Archive for Dezember 2010

Ich weiß nicht woran es liegt, aber hier im Norden bin ich ständig müde. Liegt es an der Luftveränderung, oder gar am koffeinfreien Kaffee, der bei den Schwiegereltern gereicht wird? Daher habe ich mich heute Mittag hingelegt, um etwas zu lesen, bin aber nicht weit gekommen…

Um 15:30 bin ich hochgeschreckt, Mensch Du willst doch noch laufen…

Nach meinem Weihnachtslauf am 24. und einer Tempoeinheit am 26., stand wieder ein längerer Lauf von ca. 18 km auf dem Programm. Da ich den Lauf mit angezogener Handbremse bestreiten wollte, habe ich mich warm eingepackt. (habe ich bereits erwähnt, dass ich nicht gerne friere?) Da es schon spät war,  habe ich mich auch noch ein bisschen mit  Reflektor-Armbändern und Gürtel dekoriert, sowie mit einem Blink-Armband. Ich sah aus wie ein blinkender Wattwurm, OK, bei vier Schichten war ich eher eine Watt-Wurst.

Um 16 Uhr,  ging es dann los, ich hatte mich diesmal genau informiert, damit ich mich nicht wieder verlaufe. Soweit so gut, die Strecke war diesmal nicht das Problem, sondern die Dunkelheit, die mich dann  sehr schnell verschluckte. Um 17:00 Uhr bei ca. km 10 war es dann schon stockdunkel. Zum Glück hatte ich die Route so gewählt, dass ich ab km 11 nur noch auf dem Radweg von Charlottendorf nach Wardenburg  zurück laufen musste.

Vielleicht hatte ich ja doch eine Schicht zu viel aufgelegt, oder es lag an der ungünstigen Wetterkonstellation, jedenfalls begann ich langsam an zu dampfen. Von meinem Funktionsmützchen stiegen Nebelschwaden auf, und auch aus meinem Kragen dampfte es, wie aus einem Wasserkessel. Das wäre nicht weiter dramatisch, wäre ich kein Brillenträger, fortan beschlug also meine Brille… das ist ein bisschen ungünstig beim Laufen, vor allem wenn es dunkel ist.  Ich experimentierte mit meiner Atmung, machte die Jacke weiter auf, irgendwann habe ich es dann geschafft, dass nur der untere Rand der Brille beschlug.

Der Radweg vor mir war noch Schneebedeckt, nur die wenigen Fußstapfen waren freigeschmolzen. Links die weißen Felder, rechts die Böschung zur Straße, der Weg zog sich wie ein langer weißer Lochstreifen durch die Nacht. So rannte ich durch die Dunkelheit, fast in Trance durch das ständig wiederkehrende Muster des „Lochstreifens“ vor mir. Ab und an wurde ich von einem entgegenkommenden Fahrzeug geblendet. Der Weg verlief an einer Stelle etwa 1,5 Meter unterhalb der Fahrbahn, just als ich diese Passage  passiere, kommt mir ein PKW entgegen, der Wagen ist noch ca. 5 Meter von mir entfernt, da blendet der Sack auf…

X-E-N-O-N

Quelle: Wikipedia

…AArgh!

Weihnachten feiert Familie –timekiller- traditionell bei den Schwiegereltern in der Nähe von Oldenburg.

Da Oldenburg nicht gerade um die Ecke liegt, steht vor Weihnachten erstmal die lange Fahrt in den Norden an. Als alter Staustratege legte ich den  Abfahrtstermin  auf 23.12; 18:00 Uhr, und lag damit diesmal genau richtig, denn die Unbillen des Winterwetters, wie Schneeregen /überfrierende Nässe / Blitzeis…, zogen bereits am Nachmittag über Mittel und Norddeutschland hinweg, da suchte ich noch verzweifelt in  München nach einem Geschenk für die Gattin. Gut 8 Stunden haben wir dennoch  für die Strecke gebraucht und damit waren wir noch gut bedient, denn ab Paderborn ging es über eine geschlossene  Schneedecke. -Was tut man nicht alles für die Familie-

OK, ganz selbstlos war das nicht, ich wollte die Weihnachtstage nutzen um noch ein paar lange Läufe, die ich in den letzten Wochen etwas vernachlässigt hatte, in einer anderen, vor allem ländlichen, Umgebung zu absolvieren.  Für einen Stadtläufer ist das ein absoluter Genuss, wie Weihnachten eben.

Daher stopfte ich mich gleich am 24.12.  Nachmittags in meine Funktionsklammotten und los gings. Aber wohin? Meine Strecke durch den Wald und über Feldwege die ich sonst bei meinen Besuchen immer gelaufen bin, lag tief verschneit im Winterschlaf, da war kein Durchkommen möglich.

Während mein Forrunner im Garten noch den Satteliten sucht,  suche ich auf www.mapmyrun.com nach einer Alternativstrecke, die hoffentlich über geräumte Rad und Fußwege führt. Ok, zum warm werden, einfach mal  in den Nachbarort und zurück.

Auf dem Radweg ging es dann von Wardenburg Richtung Littel, der Weg war geräumt aber nicht ganz Schnee und eisfrei, aber dieses Jahr ist man das ja schon gewohnt. Vor Littel beschließe ich den Radweg zu verlassen um, über den Lübbersdamm um Littel herum zu laufen.  Der Schnee auf dem  Sträßchen ist festgefahren, und ziemlich rutschig, stellenweise sorgen Schneeverwehungen für  kleine Tiefschnee Einlagen.

Streckenweise ist die Sicht diffus, alles um mich herum ist weiß, der Weg, die Felder rechts und links, der Himmel… Mir wird ganz schwummerig, da dem Blick etwas fehlt um es zu fokusieren.

Nach Littel komme ich wieder auf eine größere Straße mit Radweg und biege rechts ab, um wieder nach Littel zurück zu kommen. -Ein folgenschwerer Fehler- Ich wundere mich noch, dass der Radweg nach dem Ort wohl die Fahrbahnseite gewechselt hat, aber OK, warum nicht.

Ich laufe weiter, auch wenn mich das Gefühl beschleicht, irgendwie die Orientierung verloren zu haben,  aber das mag daran liegen, dass ich die Gegend nicht gut genug kenne und irgendwie sieht das momentan eh alles gleich aus. Plötzlich stehe ich vor dem Ortsschild „Charlottendorf-West“

-wo bin ich-

Diese Frage kann ich schnell klären da am Ortseingang eine Umgebungskarte steht. Der Platz vor der Infokarte ist natürlich nicht geräumt und so stehe ich in 20 cm tiefem Schnee und versuche mich zu orientieren, während mir der Schnee in den Schuh rieselt.

OK, ich bin falsch abgebogen und bin im Nachbarort gelandet, ich könnte jetzt natürlich einfach wieder umdrehen, aber da ich lieber Rundkurse laufe, versuche ich mir eine andere Wegvariante einzuprägen. Jetzt gleich links Richtung  Charlottendorf-Ost und dann die nächste Straße wieder links zurück Richtung Littel. Ich laufe wieder auf einem schmalen Sträßchen, mir fällt auf, dass nirgends gestreut ist. Etwas Splitt würde das Fortkommen erheblich verbessern.  Wenn ich so drüber nachdenke fällt mir auf, dass die Größe des Streugutkörnung mit der geografischen Breit nach Norden hin abzunehmen scheint. Während noch in Österreich die Korngröße bei stattlichen 10 -15 mm liegt, ist die Körnung in Bayern und Baden-Würtenberg bei durchschnittlich 5mm. Hier im Norden scheint man überhaupt  nicht mehr zu streuen. Und gerade hier ist die Dichte der Sommerreifenfahrer besonders hoch. Eben hat mich wieder ein Kleinwagen mit durchdrehender Vorderachse überholt… Hätte der Motor nicht so geheult, ich hätte den Wagen nicht gehört, da der Schnee sämtliche Geräusche schluckt.

Eigentlich hätte die nächste Abzweigung nach ca. 1 km kommen sollen, bisher war da aber nix, nach 2km kommt endlich eine Straße. Der Name der Straße lautet anders als der, den ich mir versucht habe einzuprägen. –egal- ich muss hier links ab, sonst komme ich bis zur Bescherung nicht mehr nach Hause. Die Straße geht nun kilometerlang gerade aus. Am Horizont kann ich ein kleines gelbes Auto erkennen, das alle 100 Meter anhält. Da werden wohl noch die letzten Pakete ausgeliefert.  Es pfeift mir ein eisiger Wind entgegen. Ich habe das Gefühl ich stehe. Meter für Meter kämpfe ich mich weiter. So langsam wird’s anstrengend und ich beginne mich zu fragen, was mich geritten hat heute und hier zu laufen. Es ist Weihnachten und ich stolpere hier durch die Gegend. Irgendwann bin ich mit dem Postboten auf gleicher Höhe, ich grüße Ihn mit einem „Moin“, Der Postbote winkt mir zu während er durch den Schnee zu einem Hof stapft.   Das nächste Ortschild läßt mich aufatmen, „Littel“, ich weiß wieder wo ich bin. Ich laufe durch den Ort, zurück auf die Bundesstraße die mich zurück nach Wardenburg führt. Die einzigen Fußspuren auf dem Radweg sind von mir. Ich habe zwar keine Kraft mehr, aber ich stelle fest, dass meine Schrittlänge zugenommen hat, ich schaffe es nicht in meine eigenen Stapfen zu treten. Ist das das Geheimnis des negativen Splitts?

Aus meinen Gedanken reißt mich ein hupendes Auto das neben mir langsamer wird, es ist der Postbote und fragt, ob er mich ein Stück mitnehmen soll,  ich muss ein fürchterliches Bild abgegeben haben, aber diese Schmach kann ich nicht zulassen, dass mich die Post auf dem Hof der Schwiegereltern abliefert. Ich lehne dankend ab, und versuche zu lächeln.

Ziemlich KO, und vollkommen durchgeschwitzt komme ich zu hause an.  15 km stehen auf der Uhr, bei einer durchschnittlichen Pace von 5:20, nicht schlecht, aber ich bin völlig alle.  5 km gegen den Wind kann mit jedem Bergtraining mithalten. Das wars, die nächsten paar Tage wird nur noch gechillt.  Scheiß auf Dein Trainingsplan. Ich überlege meine dampfenden Schuhe gleich ins Auto zu packen,  damit ich nicht nochmals in Versuchung  geführt werde.

Ich komme in die warme Küche, meine liebe Familie schaut mich ungläubig an, „Wie? Du warst Laufen? Bei dem Schnee, du spinnst ja!“ Trotzdem bringt mir meine Tochter eine Flasche Vilsa (das beste Mineralwasser Norddeutschlands).  Der Inhalt der Flasche verdampft noch in meiner Kehle bevor er den Magen erreicht.  Während ich saftend auf der Küchenbank sitze und in Gedanken mein Läuferjahr abschließe, macht mich meine Schwägerin charmant darauf aufmerksam doch mal die Dusche aufzusuchen. „Ich glaube Dein Deo hat versagt“. Mit wackligen Knien erklimme ich die steile Treppe zu unserem Zimmer. Ich werde den heilig Abend wohl im Bett verbringen müssen, denn die Treppe komme ich nicht wieder runter…

Unter der warmen Dusche, kommt etwas verspätet das „Runners High“ „Mensch ist das schön“ durchströmt es mich . Die Glückshormone fangen an zu blubbern. In Gedanken feile ich schon wieder an meiner nächsten Tour, diesmal aber gleich eine richtig  große Runde. Aber erst morgen, jetzt freue ich mich auf  Heilig Abend mit den Kindern.

Ich wünsche Euch allen schöne Weihnachten, und viele tolle Laufmomente für 2011.

-timekiller-

Es ist ein Drama, die letzte Woche war schlimmer als befürchtet. Jede Menge Arbeit, und eine Feier, zu der ich vollkommen ausgehungert einlaufe und nach dem Aperitf schon ziemlich beschickert bin. Ich realisiere langsam, dass ich in einer schicken Vinothek nicht auf Bier umsteigen kann, auf bleifreies schon gar nicht.  -egal- Ich baue auf ein opulentes Menü und trinke mit den Kolleginen noch ein Gläschen.  Dummerweise haben schnieke Vinotheken die Eigenheit, daß die servierten Speisen zwar äußerst schmackhaft sind, jedoch nur in homöopatischen Dosen angeboten werden.  Nach der Nachspeise knurrt mir noch der Magen. Über das Vakuum im Magen macht sich allmählich der großzügig ausgeschenkte Schwarzriesling her. Ich bin kein Weinkenner, ich kann gerade mal Weiß- von Rotwein unterscheiden, aber irgendwie schmeckte der Wein nach „Lambrusco“. Oje, hoffentlich ähnelt sich nur der Geschmack…

Den Samstag habe ich dann (bei wunderschönem sonnigen Winterwetter), mit meinem Kater im Bett verbracht, der Kater schnurrte nicht,  er brummte ganz gehörig. Bis 20:00 Uhr musste ich einigermaßen wieder hergestellt sein, denn da ging es schon wieder zur nächsten Feier. Die beste Freundin meiner Gattin hatte zum Geburtstag geladen, aus der Nummer kam ich nicht raus. Ich hatte noch inständig gehofft, dass der Babysitter absagt, aber nix wars….

Vom Wein habe ich mich an diesem Abend fern gehalten, und nach dem ersten Bier kamen auch die Lebensgeister zurück,  aber ich war angezählt…, um 4 Uhr hatte meine Frau ein Einsehen, und nahm mich aus dem Ring.

Der Sonntag stand dann leider im Zeichen der Arbeit, ich musste bis Montag noch ein gaaaaaanz dringendes Konzept für ein Projekt fertig machen, das schon seit August vor sich hindümpelt, und jetzt, noch vor Weihnachten in die Spur gebracht werden soll. Also ignorie ich  das schöne Wetter, und verschiebe meinen geplanten (längeren) Lauf auf Nachmittag.  Aus dem Nachmittag wird natürlich wieder Abend und in der Dämmerung begebe ich mich auf meine Runde rund um den  Schlosspark Nymphenburg, am Kanal entlang, und noch eine kleine Schleife durch den Olympiapark.

Kurz vor dem Schloß kommt mir eine junge Frau entgegen und strahlt mich an, -mensch-, die sieht aus, als wolle sie Dich gleich um meine Telefonnummer bitten,  aber wer spricht schon einen Jogger an. Da spricht mich die Frau  tatsächlich an, und fragt: „Entschuldigung, können Sie mir sagen wo die nächste Telefonzelle ist?“ -???- Telefonzelle, gibts sowas noch? Öh, keine Ahnung, seit dem die Telekom die gelben Häuschen abgebaut hat, übersieht man die ja gerne. Ich kann Ihr leider nicht helfen.

(aus Garmin Connect)

Ansonsten begegne ich sonst fast niemandem mehr, die anderen Läufer haben alle das schöne Wetter am Vormittag genutzt. Der Lauf erweist sich als äußerst anstrengend, bei jedem Schritt bereue ich mein ausschweifendes Leben der letzten Tage. Bis Silvester ist Askese angesagt. Absolute Enthaltsamkeit…

Im Olympiapark, ist der Weg am See unterhalb des Olympiabergs aufgrund des geplanten Weltcup Slaloms  gesperrt. Ich ignoriere jedoch die Umleitung durch den abgelassenen See, und laufe durch das offene Absperrgitter. Hundert Meter weiter stehe ich vor einem riesigen Schneeberg, der mir den Weg versperrt.  Ich versuche das Hindernis zu erklimmen, bzw. zu umrunden und sinke dabei bis zum Knie im Schnee ein. Auf der Rückseite des Berges stehen zwei Streifenwagen der Polizei, die wohl auch die Absperrgitter ignoriert haben und sich im Tiefschnee festgefahren haben. Was die hier verloren haben ist mir schleierhaft, aber  als braver Bürger helfe ich den Streifenhörnchen Ihre Diestfahrzeuge wieder auf befestigte Wege zurück zu schieben. Nach 1:38 komme ich dann wieder zu hause an. Ich bin die 17 km Runde schon schneller gelaufen, aber da war auch ich und die Strecke in einer wesentlich besseren Verfassung, außerdem musste ich da nicht als ADAC-Helfer einspringen.

Die Weihnachtszeit ist nicht für Läufer gemacht, jedenfalls nicht für Läufer, die beim MRRC Silvesterlauf Ihre PB knacken wollen.  Wer „rastet der rostet“, diese Erfahrung ziehe ich aus dieser Saison. Ich hatte letztes Jahr einen guten Herbst mit einer PB beim 10 km Lauf anläßlich des München Marathons, danach gönnte ich mir eine vier wöchige Laufpause, und kam danach nicht mehr richtig in die Spur. Erst nachdem ich diesen Sommer die Wochenkilometer von 20 km auf  35-40 km hoch gesetzt habe, stellten sich erste Erfolge ein.

Und jetzt boykotiert mich die Vorweihnachtszeit. Vom Wetter, bzw. Laufbedingungen will ich ja gar nicht reden, es sind viel schlimmere Versuchungen die einen vom Laufen abhalten.

-Weihnachtsfeiern-

Eigentlich hat man ursprünglich keine rechte Lust, gehört dann aber immer zu den Letzen, die anschließend  noch um die Häuser ziehen. An Laufen ist am „Day-After“ nicht zu denken.  Die inoffiziellen Weihnachtsfeiern, der einzelnen Abteilungen/Kunden/Kollegen, bzw. die spontanen Glühweinverabredungen nach Feierabend sind noch viel schlimmer, da diese spontan sind, und den mühsam ausgetüftelten Trainingsplan, beim zweiten Rumpunsch einfach löschen.

Das Ergebnis ist, dass ich letzte Woche gerade mal läppische 20 Wochenkilometer auf der Uhr hatte.

So kann das nicht weiter gehen. Seit Wochen vernachlässige ich meine langen Läufe am Wochenende. Dieses Wochenende konnte ich Samstags nicht wegen der Weihnachtsfeier vom Freitag, und am Sonntag war ich mit der kleinen im Schneetreiben am Spitzingsee beim Skifahren, und habe am Pflugbogen meiner Tochter gefeilt. Anschließend wollte ich noch an meiner Ausdauer feilen und dafür einen langen Lauf um das Nymphenburger Schloß einbauen, aber das wusste meine Frau mit einem leckeren 3 Gänge Menü und einer guten Flasche Wein zu verhindern.

-ich bin so schwach-

Also, bin ich gestern los, und habe mir zur Strafe 3 x die Bezwingung des Olympiabergs auferlegt.  Ich mach es kurz, ich habe nur zwei Besteigungen geschafft.  Beim zweiten Abstieg  hat es mich, auf einer Eisplatte, so bärenmäßig auf den Arsch gehauen, dass ich danach nur noch wimmernd nach hause humpeln konnte.  Bei 75 kg Kampfgewicht kann ich nicht behaupten, dass der Sturz durch die 15,3 % Körperfettanteil irgendwie gedämpft worden wären.  Die Nacht habe ich jamernd auf dem Bauch geschlafen, und heute arbeite ich auch eher im stehen.

Es sind jetzt noch 10 Tage , eine Weihnachtsfeier und eine Geburtstagsfeier bis Weihnachten.  Die Weihnachtstage bei den Schwiegereltern stelle ich einfach unter das Motto „extreme Carboloading“. Wenn ich über die Feiertage täglich laufe werden sich die Auswirkungen der Weihnachtszeit hoffentlich in Grenzen halten.

Da hatte es am Sonntag noch -5 °C, die Tage davor waren sogar noch kälter. Sonntag Nacht beginnt es zu regnen, und Montags muss der Regenerationslauf ausfallen, weil es wirklich ecklig war, Regen, überall Schneematsch und riesige Pfützen durch die man hätte durchschwimmen können. Gut, nach dem Lauf am Sonntag habe ich mir ein bisschen Ruhe verdient.

Am Mittwoch hatte es dann bei uns über 10°C, sogar noch abends um 21:00 Uhr.  Nach drei Tagen Ruhe, konnte ich gar nicht anders als meine Schuhe zu schnüren, und auf meiner Stammstrecke im Olympiapark etwas zu traben. Es fühlte sich gut an, nix schmerzte, nix zwickte, der Puls blieb in normalen Regionen, ein wirklicher Genusslauf. Bei dem Temperatursprung von 15° fühlte ich mich als sei ich im Urlaub. 55 Minuten für die 10 km standen schlußendlich auf dem Tacho.

Der münchner Schnee ist in den letzten Tagen  gänzlich weg geschmolzen, nur noch kleine Schneehäufchen zeugen vom Winter. Und natürlich die etwas größeren Schneehaufen am Olympiaberg und im Olympiasee. Hier soll am 2. Januar im Rahmen der Audi FIS Ski Worldcup ein Paralleslalom ausgetragen werden.  Während der kalten Tage wurde hier zusätzlich Kunstschnee produziert. Über die sinnhaftigkeit solcher Veranstaltungen läßt sich streiten… (ich gehe aber trotzdem hin.)

Über Nacht wurden wir dann wieder in den Winter zurück katapultiert, wie ich heute morgen aufwache, liegt draußen wieder eine geschlossene Schneedecke (5cm)  und es hat wieder -1°C.

-Alles wie gehabt-

Ungünstiger hätten die Bedingungen nicht sein können, um beim Nikolauslauf am Samstag seine persöhnliche Bestzeit zu knacken. Wie in ganz Deutschland liegt in München eine geschlossene Schneedecke, und die Wege und (Neben-)Straßen sind schnee- und eisverkrustet. Der Nikolauslauf ist Teil der Winterlaufserie, bestehend aus einem 10  km, 15 km und 20 km Lauf.  Ich bin dieses Jahr zum dritten mal am Start.

Nach 51:51 in 2008, 51:56 in 2009 wollte ich nun wenigstens  diese Zeiten unterbieten. In den Jahren zuvor wurde der 10km Lauf allerdings auf einer anderen Strecke durch den Olympiapark gelaufen. Ein direkter Vergleich ist daher nicht ganz gegeben.

Ob ich überhaupt an dem Lauf teilnehme  war bis Samstag Mittag nicht wirklich sicher. Meine Läufe unter der Woche sind mir sichtlich schwer gefallen und ich fühlte mich ein bisschen schlapp. Samstag Vormittag, hatte ich etwas muse und stöberte durch meine Lauf-Blog-Bookmarks und bin auf den Bericht von runningfreak über sein Debüt beim 24h Lauf gestoßen. Angestachelt von dieser außergewöhnlichen Leistung, konnte ich nicht anders als meine Sachen zu packen und mich um meine eigenen Grenzen zu kümmern. -50er Grenze heute bist du fällig-.

Da ich nicht gerne friere, habe ich mich bei -4 °C  warm eingepackt und bin um 14 Uhr locker in den Olympiapark gejoggt. Auf dem Weg dorthin, kamen jedoch erste Zweifel, ob heute eine günstige Gelegenheit sei, seine Grenzen auszutesten. Die Wege bis zum Olypiapark waren tief zerwühlt, ein laufen/joggen war schwierig bzw. sehr anstrengend. Die Wege im Park waren jedoch bestens geräumt und gestreut. Ich bin dann doch  völlig nassgeschwitzt und schon mit einem Puls von 175 in der Olympiaschwimmhallen angekommen, wo die Startnummern abgeholt, und man sich umkleiden konnte. Beim Eintritt in die aufgeheizte Schwimmhalle, legte meine Schweißproduktion nocheinmal zu. Ich fühlte mich wie ein Würstchen in einem Dampkochtopf aus Polyester. Ich glaube aus meine Kragen sind kleine Dampfwölkchen aufgestiegen…

Erstmal aus den Schichten gepellt und trochen gelegt. Ich beschloss bei dem Lauf mit einer Schicht weniger anzutreten. Wieder draußen wars dann doch etwas frisch, aber da musste ich jetzt durch -schlotter-.

Nikolauslauf rund um den Olympiaturm

Ich sortierte mich im mittleren Starterfeld ein, und um punkt 15 Uhr wurde gestartet. Fest entschlossen, mich diesmal nicht gleich wieder nach den ersten 400 Metern abhängen zu lassen, bin ich munter losgalopiert. Bei Kilometer eins stand 4:37 auf der Uhr, nicht schlecht, jetzt ein bisserl vom Gas, sonst geht mir hintenraus die Puste aus. Wie ich noch in Gedanken meine Renntaktik durchgehe knalle ich, in höhe der BMW-Welt, an der kurzen Ansteigung zur Brücke, beinahe auf einen Rollstuhlfahrer, der sich offensichtlich im Schnee festgefahren hat. Ich kann gerade noch ausweichen, und überlege kurz den ADAC zu rufen, habe aber kein Handy dabei, OK, ich komme in der nächsten Runde  ja nochmal vorbei, wenn er dann noch da steht,  schiebe ich Ihn den Buckel vollends rauf.

Der Rundkurs durch den Olympiapark war zum Teil Eis- und Schneefrei, über weite Passagen ging es aber über festgetrampelten Schnee. Am See entlag, war das Geläuf  etwas weicher und  ziemlich zerwühlt und es fiel mir schwer das Tempo zu halten. Irgendwie hatte ich Probleme meine Kraft verlustfrei in Vorschub zu wandeln.  Vor mir  lief eine dreier Läuferkette, hinter der ich schon seit einem Kilometer herdackelte, es fehlten mir aber die nötigen PS um an der Gruppe vorbei zu ziehen. Da nagelt ein kleiner, älterer Mann (ca. 60 Jahren), mit kleinen Trippelschritten an uns vorbei. -Holla-   der läuft ja mit einer ganz anderen Übersetzung, das ist wohl der Geländegang. Mal sehen, ob ich das auch drauf habe! Ich erhöhe die Schrittfrequenz und reduziere die Schrittlänge und tippel ebenso an den drei Musketieren vorbei. Ich versuche an der Senioren-Nähmaschine dran zu bleiben, aber ich bin diese Gangart nicht gewohnt, und muss Ihn ziehen lassen.

Sonst läufts, vor allem meine Nase, die legt sich so richtig ins Zeug. Die Kapazität meines Ärmels ist bald erschöpft, -noch einmal wischen-, gleich kommt der Fotograf bei der Zwischenzeit, da möchte man ja nicht wie ein Niagarfall- Imitator aussehen.

Die ersten 5 Kilometer bewältigte ich jeweils unter 5:00 Minuten pro Kilometer und nach 24 Minuten überquerte ich die Zwischenzeitmatte. -Perfekt- jetzt, das Tempo halten.

Bei Kilomter sieben fängt mein MP3 Player an in regelmäßigen Abständen zu quitschen, komisch? Irgendwie wird das Quietschen lauter, moment, das ist kein Quietschen es ist eher ein Stöhnen? Mein MP3 kann stöhnen? Ich blicke mich um und  sehe einen Frau die bei jedem ihrer Schritte laut stöht. -Weiea-, ist wohl eine Tennisspielerin, vielleicht gar Monica Seles? Das Stöhnen ist so laut, dass ich mich nicht auf meinen Rhytmus konzentrieren kann, -ich muss hier weg-, also versuche ich das Tempo zu erhöhen, und versuche vor dem ächzenden Elend zu fliehen. Die Frau jagt mich förmlich über die letzten drei Kilometer. Kurz vorm Ziel, an der letzten Steigung zum Olympiastadion, zünde ich meine -timekiller- Rakete und kann noch einige Läufer kasieren, zum Ziel geht es dann nur noch bergab, mit Karacho rase ich durch den Erdinger-Alkoholfrei Pavilion, in dem sich die Zielmatte befindet  und zerschelle dabei um ein Haar am Moderator der Veranstaltung, „Peter Maisenbacher“,  der es sich auch bei 800 Teilnehmern nicht nehmen läßt, jeden Finisher persöhnlich abzuklatschen. Bei uns war der Kontakt etwas stürmischer… Sorry.   Dann der Blick zur Uhr, handgestoppte 48:49!  -Jaaawollll- PB nur knapp verpasst, aber bei den Bedingungen haue ich jetzt ein Ei drauf.  Brutto kommt da noch ein bisschen was drauf, aber es bleibt deutlich unter 50 Minuten.

Völlig fertig schleppe ich mich in die Olympiaschwimmhalle zur Zielverpfelegung. Ich alter Amateur greife mir eine handvoll Schokoladenlebkuchen. In meiner dampfenden Hand, schmilzt schlagartig die Schokolade, binnen Sekunden saue ich mich ein, -prima-,  ach egal, kommt alles an den Ärmel.

Sogar am Erdinger Stand hat sich noch keine Schlange gebildte, wow, das ist doch die wahre Auszeichnung…

Nach drei weiteren alkoholfreien Weißbieren gings dann wieder nach hause.

Aber langsam, gaaaanz langsam.

Schnell noch die Laufschuhe geputzt und rausgestellt, vielleicht bringt der Nikolaus ja ein neues Laufshirt.

Winter, ja, es ist Winter! Wie eigentlich alle Läufer-Blogs gemeldet haben, ist in den letzten Tagen Schnee gefallen. Und bisher musste ich sagen,

-Na und?-

Ich liebe Schnee. Ich war so geil aufs Skifahren, dass ich letztes Wochenende mit einem Freund nach St. Anton zum „Ski-Opening“ gefahren bin.  Das ironische dabei ist, daß dort eigentlich kaum Schnee lag und der XXL-Riesentorlauf (der eigentliche Grund meiner Anreise) wegen Schneemangels abgesagt worden ist. So kam es, daß wir uns am Wochenende auch eher den leiblichen Genüsse hingegeben haben , und das sportliche so ein bisschen ins Hintertreffen geraten ist. Anstatt 10 km laufen auf der alten Bahnstrecke von St. Anton,  hatte ich eher 10 dunkle Weißbier (aus der Flasche) auf der Tanzfläche vom „Postkeller“.

Nach diesem schnee- und  sportarmen Wochenende komme ich nach München zurück, und am nächsten Morgen wache ich in einem Winter(alb)traum auf.

-Super, Schnee in der Stadt!-

Winter in München

Das ist die Hölle!  Der Verkehr bricht schlagartig zusammen, sobald die ersten Schneeflöckchen den Asphalt des Mittleren Rings berührt haben.

OK, das ist mir sonst eigentlich schnuppe, da ich zum Glück die meisten meiner Erledigungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen kann.

Aber ich will läuferisch noch keine Winterpause machen, schließlich steht am Samstag der Auftakt zur Winterlaufserie auf dem Plan, und da wollte

ich den nächsten Angriff auf meine 50:00 Minuten Grenze starten. Und jetzt sowas. Schnee, viel Schnee. Ahhhh…

-Wo ist eigentlich die Klimaerwärumung wenn man sie mal braucht-

Gestern habe ich trotzdem meine geplante Trainingseinheit abgespult, war zwar etwas ruchtschig, aber es ging. Aber es schneit ja  weiter, ich glaube ich brauche auch Ketten für meine Renn-Pantoffel.

Heute hatte ich zudem einen fürchterlichen Tag, unvorhergeshene Termine haben mich gezwungen doch das Auto zu bemühen, so saß ich Stunden in meiner Kiste gefangen, war  und ich ewig gebraucht habe um von A nach B, C, D  zu kommen. Mittlerweile liegt hier wirklich viel Schneee. Das suchen nach Parklücken wird zum Ausdauersport, dort wo früher Parklücken waren, türmen sich jetzt Schneemassen auf. Wenn man das Glück hat eine Parklücke zu finden, hat man keine Ahnung ob man da vor der nächsten Schneeschmelze wieder rauskommt.

Alles Weiß, wo man hinblickt, … Und dann kommt man um 21:30 endlich nach hause und freut sich auf den Feierabend, und dann ist nur noch Weißwein da.

-Whaaaaaa!!!-

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