24-h Lauf in München

Freitag, Juni 3, 2011

Als ich Anfang des Jahres meine Lauftermine klar gemacht habe, fiel mir beim Duchblättern der Bayerischen Laufzeitung ein Event ins Auge:

der erste 24h Lauf im Münchner Olympiapark am1./2. Juni 2011.

Nicht dass ich daran teilnehmen wollte, oh Gott, nein! Aber ich wollte doch zumindest Zaungast sein, und die Läufer anfeuern. Gerade nachts wollte ich mich an die Strecke stellen, und die Läufer anfeuern. Auf einer 3,1 km Schleife sollte es  durch den Park gehen, und als  einer der Höhepunkte sollte  ein Abschnitt durch die BMW-Welt gehen. Das wollte ich mir unbedingt anschauen.

Als bei Miss Monster im März eine 24h Veranstaltung für ein Blogtreffen gesucht wurde, stellte ich zu meinem Erstaunen fest, dass der 24h Lauf in München abgesagt wurde ???

http://stdiut.blog.de/2010/03/11/absage-24h-lauf-muenchen-8159379/

http://www.mrrc.de/index.php?option=com_content&view=article&id=351:24h-lauf-in-muenchen&catid=29:laufen&Itemid=23

Schade eigentlich.

Wie ich jetzt gestern durch den Olympiapark geradelt bin, auf dem Weg in den Biergarten (war ja schließlich Vatertag), war ich bass erstaunt über die Veranstaltung die dort ablief.

Der 24h Lauf.

Und der Startschuss war schon vor über 19 Stunden gefallen… -Ahhh, ohne mich-

Scheinbar war ich nicht der Einzige der nix davon wusste, denn es waren kaum Zuschauer zugegen. OK, das Wetter war auch nicht so dolle, somit gab es auch kaum Tagesausflügler, die dem Treiben beigewohnt hätten.

Da ich verabredet war, nahm ich mir zumindest vor, zum Zieleinlauf im Ziel zu stehen um den Athleten meine Ehre zu erweisen.

Gegen 19:30 Uhr drängte ich dann die Familie zurück in den Olympiapark, denn Vati will ja noch jubeln. Im Zielbereich auf dem Coubertin Platz sammelten sich langsam die Teammitglieder und Stück für Stück liefen die 4er, 8er 12er Teams gesammelt ein. Einige Sololäufer drehten bis zum Abpfiff ihre Runden auf der kleinen „Strafrunde“.

Und ich muss sagen, das sah bei einigen nicht mehr gut aus, die 24 Stunden haben doch deutliche Spuren hinterlassen. Mit steifen Knieen, stoischem Blick tippelten die Läufer auf Ihrer Runde. Manche hatten ein irres Lächeln auf den Lippen. Wiederum andere liefen Ihre Runde so frisch als wären sie gerade erst gestartet. Was sind das für Tiere…

Um 20:00 Uhr war Schluss. Die Teams jubelten, die Sololäufer blieben stehen wo sie sich gerade befanden, und rissen die Hände empor.

Ich war überwältigt von den Emotionen, die den Läufern von den Gesichtern abzulesen waren.

„heulst du etwa?“ Stößt mich meine Frau an.

-Wer? Ich? Quatsch! –Räusper-

Ja, ich gebe es zu, ich hatte ein bisschen Pippi in den Augen, und mir tat es  in der Seele weh, wie wenig Beachtung diese Veranstaltung fand.  Da laufen die Recken VIERUNDZWANZIG STUNDEN, und keine SAU bekommt es mit.

Ich blieb noch bis zur Siegerehrung, und fand es Schade, dass nicht jeder der Sololäufer auf die Bühne durfte. Es hätte jeder verdient gehabt.

Sieger bei den Männern wurde übrigens Rainer Wollscheid mit 200,46 km und bei den Frauen gewann Carmen Hamm mit 165,462 km.

Meinen RESPEKT, haben aber alle Teilnehmer !!!

Ein paar Bilder gibt’s beim Veranstalter, der am Wochenende auch das 24h Mountain-Bike Rennen veranstaltet. Da ist dann  auch mehr los…

7 Comments

  1. ultraistgut sagt:

    Schön, dass du Gelegenheit hattest, mal ein wenig in diese Szene hinein zu riechen.

    Gut sieht kaum einer nach 24-Stunden aus, aber die Emotionen der Läufer zum Ende dieser Strapazen, die dir Tränen in die Augen kullern ließen, machen dich stolz und stark, eine tolle Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.

    Was die Zuschauer anbelangt, das ist ganz normal, wer interessiert sich schon für Läufer, die 24-Stunden im Kreis laufen ?

    Keiner – nur die wenigen Angehörigen, die vor Ort sind und vielleicht ein paar Neugierige, aber auch daran sind wir gewöhnt und lieben es, weil die Stimmung unter den Läufern super ist und zusammen schweißt. 😉

  2. LocalZero sagt:

    Ich glaube mich erinnern zu können, dass die Startgebühren ziemlich happig waren – und somit der Lauf auch für viele Staffeln schlichtweg zu teuer war. Anders kann ich mir den geringeren Zulauf nicht erklären, denn die Strecke durch den Olympiapark ist ja wohl kaum zu toppen :-))

    Was läufst Du als nächstes? Irgendein Rennen in Planung?

    Viele Grüße
    Lars

    1. timekiller sagt:

      Servus Lars,

      lange nichts mehr von Dir gelesen…

      Bis Herbst steht bei mir alles im Zeichen des München Marathons. In der Vorbereitungsphase habe ich ein paar Läufe eingebaut:

      26.6. HM Münchner Sportscheck Stadtlauf
      21.7 6km Münchner Firmenlauf
      28.7 10km Sommernachtslauf Olympiapark
      18.9 HM Tegernseelauf
      9.10. MT München

      Mehr habe ich jetzt mal nicht geplant, vielleicht sieht man sich ja bei der ein oder anderen Veranstaltung.

      Grüße -timekiller-

  3. Evchen sagt:

    Heulen ist ausdrücklich erlaubt, wenn Tiere in Filmen sterben und einsame Wölfe (um ein Cliche zu bedienen) sich 24h die Füße wund laufen. Der Troisdorfer 6h-Lauf ist da sehr zu empfehlen. Es hat so durchweg und stark geregnet, daß keiner einzelne Salzperlen auf dem Gesicht gesehen hätte.

  4. Supermario72 sagt:

    24h laufen – der Wahnsinn, oder!?

    Obwohl ich das schon irdendwo für’n bisschen „bekloppt“ halte, habe ich trotzden Riesenrespekt vor der Leistung an sich. Ich frage mich immer, mit welchen Erwartungen man in solch einen Lauf geht. Heute versuche ich mal 200km zu laufen? Nach 22h setze ich dann zum „Schlußspurt“ an? Ich weiß es nicht. Für mich wär’s definitiv nix!

    Deine Emotionen sind doch völlig normal. Ich denke, jeder ambitionierte Sportler fühlt in so einem Moment mit. Wenn man sich selbst schon einmal so richtig beim Sport gequält hat, kann man diese Erleichterung und Befriedigung danach um so mehr nachempfinden.

    Was die Zuschauer angeht, werden diese extremen Ultraläufe wohl immer ein „Insider-Geschäft“ bleiben. Ich glaube, dafür ist das Ganze zu speziell und man muß schon ein sehr großes Interesse mitbringen. Aber toll, dass Du so viel Engagement gezeigt hast! Find ich echt Klasse!

    Grüße aus Köln!
    Mario

  5. Simon sagt:

    Und ich hielt bereits die 12-Stunden-Läufer hier in Brühl für bekloppt!

    Aber bei genauerem Nachdenken reizt es mich trotzdem. Irgendwie 🙂

  6. timekiller sagt:

    Servus beisammen,

    wie die Zeit vergeht, jetzt bin ich vor lauter Arbeit nicht mal zum kommentieren gekommen…

    Ja, die Leistung der 24-Stunden Läufer ist wirklich beeindruckend, und zeigt zu welchen unglaublichen Leistungen ein Mensch fähig ist. Auch wenn ich davon überzeugt bin dass das nicht wirklich gesund ist. Aber Rauchen, Alkohol und Völlerei ist ja auch nicht gesund und wir machen es trotzdem…

    Ich werde sicherlich NIEMALS selbst einen 6h, 12h, oder 24h Lauf bestreiten, aber vielleicht im Team? So ein Blogger- 8er oder 12er Team könnte ich mir schon vorstellen.

    Mal sehen, vielleicht bekommen wir das ja mal hin.

    Grüße -timekiller-

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