen.

-mitnichten-

Ich liege seit vier Tagen im Krankenhaus!

Ha, jetzt hat er’s übertrieben“ wird der ein oder andere Besserwisser einwerfen.

Nein, ich bin nicht etwa verletzt, sondern wurde anderweitig ausgebremst.

Ich habe eine „gedeckt perforierte Divertikulitis“.

Noch nie gehört?

Ich auch nicht. Dabei handelt es sich bei der Divertikulose  um eine der häufigsten Zivilisationskrankheiten der westlichen Welt.

Sepp, mein etwas rustikaler Zimmernachbar brachte es mit folgenden Worten auf den Punkt:

Du kackst Dir quasi selbst in den Bauch! das ist ja Scheiße“

Wissenschaftlich nicht ganz sauber formuliert, und noch ist es nicht gar so schlimm, könnte aber passieren, und dann ist die Kacke sprichwörtlich am Dampfen, ja!

Darum treibe ich mich derzeit im Internet nicht auf Laufseiten rum, sondern konsultiere Medizinportale und IMG_2009lese Erfahrungsberichte in speziellen Foren.

Derzeit versucht man der Entzündung mit Antibiotika-Infusionen Herr zu werden. Ansonsten bin ich auf Diät gesetzt.

Mit letzterer Maßname hätte ich dann zumindest schon mal mein gewünschtes Wettkampfgewicht erreicht.

 

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