Zum Wohle

Mittwoch, Mai 25, 2011

Unauffällig schlendere ich an der Bude vorbei, ist die Luft rein? Ich drehe um und sondiere die Umgebung. Es scheint mich niemand zu beobachten, soll ich? Ja, jetzt los, ich wage den Schritt, und stelle mich ganz unbeteiligt an der kurzen Schlange an. Als ich dran komme, raune ich dem etwas schmierigen Mann hinter dem Tresen leise meinen Wunsch zu, so leise, dass ich mich wiederholen muss. Ungläubig wiederholt er meinen Wunsch. Pssssst…, hinter mir wird gekichert. Der Mann  verdreht die Augen und macht sich widerwillig hinter der Theke zu schaffen. Ist der Wunsch wirklich so abwegig, leide ich unter Geschmacksentgleisung… endlich reicht mir der Mann meine Bestellung, eine

-Maß alkoholfreies Radler-

Ich zahle schnell, und versuche unerkannt im Gewühl des Biergartens unterzutauchen.

Ich bin im Hirschgarten mit Freunden verabredet, Münchens größtem Biergarten mit gut 8000 Sitzplätzen, hier wird das Biertrinken noch zelebriert und kultiviert. Eigentlich wollte ich heute noch laufen, aber mit ein zwei Maß intus würde das sicherlich nix mehr werden.

Trink halt a Radler, Du Depp!

Nö, das ist mir  a) zu süß und b) ist ja dann immer noch Alkohol drin, und Laufen und Alkohol gehen bei mir nicht recht zusammen.

So bin ich auf die abwegige Idee eines alkoholfreien Radlers gekommen. Durch das herbere alkoholfreie Bier (Clausthaler) schmeckt das Radler weniger süß. Eigentlich die einzige Möglichkeit „Clausthaler Alkoholfrei“ überhaupt trinken zu können.

Die Hersteller von alkoholfreiem Bier preisen ja gerne ihre Gebräue als Isotonische Sportgetränke an, aber stimmt das denn? Ist es ratsam, vor und nach dem Sport alkoholfreies Bier zu trinken?

Generell bin ich ja gerade auf der Suche nach dem richtigen Sportgetränk.

Letzten Herbst auf der Marathonmesse in München, habe ich die Produkte von Aktiv3 kennengelernt.  Am Stand von „Sanct Bernhard Sport“ hat mich der nett schwäbelnde Verkäufer schnell überzeugt die Produkte mal zu testen. Für meinen anstehenden Halbmarathon habe ich mir ein Starter-Kit anschwatzen lassen, das gleich am nächsten Tag auf  seine Tauglichkeit geprüft werden sollte.

Ich konnte jetzt zwar keine Leistungsexplosion feststellen, aber das wäre auch etwas zu viel verlangt gewesen. Da die Getränke und das Gel (Liquid Energy) schmackhaft waren und die Produkte im Ruf stehen, bekömmlich zu sein, da sie lactose-, fructose- und glutenfei sind, habe ich  schließlich 2 Dosen „ISOTON Energiedrink“ und 2 Dosen „REGENERATION Mineraldrink-Premium“ bestellt.

Fortan habe ich also vor jeder Einheit ein halben Liter Aktiv3 ISOTON  und nach dem Training  noch mal einen halben Liter Aktiv3 REGENERATION getankt. Den Rest meines leeren Tanks habe ich dann mit Mineralwasser wieder aufgefüllt.

Wie  jetzt im Frühjahr die Vorräte des Isotrinks zur Neige gingen, habe ich vor dem Laufen nur Wasser getrunken und danach ein alkoholfreies Erdinger und Wasser. Soweit so gut.

Was mir jedoch bei der Umstellung meines Trinkverhaltens auffiel ist, dass sich die Konsistenz meiner Verdauungsendprodukte wieder verfestigte. Litt ich doch in den letzten Wochen bzw. Monaten  unter latentem „Durchmarsch“. Ich habe das Ganze auf irgendeine Nahrungsmittel Unverträglichkeit geschoben und hatte auch die Taxofit Magnesium(350mg) Tabletten schon im Verdacht die ich jedoch bereits zum Jahreswechsel abgesetzt hatte.

Jetzt war ich doch baff, ob der schnellen Genesung meines Verdauungstracktes.

-???-

Hängt das wirklich zusammen? Hatte ich überdosiert? Zu häufige Anwendung? Eigentlich hatte ich mich an die Herstellerangaben gehalten, und 3-4 Trainings pro Woche sollten ja drin sein, schließlich richtet sich das Produkt an ambitionierte Amateure und Profis.

Bevor mich Sanct Bernhard nun mit einer Klagewelle überzieht und meinen Blog dicht macht, möchte ich festhalten, dass dies sicherlich nur eine persönliche Inkompatibilität mit einem der Bestandteile wie Maltodextrin, Saccharose, Zitronensäure, Trikaliumcitrat, Trimagnesiumcitrat, Niacin oder Calciumlactat ist, und andere Sportler damit womöglich überhaupt keine Probleme haben. Ich erwäge sogar,  Aktiv3 nochmals eine Chance zu geben und mich nochmals einem Test zu unterziehen, schließlich habe ich noch eine ganze Dose REGENERATION im Schrank stehen. Als Schwabe wirft man das teure Zeugs ja nicht weg. Wie lautet eine alte schwäbische Lebensphilosophie? „Lieber sich den Magen verrenken, als dem Wirt was schenken“

Dem letzten Triathlon-Magazin lag  eine Werbebroschüre von Aktiv3 bei, der ich entnehmen durfte, dass ISOTON nun in den Geschmacksrichtungen Pfirsich-Maracuja und Sauerkirsche angeboten wird. Weshalb wurde Granatapfel aus dem Programm genommen?  Na, an der Geschmacksrichtung wird’s ja nicht gelegen haben, oder doch?

Und,was trinke ich in der Zwischenzeit?

Mineralwasser ist OK, ist halt zum Carboloading nur bedingt geeignet. Zurück zur guten alten Apfelschorle?

Was trinkt Ihr VOR und NACH dem Sport?

Wasser, Apfelschorle, Sportgetränke, bleifreies Bier?

Ach, eigentlich wäre das doch ein tolles Thema für eine Blogparade

also los:

Blogparade – Sportgetränke

(bis 15.6.2011)

Regeln sollten ja bekannt sein, andernfalls hat Heiko Wache von Laufe Marathon das kürzlich erst schön  bei seiner Blogparade erklärt.

18 Comments

  1. ultraistgut sagt:

    Brauche ich alles nicht, trinke nur Mineralwasser, vor und nach dem Laufen,für den Mineralstoff-Haushalt versuche ich, mich gesund zu ernähren, viel Obst, Gemüse, ab und an zusätzlich ein kombiniertes Präparat Magnesium/Kalium – aus die Maus, ein preiswertes und bewährtes Unternehmen ! 8)

    1. timekiller sagt:

      Hallo Margitta,

      Danke für Deinen Kommentar zu dem Thema. Bei Deinem Laufpensum ist das wirklich ein wertvoller Beitrag.

      Grüße -timekiller-

  2. Volker sagt:

    Unmittelbar vor einem Lauf trinke ich nur Leitungswasser, wenn ich vor einem morgentlichen Lauf noch die Zeit und Muse habe gerne einen Becher schwarzen Tee, die Gerbstoffe im Tee beruhigen übrigens den Darm;-). Nach dem Lauf dann wieder Leitungswasser. Auf lange Läufe nehme ich mir leicht gezuckerten Zitronentee mit, damit komme ich ganz gut zurecht.

    Alles Fertiggemixte oder aus Pulver anzurührende ist mir zu süß und vor allem zu teuer.

    Darüber hinaus könne ich mir gegen gelegentliche Wadenkrämpfe täglich eine Magnesiumtablette aus dem Sortiment von Feinkost Albrecht.

    1. timekiller sagt:

      Läufst du mit Trinkrucksack, oder mit diesen „Patronen-Gürteln“.
      Bisher habe ich bei meinen langen Trainingsläufen ( bis max. 25 km) nie was zu trinken dabei. Über den Sommer möchte ich aber die langen Einheiten weiter ausbauen.

      Grüße -timekiller-

      1. volker sagt:

        Bis vor kurzem habe ich noch einen Gürtel mit einer Halbliterflasche auf dem Rücken benutzt. Nun habe ich so einen „Patronengürtel“, vier Flaschen mit insgesamt 0,8 Liter, der gefällt mir sehr gut.

        Ab zwanzig Kilometer nehme ich in der Regel etwas zu trinken mit, speziell bei sommerlicher Wärme.

        Zum Thema Marathonspezialmischung: Während meines Marathons habe ich mir einen Squeezy auf die vier Flaschen aufgeteilt und mit Wasser aufgefüllt. Schmeckt zwar nicht berauschend, aber fand ich besser als pures Wasser.

  3. Supermario72 sagt:

    Wie Margitta schon geschrieben hat, wichtig ist, seinen Vitamin-, Mineral- und Nährstoffhaushalt generell auf Trab zu halten. Dann bedarf es auch vor dem Laufen keines übermäßigen „Gehampels“.

    Ich ernähre mich auch gesund und abwechslungsreich. Dazu täglich ein Vitamin-Kombi-Präparat und extra Magnesium und fertig.

    Speziell zum Trinken – vor dem Lauf stilles Mineralwasser. Nach dem Lauf auch wieder Wasser, aber gern auch mal ein Pils oder eine Saftschorle.

    Hier wird aber auch vieles völlig überbewertet und vor allem durch die Getränkeindustrie gepusht. Ich denke, im Hochleistungssport mögen bestimmte Pülverchen und Drinks durchaus ihre Berechtigung finden. Doch selbst bei ambitionierten Hobbyläufern sollten normale Getränke, wie eben auch eine ganz einfache Apfelschorle, ausreichen.

    Aber ein alkoholfreies Radler im Hirschgarten!? Da kannst Du auch gleich eine Buttermilch verlangen! 😉

    Grüße aus Köln!
    Mario

    1. timekiller sagt:

      Ich glaube bei einer Buttermilch im Hirschi hätte man mich ausgebürgert.

      Grüße -timekiller-

  4. Evchen sagt:

    Minimalist ich bin.
    Es hat sich einfach ergeben, daß ich mir als Laufanfänger nach Schuhen, Hosen, Shirts, Buffs, Jacken, Handschuhen und was-weiß-ich nicht noch Gedanken über weiteres Drumrum machen wollte.
    Im Sommer nehme ich ab 15km+ Wasser mit einer Prise Salz (nachdem sich mir mal vor Krämpfen die Zehennägel hochgerollt hatten) mit und ich laufe am liebsten nüchtern, also ohne irgendwas zu Essen vorher los. Bisher längstens 4h am Stück waren damit kein Problem. Im Alltag trinke ich sehr viel und ernähre mich ganz gut, etc.
    Aktuell muß ich mich aber auch damit auseinandersetzen, ob es auch für längere Läufe so weiter funktioniert.

    1. timekiller sagt:

      Gesalzenes Wasser, soso…

      Versuch mal Überkinger Mineralwasser, da dürfte von Haus aus genug Salz drin sein. Zum Laufen empfehle ich da aber lieber das stille Überkinger, sonst hast du plötzlich einen Düsenantrieb.

  5. Chris sagt:

    Ich bin gezwungen, Evchen recht zu geben. Man muss sich über so viele Dinge Gedanken machen, dass für Getränke keine Zeit mehr bleibt und die Lust fehlt. Ich trinke ganz einfach, was ich sonst auch so trinke, vorwiegend Kaffee und Wasser, zur Erfrischung gern auch eine kalte Cola. Nach einem Wettkampf gibt es nichts Schöneres als ein Bier, aber dann bitte mit Umdrehungen.

    1. timekiller sagt:

      Bei einem Bier nach einem Wettkampf, würde ich anschließend nicht mehr nach hause finden -torkel-

  6. timekiller sagt:

    Hallo Beisammen,

    na das hört sich bei Euch ja alles sehr vernünftig an. Was ich interessant finde ist, dass Ihr Euch alle im Grunde gesund ernährt aber trotzdem noch Magnesium/Kalium/Vitamin Präparte nehmt. Ist ja bei gesunder Ernährung auch nicht zwingend erfoderlich.

    Ich hatte ja im stillen gehofft, jemand offenbart seine Marathon Spezial Mischungen wie „Cola – Red Bull“ oder ähnliche alchemistische Mixturen 😉

    Grüße -timekiler-

  7. Simon sagt:

    Davor und danach immer nur Wasser, wobei ich das „Davor“ oft vernachlässige.
    Währenddessen liegt bei langen Läufen etwas zu Trinken im Auto bereit oder meine Frau begleitet mich mit dem Radl, s.d. die Trinkflasche bequem im Radkorb unterkommt.
    Meist mische ich dann Wasser mit nem Schuss Fruchtsaft, des Geschmacks wegen.

    Zusatztabletten nehme ich normalerweise nicht zu mir, momentan brauche ich so ne Probepackung Mineraltabletten auf.
    Die gab’s beim letzten Wettkampf dazu.

    1. timekiller sagt:

      So ein Begleitfahrzeug wäre schon eine coole Sache, aber da beiße ich bei meiner Frau auf Granit, und mit meiner Tochter müsste ich die Getränke reichen…

      Grüße -timekiller-

  8. Regenrenner sagt:

    Du wolltest eine Spezialmischung, hier kommt sie: mein Geheimrezept heißt Kaba. Geht bei mir wunderbar vor und nach dem Lauf, ersetzt bei Bedarf eine ganze Mahlzeit (denn Nüchternlaufen geht bei mir gar nicht…) und zählt seit Kindesbeinen zu meinen unverzichtbaren Lebensmitteln ;-).
    Ansonsten trinke ich alles, was mir sonst im Alltag auch schmeckt: Mineralwaser, Saftschorle oder auch mal ne Cola – dafür definitv kein Bier…
    Ich hab übrigens komischerweise ein Problem mit Wasser OHNE Blubb, da macht mein Magen irgendwie zu und mir wird leicht übel. Keine Ahnung, woran das liegt, aber anscheinend braucht mein Magen ein bisschen Kohlensäure als Treibstoff.

    1. timekiller sagt:

      Ja, ich war früher auch mal auf KABA, bin jetzt aber trocken…

      Grüße -timekiller-

  9. Ralf sagt:

    Also ich würde sagen, Du trinkst zu oft das Spezial-Zeugs! Nach einem Intervalltraining oder einem langen Lauf okay, aber sonst nur Wasser. So handhabe ich das jedenfalls und ich wüsste auch nicht, warum ich vor oder nach einem 5 – 15 km Lauf was anderes benötigen sollte.
    Ich schwitze ziemlich stark und es bilden sich immer so lustige Salzlandschaften um meine Augen, deshalb ist mir am wichtigsten Salz nachzuführen.
    Seit einem Ernährungsseminar von bekannten Dr. Feil lautet meine Unterwegsverpflegung auf langen Läufen: 1 l Wasser + 1/4 TL Salz (da mache ich meist mehr) + 1/2 TL Backpulver + 2 EL Molke (da habe ich welche mit Bananengeschmack) – das bekommt mir sehr gut und ich spüre auch einen Schub davon.
    Nach 30 km+ Läufen gibt es Ultra Refresher (vor dem Duschen oder in der Badewanne)

    1. timekiller sagt:

      Ha, da wären wir ja dann auch bei den alchemistischen Rezepten. „Salz+Backpulver+Molke“ Über Backpulver stolpert man ja an den unterschiedlichsten Stellen im Netz, es soll gegen Ameisen, Rohrverstopfung, Zahnstein, Fußpilz helfen… Aber beim Laufen?
      OK, das Natriumhydrogencarbonat könnte was bringen, aber man scheint sich da nicht so recht einigen zu können. Da gibts auch Stimmen die sagen was anderes.
      http://www.menshealth.de/das-men%E2%80%99s-health-doping-abc.1252.htm

      Jedenfalls sehr kurios, danke für den Beitrag.

      Grüße -timekiller-

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