Schmerz weglaufen?

Freitag, März 2, 2012

Die Hälfte der Laufbloggemeinde liegt mit irgendwelchen Wehwehchen darnieder und auch bei mir zwickt‘s. Vor zwei Wochen habe ich im Rahmen meines Trainingsplans ein Intervalltraining mit 7 x 1000 Meter (4:15-4:30) in den Asphalt genagelt. Das letzte Intervall war jedoch schon nicht mehr so flüssig, da schmerzte bereits der linke Fuß. Aber werde ich ein Training abbrechen? Bin ich Memme? Nein, Schmerzen beim Laufen kommen vor, die vergehen auch wieder.  Meist zwickt und zwackt es auf den ersten 2-3 Kilometern im Gebälk, wenn die Systeme auf Betriebstemperatur sind, ist eigentlich Ruhe. Dass der Schmerz im hinteren Drittel kommt ist eher ungewöhnlich.

Ist da jetzt was kaputt?
Beim nächsten lockeren Lauf konnte ich den Zustand meines linken Fußes noch gut ignorieren, der Mittelfuß drückt zwar, schmerzt aber nur im Hintergrund. Sonntags standen dann 10 schnelle Kilometer auf dem Programm. Nach dem Warmlaufen (3km) hatte ich keine großen Beschwerden, beschloss aber trotzdem den 10er etwas gebremster  mit einer 4:50 Pace zu laufen. Ab der Hälfte merkte ich wieder meinen linken Fuß, nicht schlimm, aber immerhin. Weiterlaufen? Den Schmerz weglaufen? Ja, wie immer…  Tatsächlich spürte ich ab Kilometer sieben nix mehr, und konnte auf den letzten drei Kilometern noch das Tempo anziehen, sodass mir sogar ein negativer Splitt auf der zweite 5km Runde beschieden war.
Nach dem Lauf, nach kurzer Pause,  als die Anspannung abgefallen war, und das Adrenalin versickert war, meldete sich der linke Fuß wieder. Jetzt allerdings dringlicher als zuvor. –Autsch!-

An ein lockeres Auslaufen war nicht zu denken und so ging es  gehend nach hause.  Durch die Nachbarschaft wird gehumpelt,  um eine klare Botschaft zu setzen: „Wenn ich nicht verletzt wäre, könnte ich locker noch…“.  Wenn mir jetzt noch meine Nachbarin auf Ihrer abendlichen Joggingrunde begegnet, werde ich das Humpeln noch mit einem stöhnen untermalen müssen.

Zwei Tage ausgeruht und zwischendurch immer schön gedehnt, und dann auf zum nächsten ruhigen Lauf. Der Mittelfuß hat sich zwar beruhigt, dafür meldet sich jetzt der  linke Meniskus, oder ist es die Patellasehne?

Den Umfang für den lockeren Lauf habe ich dann auch spontan reduziert, vor allem aber weil ich keine rechte Lust am Mittwoch verspürte. Die schnelle Einheit am Donnerstag habe ich nach dem Warmlaufen dann abgebrochen, da ich schnell merkte, dass das linke Bein mir nicht so recht gehorchen will, und nur aus reiner Solidarität mit uns in den Park gekommen war.

So bin ich wieder locker zurück getrabt, und konnte mit erhobenem Haupt und lockerem Schritt, der flotten Nachbarin begegnen.

Heute ist Ruhetag, vielleicht mache ich heute mal was ganz anderes. Nein, nicht auf der Couch liegen,  ich könnte mit dem Schwimmtraining anfangen (ist eh überfällig), bzw. könnte ich mit dem Zimmerradl  in dem Sonnenuntergang radeln …

26 Comments

  1. ultraistgut sagt:

    Sag‘ ich doch, überall hört man es, liest man es immer wieder: Verletzungen, die Läufer überhaupt nicht brauchen und dann weiter trainieren, als sei nichts geschehen, solange, bis es nicht mehr geht.

    Verlängere deinen Ruhetag, gönne dem Fuß und dem was dazu gehört eine richtige Pause, auch wenn es richtig schwerfällt.

    Wenn nichts geschwollen ist, vielleicht mit Wärme versuchen, ruhig stellen und nicht gleich morgen wieder auf die Piste

    Ach ja, ich glaube, da haben Frauen mehr Geduld und sind im allgemeinen vernünftiger – oder ?

    Wie auch immer, gute Besserung und nimm es nicht auf die leichte Schulter !

    1. -timekiller- sagt:

      Ja, ja, ich weiß, Geduld ist nicht gerade eine meiner Stärken.

      Zur Entspannung geht’s jetzt noch in die Badewanne, ein paar Bahnen ziehen 🙂

      Grüße und danke für die Genesungswünsche
      -timekiller-

  2. Frank sagt:

    Ich hatte vor langer Zeit auch 2 Wochen lang leichtere Schmerzen im Mittelfuß, habe aber trotzdem noch (in geringerem Umfang) Sport getrieben. Nach 2 Wochen (im Tanzkurs) dann ein einmaliger, stechenden Schmerz an besagter Stelle, und der Ermüdungsbruch war endgültig komplett.

    Ich will Dich nicht beunruhigen, falls die Beschwerden im Mittelfuß aber nicht schnell und komplett abklingen, würde ich den Orthopäden aufsuchen. Es gibt viele Topläufer, die bereits mehrfach betroffen waren.

    Viele Grüße, toi toi toi und baldige Genesung
    Frank

    1. -timekiller- sagt:

      Hallo Frank,

      wie ich beim DocRunner von seinem Ermüdungsbruch gelesen habe, ist mir das gleiche durch den Kopf gegangen, deswegen trete ich jetzt auch etwas kürzer. Mal sehen wie kurz.

      Grüße -timekiller-

  3. Wie Margitta schon schrieb gönne dir wirklich ein paar Tage Ruhe!!! Alles andere bringt dich nicht vorwärts!
    Gute Besserung und bitte geduldig sein!!

    1. -timekiller- sagt:

      Hallo Frank,

      ja, das Laufen fahre ich in den nächsten Tagen zurück, und gehe dafür öfters zum Schwimmen, ich denke etwas Abwechslung tut mir gut.

      -timekiller-

  4. Anja sagt:

    Wie jetzt, Du auch? Ist das etwa ansteckend???

    Also ich bin auch erst mal für Ruhe und Schonung. Und falls das nichts helfen sollte, wirklich mal zum Doc…

    Gute Besserung auch von mir!

    LG, Anja

    1. -timekiller- sagt:

      Hallo Anja,

      wie gesagt, es ist noch nicht so schlimm wie es sich vielleicht anhört, aber alarmiert von den vielen Krankmeldungen, bin ich einfach mal vernünftig und schone mich bzw. fahre ein Alternativprogramm.

      Grüße -timekiller

  5. Volker sagt:

    In meinen Augen kommt das von der unsäglichen Tempobolzerei 🙁

    Ich hab dieser ja abgeschworen 😉

    Zu Ostern machen wir dann ein paar Regenerationsläufe, gelle? Ich kann ja nicht so schnell.

    Gute Besserung und schone Dich!
    Liebe Grüße
    Volkre

    1. -timekiller- sagt:

      Ja, Volker, da hast du vollkommen recht. Es kommt von der Tempobolzerei.

      Ich sehe das so, die einen versuchen schnell zu laufen, die anderen versuchen weit zu laufen. Wenn man beides übertreibt kommt es eben zu Verletzungen.

      Ich freue mich auf Ostern.

      Grüße -timekiller-

      1. ultraistgut sagt:

        Das Problem liegt meist daran, dass es weder die Länge, noch die Schnelligkeit ist, sondern, dass das dringend notwendige Fundament nicht ausreichend vorhanden ist, weil alle zu früh zu schnell und zu weit wollen.

        Mein Rezept : Geduld und Spucke, sich Jahre Zeit lassen, um dann viele Jahre verletzungsfrei zu sein und auch zu bleiben – das gilt für Hobbysportler, die wir ja nun alle sind !

        1. -timekiller- sagt:

          Nun, das hört ein Hobbysportler natürlich nicht gerne, dass einem nach gut vier Jahren immer noch ein ordentliches Fundament fehlt. Vielleicht ist mein Fundament einfach zu einseitig aufgebaut. Lauf ABC, Kraftraining und Dehnen, kommen bei mir ehrlich gesagt etwas zu kurz.

          Ich werde dran arbeiten, ich hab ja Zeit.

          Grüße -timekiller-

  6. Shit!
    Läufer haben den Vorteil, dass sie von den üblichen Wehwechen verschont bleiben, unter denen die Bewegungslosen halt so leiden.
    Dafür sind irgendwann zumeist Teile des Bewegungsapparates betroffen. Besonders dann, wenn man (und hier gilt wirklich MANN!!) nicht auf die Signale des Körpers hört!

    Ich kann nur sagen, hör auf Margitta. Die zeigt seit langem wie’s geht! Eine Pause muss sein, auch wenn’s weh tut. Sonst dauerts noch länger! Glaub mir!

    Alles Gute – Reinhard

    1. -timekiller- sagt:

      Hallo Reinhard,

      vielen Dank für den Zuspruch. Das wird jetzt ne harte Zeit, das Wetter wird besser und ich soll nicht laufen, -heul-. Ich werde jetzt gleich mal in den Keller gehen und die Spinnweben vom Rennrad entfernen. Irgendwas muss ich ja tun, oder?

      Grüße -timekiller-

      1. Natürlich musst du was tun, aber gezielt! Wichtig ist zuerst einmal die Ursache abzuklären. Bei einem Orthopäden am besten. Dann einen Mix aus ärztlichen Vorschlägen, „Dr. Google“ und eigenem Empfinden zusammen stellen! So lange wie bei mir wird’s sicher nicht dauern.

        Meine liebe Lauffreundin „RunningZuschi“ hat zum Thema Verletzungen in ihrem Blog einen interessanten Beitrag geschrieben http://runningzuschi.com/2011/07/21/die-grose-chance-verletzungen/

  7. Claudi sagt:

    Hallo lieber -timekiller- !
    Ich wünsche Dir ganz besonders schnelle und umfangreiche Besserung! Im Tipps geben bin ich nicht so die Korrifee… 😉
    Viele Grüße!
    Claudi

    1. -timekiller- sagt:

      Hallo Claudi,

      Danke für die Genesungswünsche. Ist aber eine
      gute Gelegenheit in der Zwischenzeit an meinem Armzug zu feilen, da liegt noch einiges im Argen.

      Grüße -timekilller-

  8. Andreas sagt:

    Wenn es dich tröstet, das was du beschreibst Habe ich selber – und wahrscheinlich alle anderen von uns auch – schon einige Male erlebt. Wie Margitta schon so richtig schreibt, kommt solch ein „Wehwehchen“ meist, wenn man zu schnell zu viel will. Meist hilft dann wirklich, eine Zeit lang kürzer zu treten und dann im Training wieder langsam die Leistung aufzubauen. Gute Besserung!

    1. -timekiller- sagt:

      Hallo Andreas,

      danke, für den Zuspruch. Nachdem ich gut über zwei Jahre verletzungfrei gelaufen bin, ist das eine neue Erfahrung für mich, aber auch damit komme ich klar.

      Grüße -timekiller-

  9. Laufhannes sagt:

    Sieh es als Chance für das Schwimmen, richtig so. (Ich hoffe, ich muss dem Schwimmen nie wieder eine Chance geben :D)

    Ich wünsche dir eine schnelle Besserung!

    1. -timekiller- sagt:

      Hallo Hannes,

      also ich muss sagen, das Schwimmen hat auch seinen Reiz, wären da nich die anderen im Becken 🙂

      Grüße -timekiller-

  10. Evchen sagt:

    Mein Rat ist: keiner.
    Ich kenne mittlerweile so viele Meinungen und Erfahrungen in verschiedene Richtungen…
    Laufpause ist auch nicht immer die richtige Lösung, reduzieren oder schonen hilft aber sicherlich akut.
    Ich drück Dir fest die Daumen, daß es einfach nur eines der unzähligen Zivilisationsdysbalancewehwehchen ist, die man nie ganz vermeiden, seltenst klären und nur mit viel Geduld und definitiv mehr Ergänzungsstundenaufwand als Laufstunden ausmerzen könnte.

    1. -timekiller- sagt:

      Hallo Eva,
      schön von Dir zu hören, was gibts neues vom Bodenturnen? 🙂
      Ich mache momentan auch so ein bisschen Alternativprogramm. Das Highlight sind die Gymnastikübungen die sich meine Tochter für mich ausgedacht hat. Eine Mischung aus Killer-Yoga und Balett.
      Grüße -timekiller-

  11. Supermario72 sagt:

    Na – alter Kämpfer – was machen die Hax’n?

    Zu Deiner Fußgeschichte mal zwei Dinge aus meiner Historie. Laufeinlagen? Sinus-Tarsi-Syndrom? Erstes benutze ich sowohl zum Laufen als auch, mittlerweile wieder, generell im Alltag. Zweites hatte ich im letzten Jahr. Wenn es Dich interessiert, such mal in meinem Blog. Ich habe damals was dazu geschrieben.

    Aber beides – also die Fuß- und die Kniegeschichte – hört sich für mich nach Überlastung an. Du weißt ja, wenn die Muskeln noch könnten, schreien die Sehnen oft AUA!

    Aber Du bist ein großer Junge und ja auch schon längst kein blutiger Anfänger mehr.

    Alles Gute, schnelle Besserung und Grüße aus Köln!
    Mario

    1. -timekiller- sagt:

      Hallo Mario,

      und? wieder wohlauf?

      Mein linker Haxen muckt noch ein bisschen, aber der Schmerz am linken Fuß ist weg, und auch das Knie gibt ruhe, jetzt zieht nur noch der Oberschenkel und das Schienbein manchmal ein bisserl. Die Baustellen ziehen regelrecht durch das linke Bein von unten nach oben.

      Ich tippe mitlerweile auch auf eine Überlastung. Mein Trainingsplan für eine Sub 45 war dann doch etwas zu ambitioniert. Ich habe den Plan jetzt mal ziemlich entschäft. Ich denke ich brauche da einfach mehr Zeit, und werde mich der Sub45 in kleinen Schritten nähern.

      Grüße -timekiller-

      1. Supermario72 sagt:

        Hallo,

        ja – Magen und Darm funktionieren wieder im Einklang mit dem Rest des Körpers. 😉

        Die Wade zickt im Moment allerdings immer noch rum. Freitagabend habe ich mal wieder einen kleine Testlauf gewagt. 1,5km – dann war Schluß! Genial, oder!? ;-( Aber ich weiß jetzt zumindest, woher es kommt. Ganz klar Überlastung. Speziell eine Übung, die ich immer nach meinen Trainingsläufen gemacht habe, um genau solche Wadenprobleme zu vermeiden. Aber das war wohl bisschen zu viel des Guten. Naja ….

        Von daher finde ich Deine Reaktion auf Deine aktuellen Beschwerden nur mehr als richtig. Ruhig auch mal den „Mut“ haben, die Trainingsintensität nach unten zu korrigieren. Bloß nichts übers Knie brechen!

        Grüße aus Köln!
        Mario

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