Archive for Dezember 2013

IMG_4634Ich bin zur Zeit beim Flachlandtraining in Oldenburg. Bergluft wird total überbewertet.  Für mich kann es zu Weihnachten nichts Schöneres geben als das Oldenburger Land. Mit meinem Flachlandtrainer Volker ging es am Vormittag des Heiligabends durch die Osenberge (das ist eine bewaldete Sanddüne) und durch das Barneführer Holz. Aufgrund diverser Navigationsschwierigkeiten standen dann auch gut 13 Kilometer auf dem Tacho. Wenn es nach mir gegangen wäre hätte ich noch ewig mit Volker laufen können, aber der 24.12. bietet da wenig Spielraum.

IMG_0171Nachdem es am Heiligabend etwas später wurde, lief ich am späten Nachmittag des ersten Weihnachtsfeiertages zum Ausnüchtern alleine um die Thülsfelder Talsperre. Da es im Norden schon kurz nach 16:00 Uhr duster wird, musste ich schauen, dass ich wiedert zu meinem zurück Auto finde.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag stand wieder ein gemeinsamer Lauf mit dem Deichläufer Volker auf dem Programm, es gab ja noch viel zu erzählen. Zu den Ahlhorner Fischteichen sollte es diesmal gehen. Leider musste Volker den Lauf kurzfristig absagen, sodaß ich fluchs meine Frau als Trainingspartnerin rekrutieren musste.

Der Schwiegervater schickte uns zum Laufen in den Litteler Fuhrenkamp, das ist ein Forst in der Nähe einer militärischen Schießanlage.  Weshalb wir ausgerechnet dort laufen sollten verriet er aber nicht. Ist die Anlage während der Weihnachtsfeiertage in Betrieb? Muss ich mir Sorgen machen?

In Norddeutschland wird es nicht nur früher dunkel, sonder auch später hell. Wenn der Himmel bedeckt ist, hat man das Gefühl dass es überhaupt nicht Tag werden möchte.  Der Nebel lieferte sich auch nach 10:00 Uhr noch eine erbitterte Schlacht mit den ersten Sonnenstrahlen. Die dicken Nebelschwaden sollten noch bis weit nach 12 Uhr die Herrschaft über das Land haben. Es war eine tolle Stimmung, alles wirkte wie in Watte gepackt.

Ich war etwas erstaunt, dass wir bei dem Wetter nicht alleine im Forst waren. In der Ferne sahen wir immer wieder vereinzelte  Radfahrer und Spaziergänger. Alle machten irgendwie den Eindruck dass sie nach etwas suchten. Was ist hier los? Wer geht  vor dem Mittagessen schon zum spazieren? Familien die uns entgegen kamen sahen uns fragend mit großen Augen an. Sind wir Läufer so exotisch?  Nein, kurze Zeit später begegnete uns ein älterer Jogger.  Er zwinkerte uns zu und nickte mit dem Kopf mehrmals nach links. Hä??? Hier ist doch was faul. Bei der nächsten Kreuzung bogen wir einfach mal nach rechts ab. Die Forststraße in die wir einbogen war eher ein Feldweg der schon lange nicht mehr befahren wurde.

Nach hundert Metern standen wir plötzlich vor einem festlich geschmückten Tannenbaum.

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-???-

Später erfuhren wir, dass seit gut 25 Jahren jedes Jahr im Litteler Fuhrenkamp auf wundersame Weise ein Tannenbaum geschmückt wird. Immer an einer anderen Stelle. Niemand weiß wer dahinter steckt.

Vielleicht ist es ja der Weihnachtsmann.

Man kann ja eigentlich gar nicht mehr ohne. Also ohne Pulsuhr. Ja, ich weiß der Genussläufer braucht solch Chichi nicht, aber die etwas ambitionierteren Läufer unter uns, wagen sich ohne Ihre Laufcomputer nicht mehr auf die Strecke. Alles muss getrackt, gemessen und anschließend höchst wissenschaftlich analysiert werden. Mit profanen Excellisten begnügen sich nur noch die Puristen.  Ein Traum für jeden Statistik Fan sind die neueren Modelle, die den ganzen Datenwust direkt ins Internet laden. Anhand schöner Schaubilder und Tabellen lässt sich dann der Trainingszustand des Athleten ablesen.

Meine erste Pulsuhr habe ich vor 6 Jahren bei einem Discounter erstanden. Eine robuste Stoppuhr mit HF Messung. Als die Distanzen mit der Zeit Stück für Stück länger wurden, und man  öfters in unbekanntem Terrain unterwegs war, wollte man natürlich wissen „wie weit ist man denn gelaufen“ und vor allem „wo war man überhaupt“. Der Ruf nach einer GPS-Laufuhr wurde lauter. Da ich zwischenzeitlich auch das Radeln und das Schwimmen für mich entdeckt hatte, sollte es eine Multisport-Uhr bzw. ein Triathlon-Uhr sein. Das Angebot in diesem Segment ist aber noch sehr übersichtlich und meist mit einer größeren Investition verbunden.

Daher las ich mit großem Interesse  die Pressemeldung von TomTom , die im Spätsommer in meinem Postfach gelandet war:

TomTom Runner und TomTom Multi-Sport GPS-Uhren ab sofort erhältlichIMG_4532

Da mich das Multisport Gerät wirklich interessiert hat, habe ich von der Presseagentur ein Testgerät angefordert. Für zwei Monate wurde mir der TomTom Multisport inkl. Textil Pulsgurt und Fahrradhalterung zur Verfügung gestellt.

Der erste Eindruck

IMG_4550Die Uhr punktet beim Design. Selbst bei der Verpackung wurde nichts dem Zufall überlassen.  Die Uhr selbst hat ein revolutionäres schlankes Design und besticht durch seine simple Bedienung. Das Uhrengehäuse besteht nicht wie sonst üblich aus dem üblichen Gehäuse unter  der LCD-Anzeige, sondern das Gehäuse wurde in Richtung des Armbandes etwas verlängert. Dort haben die Designer die Steuerungseinheit platziert. Ein neues Konzept zur Bedienung von  Digitaluhren, weg vom 4-Knopfsystem hin zur Multifunktionstaste. Über die Multifunktions-Wipptaste läßt sich die Uhr wirklich idiotensicher bedienen.  Der verlängerte Gehäuseteil  ist gleichzeitig Anschlussverbindung für die Dockingstation, worüber die Uhr geladen bzw. die Daten auf den PC geladen werden können. Das eigentliche Armband ist austauschbar und  in unterschiedlichen Farben erhältlich. Ein Feature, das den normalen Sportler weniger interessieren dürfte, aber der modischere Typ bzw. Frauen, die gerne ihre modischen Accessoires aufeinander abstimmen werden sich darüber freuen, denn die TomTom Multisport Uhr kann (oder muss?) auch als Alltagsuhr getragen werden. Daher verwundert es nicht, dass man die Uhr überhaupt nicht ausschalten kann. Im „Uhrenmodus“ hält die Batterie locker über eine Woche. Im GPS-Modus angeblich bis zu 10 Stunden. Mir ist allerdings mehrmals passiert, dass die Uhr im Training Schlapp gemacht hat, da Sie im Vorfeld schon einige Tage im Uhrenmodus lief. Etwas irritierend ist auch, dass der Uhr kein Netzteil zum Aufladen beigelegt ist.  Man geht wohl davon aus, dass der geneigte Sportler ohnehin ein USB Netzteil von seinem SmartPhone besitzt. Andernfalls muss die Uhr eben über die heimische EDV geladen werden.IMG_4538

Apropos EDV, die Uhr sollte nach dem Auspacken dringend mit der neuesten Firmware gefüttert werden, ansonsten macht die Uhr keinen Spaß. Firmware Versionen unter 1.5 sind noch sehr buggy. Viele Probleme, von denen andere Tester berichtet haben werden durch die letzten Updates gefixt, so lassen sich zum Beispiel laufende Trainings nicht mehr so leicht über die Wipptaste beenden und die Uhr verfällt auch nicht immer in den Demo Modus nachdem  die Uhr am PC angeschlossen war, bzw. speichert dann  auch die korrekten Spracheinstellungen.

Das Update der Firmware lief bei mir übrigens ganz zügig. Nach ca. einer halben Stunde war die Sache gegessen (der Vorgang ist natürlich abhängig von der Internetanbindung für den Download).

Laufen

Im Laufmodus können zunächst  unterschiedliche Ziele und Trainings ( einfache Intervalle, Rennmodus (ab Firmware Version 1.4.1)) definiert werden, oder aber man startet die Uhr einfach ohne Ziele bzw. Trainings. Wenn allerdings kein Satellitensignal vorhanden ist, lässt sich das Training nicht starten. Im freien findet die Uhr aber sehr schnell ein Ortungssignal. Aber laufen ohne Satellit geht nicht, da muss man dann im Notfall auf den Laufband-Modus (s.u.) umschalten, ein Wechsel des Betriebsmodi während des Trainings ist aber nicht möglich.

Ist das Training gestartet, werden in großen Ziffern die einzelnen Trainingsparameter auf dem Display angezeigt. Allerdings nicht alles im Überblick, sondern jeder Wert einzeln. Mit der Wipptaste kann dann zwischen den Anzeigen gewechselt werden. Ein Umstand der sich kompliziert anhört, aber nur stört wenn man die Uhr testet. Im normalen Training interessieren einen ohnehin nur wenige Werte. Nebenwerte wie bsp. Distanz oder Zeit lassen sich in zwei kleineren Feldern über der Hauptanzeige anzeigen. Dieses Feld ist  aber etwas klein geraten, da muss man schon gute Augen haben, bzw. genau hinschauen.

Ansonsten fällt auf, dass die aktuelle Pace nicht sehr genau ist. Die einzelnen Splits stimmen dann aber wieder.

Anzumerken ist, dass der TomTom  Multisport über einen integrierten Schrittsensor auch auf Laufbändern eingesetzt werden kann, ein Feature, das ich sonst von keiner anderen Uhr kenne.  Für sinnvolle Ergebnisse muss aber dieser Modus  zuvor mit der Schrittlänge (rechts-links-rechts) kalibriert werden.

TomTom_Banner

Radfahren

Den Bikemodus habe ich selbst nicht getestet, da meinem Modell kein Kadenz/Geschwindigkeitsmesser beilag. Dieser Sensor kann nachträglich  für 60€ bezogen werden, bzw. man entscheidet sich gleich für das Komplettset für 299€  inkl. Kadenz-Sensor und Höhenmesser. Aber ich habe mir IMG_4547mal die Zeit genommen, die Uhr samt beigelegter Fahrradhalterung an mein Tri-Bike Lenker zu schnallen.  Auf einem Triathlon-Lenker mit Aero-Bars steht aber traditionell wenig Platz zur Verfügung, auf einem normalen Rennrad läßt sich die Halterung sicherlich günstiger positionieren.

Ansonsten sind die Menüs und die Funktionen im Bikemodus gleich wie beim Laufen.

Schwimmen

Viel neugieriger war ich auf die Schwimmfunktion und war etwas enttäuscht als ich feststellte, dass der TomTom Multisport beim Schwimmen nur Bahnen zählen kann, und  das auch noch recht unzuverlässig. Eine GPS Funktion für Freiwasser gibt es nicht,  gerade da hätte TomTom  als GPS-Profi Punkten können.

Im Schwimmmodus muss zunächst die Poollänge eingestellt werden, ansonsten lassen sich auch hier Ziele wie Distanz und Dauer etc. einstellen. Ein Intervall-Training hat bei mir im Schwimm-Modus aber überhaupt nicht funktioniert, da wurde außer der Zeit überhaupt nix gemessen –nix-.  Kleinste Einheit für ein Intervall sind hier auch nur 100 Meter, was fürs Schwimmen etwas grob ist.

Beim ersten Schwimmeinsatz des TomTom Multisport war ich zwar freudig überrascht, dass ich meine 3000 Meter deutlich unter einer Stunde absolviert hatte. Aber eine Verbesserung von über 4 Minuten auf 1000 Meter kam mir dann doch spanisch vor.  Die nächsten Schwimmtermine absolvierte ich dann mit zwei Uhren, einmal den TTM und dann den Garmin 910XT.  Bis 1000 Meter war alles gut, doch dann zählt der TomTom immer häufiger mehr Bahnen, und das obwohl ich die Uhren nicht durch ein Wechsel des Schwimmstils verwirrt hätte. Am Ende von 3000 Meter Kraul hatte der TomTom dann meist zwischen 600 und 800 Meter mehr auf der Uhr.

Ein weiterer Punkt den ich nicht so toll finde, ist dass die Uhr zwar Multisport heißt, aber damit keine wirklichen Multisport-Events wie ein Duatlhon oder Triathlon erfasst werden können. Multisport ja, aber dann bitte alles schön nacheinander.

Auswertung

TT-MysportsNach erfolgtem Training steht die Auswertung auf dem Plan. Auf der Uhr selbst erhält man relativ wenig Informationen zu den getätigten Trainings, lediglich eine Übersicht mit den wichtigsten Werten wie Entfernung, Zeit, Durchschnittspace und HF sind zu sehen, aber das reicht ja meist auch.

Über die Dockingstation die per USB an den Rechner angeschlossen wird, lassen sich die Trainings auf den Rechner bzw.  ins Internet laden. Per Default werden die Daten direkt auf das MySports Portal von TomTom geladen.

Ein Löschen von Trainings direkt auf der Uhr, die z.b. im Alltagsmodus ausversehen gestartet wurden, ist nicht möglich. Dies muss dann umständlich auf dem Rechner  bzw. in den Portalen der Wahl gesehen. Eine Abfrage, welche Trainings übertragen  werden sollen erfolgt nicht. Nach der Übertragung werden die Daten komplett von der Uhr gelöscht. Allerdings stehen dann auch keine eigenen Trainings mehr zur Verfügung,  gegen die  man im Rennmodus antreten könnte. Ob das so gedacht war, ist fraglich.

Die Funktionen auf TomToms MySport Portal sind noch sehr eingeschränkt, das Portal befindet sich noch im BetaStadium. Außer dem Kurs und den Kurven zu Tempo, Höhe und Herzfrequenz gibt es hier nix zu sehen. Tabellen mit den einzelnen Splits sucht man vergebens. Auch lassen sich die Schaubilder nicht modifizieren, bzw. deren Maßstab verändern. Es ist zu hoffen, das da in Zukunft noch mehr kommt. So ist das MySport Portal etwas mager.

Positiv hingegen ist, dass sich die Trainings über den Connector leicht für andere Plattformen und in andere Formate exportieren lassen. Sind die Trainings aber erst einmal von der Uhr heruntergeladen, lassen Sie sich nicht mehr in andere Formate wandeln.

Mit Hilfe der Exportfunktion konnte ich beispielsweise meine Trainings, die ich mit dem TTM absolviert hatte, über das TCX Format  in mein geliebtes Runalyze importieren.

Ein hochladen von Trainings (bsp. für den Rennmodus)  oder gar GPS-Routen für den Marsch durchs unbekannte Terrain ist leider nicht möglich.

Preise

Der TomTom Multisport wird in unterschiedlichen Ausstattungen angeboten.  Das Basismodel ohne HF-Gurt ist für 199€ zu haben. Das Modell mit Brustgurt kostet 249€ und das Premimmodell mit HF-Gurt, Kadenz-Sensor und barometrischem Höhenmesser kostet 299€.

Die Running Modelle sind günstiger, und werden auch in unterschiedlichen Ausstattungen angeboten. Das Basismodell für 169€ und die Uhr inkl. Brustgurt für 219€

Fazit

Eine GPS-Uhr die beim Design und der Usability überzeugt. Die Erfassung der einzelnen Sportarten erfolgt zufriedenstellend, beim Schwimmen ist noch Raum für Verbesserungen.  Für den Gelegenheitssportler, der nicht auf Laufen Radeln oder Schwimmen festgelegt ist, für den ist  die TomTom Multisport eine gute Wahl. Für ambitioniertere Sportler und Triathleten die ausgefeiltere Trainings und wirkliche Multisportevents  brauchen, ist die Uhr eher nix.

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