Posts by -timekiller-

Am Sonntag stand der 12. Westparklauf in München auf dem Programm. In den letzten Jahren hätte der Lauf eigentlich als Crosslauf herhalten können, hatte es doch immer kurz vorher nochmals ordentlich geschneit und man ist die 2 Runden über Schnee und Eisplatten geeiert.

Auch diesmal habe ich eigentlich damit gerechnet, dass es nochmal so richtig kalt wird und dass spätestens Sonntags früh um 8:00 Uhr mindestens 10 cm Schnee liegt.

Aber diesmal hatten wir Glück, kein Schnee, kein Eis und angenehme 10°C.

Ich hatte mir für den Lauf nichts Spezielles vorgenommen, vielleicht schneller sein als die Vorjahre, -OK-, aber eine PB war nicht anvisiert. Die Strecke ist nicht Bestzeitentauglich, da beißen sich auch die Profis Ihre Zähne aus. Der Streckenrekord von 31 Minuten besteht schon seit einigen Jahren.  Das tückische an der Strecke ist der wellige Verlauf. Die Strecke hat einige Steigungen, die zwar alle nicht dramatisch sind, aber gerade der Anstieg zur Ringbrücke die bei 2 Runden viermal überquert werden muss, kostet doch ein paar Körner.

Vor dem Lauf war ich leider nicht ganz bei der Sache. Da ich für ein Projekt noch einen Mietwagen abholen musste, war ich gedanklich mit anderen Dingen beschäftigt, und war beim Packen meiner Laufsachen etwas nachlässig, sodaß ich zwar den Pulsgurt umgeschnallt, den Laufchip an den aktuellen Schuh gefummelt habe, aber in der Aufregung den Garmin im Bad habe liegen lassen. Das ganze habe ich natürlich erst Vorort bemerkt, als ich um 9:00 Uhr die Startunterlagen abholen wollte.

-Was tun?-

Noch 45 Minuten bis zum Start!

Zurückfahren und Garmin holen?

Könnte von der Zeit her klappen, aber dann kann ich das Warmlaufen abhaken.

Da ich nicht besonders scharf darauf bin mit einem gemieteten Lieferwagen quer durch die Stadt zu jagen, zu dem das Gefährt etwas größer ausgefallen ist, wie das, was ich eigentlich reserviert hatte, beschließe ich ohne meinen Forerunner zu laufen.

Ist ja auch mal eine interessante Erfahrung, ganz ohne technisches Hilfsmittel zu laufen, rede ich mir ein.

Also habe ich in aller Ruhe meine Startunterlagen abgeholt, und habe mich locker im Park warm gelaufen. Kurz vor dem Start habe ich mich dann brav im Startbereich eingefunden, um dann zu erfahren, dass der Start verschoben wird, angeblich da es heuer so viele Nachmeldungen gibt.

Also ist Warten angesagt, da nicht bekannt ist, wann der Start erfolgen wird, stand das Läuferfeld relativ undynamisch rum.

–Hm, war das letztes Jahr nicht auch schon so? Ich verstehe das nicht, der Lauf ist lange genug bekannt, und selbst wenn ich ein Spätentschlossener bin, komme ich halt ein bisschen früher, und nicht erst 10 Minuten vor dem Start. Bei anderen Laufveranstaltungen ist die Nachmeldung bis maximal 1 Stunde vor dem Start möglich, da hat die Zeitnahme dann auch noch genug Zeit die neuen Läufer ins System zu klopfen. So warten jetzt über 500 Läufer auf die Nachhut.

Um kurz nach Zehn war es dann soweit, die Startfreigabe von der Zeitnahme war erteilt, jetzt musste nur die Meute wieder eingefangen werden, die sich kurz zuvor zum erneuten aufwärmen in alle Himmelsrichtungen zerstreut hatte.

Um 5 nach Zehn fiel dann endlich der Startschuss, auf meiner analogen Armbanduhr startete ich die Stoppuhr, in der stillen Hoffnung während des Laufes auf dem winzigen Ziffernblatt der Stoppuhr wenigstens die die Kilometerzeiten ablesen zu können.

Quelle: www.westparklauf.de

Ich ließ mich locker vom Feld mitziehen. Die erste Steigung an der Ringbrücke kommt noch innerhalb des ersten Kilometers, noch bin ich frisch und kann einige Läufer überholen. Macht sich das Hügeltraining am Rangierbahnhof doch bezahlt? Nach einem Kilometer kann man aber noch nicht viel sagen. Auch am Ende von km 2 gibt es eine kleine Steigung, hoch zum Rosengarten, bzw. dem dort gelegenen Biergarten. Ich habe keine Ahnung wie schnell ich bin, und versuche auf meiner Uhr was zu erkennen… -Ne, nix zu machen-. Kilometer 3 endet wiederum mit dem erneuten Anstieg zur Ringbrücke. Aber wo es hoch geht, geht es auch wieder runter, zumindest auf einem Rundkurs :-), ich versuche beim Abstieg weiter Tempo zu machen, und mich nicht etwa auszuruhen. Kilometer 4 (und 9) ist wohl der schnellste auf dem Kurs da lauert keine Steigung. Kilometer 5, am anderen Ende des Parks, hat wieder eine leichte Steigung. Ich merke, dass meine Kräfte nachlassen, war mein Programm diese Woche doch zu anspruchsvoll? Am Dienstag 17 km und am Donnerstag flott über 10km. Rächt sich das jetzt? Ich versuche etwas langsamer zu werden. Einige Läufer, die ich vorher überholt hatte holen mich jetzt ein, ich habe fast das Gefühl ich stehe. Kurz spiele ich mit dem Gedanken nach der Runde das Rennen zu beenden. Aber wer wird denn aufgeben? Ich habe mich für einen 10km Lauf  angemeldet, also läufst du jetzt auch 10km. Notfalls wird die zweite Runde einfach etwas langsamer, aber aufgeben ist keine Option.

Im Start/Zielbereich habe ich gehofft dass ich da ein Blick auf die Wettkampfuhr erhaschen kann,  aber da gab es nicht mal eine Zwischenzeiten-Matte. Sonst ist mir das ja egal, aber ich hätte schon gerne gewusst wo ich liege. Ich hatte überhaupt kein Zeitgefühl, den letzten Kilometer bin ich doch ziemlich eingebrochen. Ich versuche nochmals einen Blick auf meine Uhr. –Nix zu erkennen-  Der Minizeiger (ca. 5mm) wird ausgerechnet vom Stundenzeiger überdeckt. –könnte irgendwas um die 25 Minuten sein-

Vielleicht doch zu schnell angegangen? Wäre ja nicht das erste mal. Es wartet erneut die Steigung am Ring, jetzt nicht aufgeben, in Gedanken peitsche ich mich die Brücke hoch, den ein oder anderen, den ich hier überholen kann, kommt mir bekannt vor. Bei km sieben am Biergarten bin ich schwer am japsen. Mein Puls ist wahrscheinlich schon lange durch die Decke gegangen…

Der letzte Anstieg zum Ring, dann ist der Drops gelutscht. Auf Kilometer neun versuche ich  etwas Kraft für den Schluss-Spurt zu sammeln. Ca. 500 Meter vor dem Ziel zünde ich dann die -timekiller-Rakete. Ich quetsche alles aus meinen müden, völlig leergesaugten Muskeln, ich kann noch ein paar Plätze gut machen, dann stürme ich auch schon über die Zielmatte. Hoffentlich wurde da jetzt auch mein Chip ordentlich registriert.

Nachdem ich mir einen warmen Multivitamin Saft geholt hatte, warf ich einen genaueren Blick auf meine Uhr. Selbst jetzt kann ich nicht genau erkennen wie lange ich gebraucht habe. 49 Minuten? Oder doch vielleicht nur 48 Minuten? Schwer zu sagen. Jedenfalls scheint es unter 50 Minuten zu sein, und damit habe ich mein Ziel, schneller als im Vorjahr zu sein, deutlich übertroffen. Letztes Jahr brauchte ich für die Strecke 51:43 Minuten.

Am Abend als ich dann online die offizielle Ergebnisliste gecheckt habe, war ich dann doch freudig überrascht, als ich mein Ergebnis las:

47:45 min.

Das ist PB, und das auf dem anspruchsvollen Westpark Kurs. Da schau an!

Ist jetzt nur die Frage, wäre das mit Pulsuhr auch so gelaufen?

Ich bin ein Hochpulser, während andere bei moderatem Tempo nicht mal ins Schwitzen kommen, safte ich in kürzester Zeit mein Liebchen durch. Bei einem normalen Trainingslauf bin ich schnell in einem Bereich von 165 , wenn es etwas flotter dahin geht, sind’s 175. Und während eines Laufevents schaffe ich  locker einen 185er Schnitt. Beim letztjährigen Forstenrieder Volkslauf bin ich mit einem Spitzenpuls von 205 durchs Ziel, das hat dann doch auch mich erstaunt. Im Ziel habe ich ernsthaft überlegt, ob ich mich mit Kammerflimmern selbst reanimieren kann?  Aber mir ging‘s eigentlich ganz gut… , ich war halt ein bisserl außer Atem.

Da ich bisher keinen professionellen Trainingsplan verfolgte und nur so laufe wie ich gerade lustig bin, haben mich die Trainingsbereiche/Pulsbereiche in der Vergangenheit eigentlich nicht sonderlich interessiert. Ich habe mal in ein paar online Trainingsplänen reingeschnuppert, z.B. die Trainingspläne von MyAsics, aber die dort angegeben Trainingsbereiche bzw. Pulsregionen haben für mich nie richtig gepasst, da die max. HF dort in der Regel mit der Faustformel berechnet wird.

Im Herbst steht nun mein erster Marathon in München auf dem Programm, und ich denke für mein großes Ziel „Sub4“ brauche ich dann doch einen Trainingsplan. Vielleicht sollte ich im Vorfeld auch gleich noch eine professionelle Leistungsdiagnostik durchziehen, aber bis es soweit ist, habe ich für mich mal die maximale  Herzfrequenz auf 195 angesetzt. Mit dieser max. HF passen dann auch die Trainingsbereiche so einiger maßen.

Das definieren der Bereiche ist eine Sache, sie einzuhalten, eine andere.

Ich habe es bisher noch NIE geschafft ein geplantes GA1 Training auch in diesem Pulsbereich zu absolvieren. Spätestens nach 2 km befinde ich mich in GA2…und so geht es dahin…

Angestachelt von Sarahemily, die sich in Ihrem Training brav an Ihre Bereiche hält, und es auch nicht scheut von Walkern oder gar Fußgängern überholt zu werden, habe ich am Dienstag beschlossen dies nun auch mal zu versuchen. Nötigenfalls bleibe ich stehen, wenn ich meinen Trainingsbereich verlasse.

Faschingsdienstag, schönes Wetter, während die Kollegen zum bunten Treiben auf den Viktualinemarkt abgezogen sind, bin ich lieber nach hause und habe mich als Jogger verkleidet. Schnell noch eine Büttenrede auf den MP3-Player geladen und los ging‘s zum Projekt „GA1- 148 bpm“.

Als Versuchsparcour habe ich mir mal wieder die Strecke am Rangierbahnof ausgesucht. Die Strecke eignet sich mit dem welligen Verlauf ideal als Vorbereitung für den Westparklauf am kommenden Sonntag. Ob die Hügel mein GA1 Projekt gefährden wird sich zeigen…

Mein Garmin habe ich so eingestellt, dass er ab 148 bpm brummen soll. Das Piepsen habe ich sicherheitshalber ausgeschaltet.

Ich bin die Sache langsam angegangen um nicht gleich beim ersten Kilometer vom Garmin in meine Schranken gewiesen zu werden. Beim ersten Ampelspurt bin ich dann natürlich schon das erste mal über meine Schwelle gekommen, OK, das zählt nicht…

Die erste Steigung steht an, der Puls klettert und hat auf der Hälfte des Anstiegs die Grenze erreicht, ich versuche langsamer zu werden, aber ich stehe ja schon fast, der Puls steigt weiter, aber nicht mehr so schnell, oben angekommen bin ich bei 152 bpm, OK, geht noch, hier ist es flacher, danach geht es ein Stück bergab, da kann sich der Puls wieder beruhigen. Mein Schritte werden kürzer, ich tipple dahin, es ist fast ein tänzeln. So geht das über mehrere Kilometer. Ich fühle mich gut, auch wenn ich das Gefühl habe nicht von der Stelle zu kommen, ich könnte schneller, aber „Schnell“ steht heute nicht auf dem Programm. Ich fühle mich wie in einem Rennwagen mit dem man durch die 30er Zone tuckert…

-Das Erinnert mich an meine Zivi-Zeit. Ich war im Rettungsdienst beim DRK als Rettungsassistent. Manchmal kam es bei einem Einsatz vor, dass ich den NEF (Notarzt Einsatz Fahrzeug) zurück fahren musste durfte. Das NEF, war ein BMW 525i! Für mich, als BMW-Fan ein absoluter Traum, fuhr ich privat doch nur eine Reisschüssel, einen roten Toyota Starlet mit lächerlichen 54PS. Allerdings musste ich mit dem Einsatzfahrzeug langsam dem RTW (im Volksmund auch Krankenwagen genannt) folgen, und durfte nicht etwa vorrausfahren. Um dennoch in den Genuss der Pferdchen unter der Haube zu kommen, habe ich mich dann immer etwas zurückfallen lassen, um dann die Stabilität der Rückenlehnen durch beherztes Beschleunigen auf Ihre Stabilität hin zu testen.-

Bei km 5 werde ich aus den Gedanken gerissen, die Weggabelung fordert eine Entscheidung, wird’s die kleine oder die große Runde? Da ich noch nicht mal in Ansätzen schwitze, wähle ich die längere Runde durch den Allacher Forst. Im Wald habe ich keine direkte Sonne mehr und es wird empfindlich frisch, ob ich doch etwas schneller laufen soll, damit ich nicht friere? -Nein, du ziehst das jetzt durch…-

Zurück an der Home-Base nach 15 km fühle ich mich tadellos und ich bin frisch. Ich habe das Gefühl ich könnte noch ewig so weiterlaufen. Drum wähle ich noch eine weitere Schleife von 2 km durch die Nachbarschaft. Es war einfach toll, auch wenn ich noch nie so langsam unterwegs war, die 17 km habe ich in 1:48h absolviert, bei einer durchschnittlichen Pace von 6:22 min/km, aber das Beste ist, und darauf bin ich wirklich stolz. Das ganze bei einem Durchschnittspuls von 145pbm. Das mache ich jetzt öfter…

Ampeln sind eine durchaus praktische und sinnvolle Erfindung. Im normalen Straßenverkehr sind die Dinger nicht wegzudenken.

Für den Läufer sind Ampeln mal eine willkommene Gelegenheit um etwas auszuruhen, mal sind sie aber störende Hindernisse, die einen guten Laufrhythmus unterbrechen.

Als Stadtläufer muss man mit diesen Dingern leben, da hilft nix.

Da ich gerne Rundkurse laufe, versuche ich „Hin und Zurück“ Abschnitte zu vermeiden auf meiner momentanen Lieblingsstrecke entlang des Moosacher Rangierbahnhofes, habe ich auf dem Rückweg bei ca. km 11, 12.5  und 14 jeweils eine Ampel. Über die erste kann ich meist drüberhuschen, da ist nicht viel los, bzw. ist die Ampel aus.  Aber bei den anderen zwei Ampeln geht das nicht. Da ich die Ampeln schon etwas im vorraus sehe, drossle ich entweder das Tempo oder gebe so richtig Gas, damit ich noch bei „Grün“ drüber komme. Jetzt klappt das allerdings nicht immer und ich muss bei „Rot“ warten. Besonders doof ist das wenn man gerade einen Ampelsprint hingelegt hat, dann aber doch zu spät dran ist.

So, und was mache ich jetzt an der Ampel?

Albern rumhoppeln, damit der Puls nicht runter geht?

-Ne, das ist eigentlich nicht mein Ding, das sieht total behämmert aus und  hat sowas „Wichtigtuerisches“-  Allerdings, wenn‘s dann weitergeht sind die Beine so wackelig, dass man die nächsten 100 Meter wie auf Eiern läuft. Ein ähnliches Gefühl hat man wenn man beim Triathlon vom Rad auf die Laufstrecke geht. Im Tri-Bereich trainiert man sogar diesen Übergang mit dem sogenannten Koppel-Training.

Frage in die Runde, wie haltet Ihr das mit den Ampeln? Rumhampeln oder lieber wackenln?

Während der Endbeschleuniger über das Nachtlaufen philosophiert, hat das ein Läufer bei München wohl falsch verstanden. Vielleicht wars ja der Legastheniker aus Garching?

Quelle: SZ-Lokalteil 4. März 2011

Jetzt aber mal ehrlich. Nackt joggen??? Abgesehen davon, dass es gestern, trotz Sonne, echt kalt war,  kann ich mir was schöneres vorstellen als nackt zu laufen? Auch nicht Nachts, da bommelt doch alles rum…

Nachtrag:

Es scheint für alles ein Forum, bzw eine Szene zu geben. Wie mir  ein bekennender Nudist offenbart hat, ist das nacktjoggen gar nicht so exotisch. Jetzt hoffe ich nur, dass das nicht zur Massenbewegung wird.

Nachdem ich im Februar, arbeitsbedingt, lauftechnisch nicht viel zuwege gebracht habe, besteht bei mir momentan der Wunsch nach längeren Einheiten. Nach meinem Höhentraining mit lächerlichen 8 km, sollte es am Mittwoch Mittag wenigstens mal wieder über 15km gehen. Ich nutzte das schöne Wetter, und verlängerte die Mittagspause und bin entlang des Moosacher Rangierbahnhofes und einer weiteren Schleife durch den Allacher Forst 15 km gelaufen. Die Strecke mag ich sehr gerne, hört sich jetzt nicht so spektakulär an, „Rangierbahnhof“, aber entlang dieses weitläufigen Geländes zieht sich ein langer Grünstreifen, der sehr abwechslungsreich ist, und mit einigen  Anstiegen durchaus für Läufer eine Herausforderung sein kann. Wem die Schotterwege zu langweilig sind, kann sich auch auf schmalen verschlungen Pfaden durchs Unterholz schlagen, da hat es dann weniger Steigungen, aber als City-Trail taugt das allemal.

Ich versuche meine längeren Distanzen frei nach Hal Higdon auf dem letzten Drittel schneller zu laufen, und so bekam ich sogar auf die letzen zwei Kilometer eine Pace von 5 min zustande (bei sonst durchschnittlich 5:28 min/km).  -Lag wohl am Wetter, das mir zusätzlich Flügel verlieh-.

Freitag Abend wollte ich den Lauf wiederholen und die gleiche Strecke (in den Sonnenuntergang hinein) nochmals laufen. Allerdings kam mir dann doch noch ein „Last-Minute-Call“ dazwischen, sodaß die Dämmerung  schon sehr fortgeschritten war als ich endlich los kam.

Bis ich zum Allacher Forst kam war es dann auch schon finster. Meine Stirnlampe, war leider keine große Hilfe.  Damit war wohl eine minderjährige Hobby-Höhlenforscherin zuletzt auf einer ausgedehnten Expedition…-Ich muss mein Zeug einfach besser verstecken-

Wenn ich mir mal was vorgenommen habe, dann kann mich davon eigentlich auch nix mehr abbringen, also bin ich einfach die Runde durch den Wald im Dunklen gelaufen. Und es war sehr dunkel. Da ich im Finstern eine Abzweigung verpasst habe waren es dann schließlich 16 km in durchschnittlich 5:36 min/km.

Da mir nach den zwei längeren Einheiten nichts weh tat , plante ich für Sonntag eine noch längere Runde. Sonntag Nachmittag wollte ich eine neue Streckenvariante ausprobieren. Es ging zunächst auf meiner Nymphenburg – OlyPark- Runde (siehe Askese) bis in den westlichsten Teil des Schlossparks wo ich dann in westlicher Richtung zum Schloss Blutenburg abbog. Entlang des Würmkanals ging es dann bis Pasing, von dort ein Schlenker um das malerisch gelegene Schloss Blutenburg und zurück Richtung Nymphenburger Park. Auf dem Rückweg wurde ich dann jedoch von einem heftigen Regenguss überrascht. Wobei, eine Überraschung war es nicht wirklich, ich hatte nur die tiefschwarzen Regenwolken strickt ignoriert, und war fest der Überzeugung – das hält!-.  An einer Bahnunterführung habe ich dann kurz halt gemacht bis sich der Regenvorhang etwas lichtete.

Weiter ging es dann (auf ziemlich wackligen Beinen) auf der üblichen Runde um den südlichen Schlosspark, zum Nymphenburger Kanal, und von dort in den Olympiapark und wieder nach Hause. Da ich bei meinem „Regenstopp“ die Stoppuhr angehalten hatte, und beim Loslaufen vergessen hatte wieder zu starten, ist meine Zeitnahme und Distanzaufzeichnung etwas ungenau. Aber auf ca. 23 km in 2:12 bei einer durchschnittlichen Pace von 5:36 habe ich es dann doch auch gebracht. Allerdings kann ich nicht behaupten, dass ich das letzte Drittel wie geplant schneller gelaufen wäre, im letzten Abschnitt bin ich dann doch etwas eingebrochen und bin zum Teil nur 6:00 min/km gelaufen. Wenigstens den letzten km konnte ich trotz brennender Sohlen mit 4:55 abschließen. Aber ich habe gemerkt, für meinen geplanten Marathon(sub 4h) im Herbst habe ich noch einen laaaaangen Weg vor mir…

Während andere Läufer am Wochenende beim dritten Teil der Münchner Winterlaufserie Ihre Runden im Olympiapark gedreht haben, habe ich meine Startnummer verfallen lassen und bin lieber mit einem Freund zum Höhentraining nach Österreich gefahren. Am Samstag stand bei bestem Wetter Skifahren in Gargellen auf dem Programm. Sonntag früh zollte ich den Belastungen der letzten Wochen Tribut und schlief bis 11 Uhr. Da das Wetter eher trübe war, beschloss ich die Ski im Keller zu lassen und habe lieber nach einem ausgiebigen Frühstück um 15:00 Uhr die Laufschuhe geschnürt.

Lag es an der Höhe (1200 Meter) oder am Höhenprofil, ich habe die ersten Kilometer gepumpt wie ein Maikäfer, vor allem als ich auf einem abschüssigen, vereisten und dann leicht zugeschneitem Weg, unter einheimsen der Höchstnoten, eine Rutschpartie der Extraklasse hingelegt hatte. Da hätte ich gerne die Slomo gesehen, da war alles dabei … Eleganz, Körpergefühl, Grazie. Alles zusammen wäre um ein Haar ins nah gelegene Bachbett geplumpst.

Nach 5 km platzt bei mir dann meist der Knoten, und ich hätte noch den ein oder anderen Höhenmeter drangehängt, da aber mein Freund um 19:00 Uhr wieder in München sein wollte, habe ich nach 8 km Schluss gemacht. Hätte ich geahnt, dass sich unsere Abfahrt etwas verzögern sollte, hätte ich wenigstens die Zehn voll gemacht.

Nachdem ich geduscht hatte, wurde das Auto für die Abfahrt fertig gemacht. Da in der vergangen Nacht schon Schneefall angesagt war, parkte ich den Wagen relativ knapp an einer Böschung, damit der Schneepflug vorbei kann. Wie sich herausstellen sollte, parkte ich ZU knapp an der Böschung, denn beim Ausparken blieb ein Hinterreifen an einer Wurzel hängen und es ging ab jetzt weder vor noch zurück.

–erstes Beratschlagen-

OK, die Reifen drehen durch, dann müssen Ketten drauf. Leider hatte diese Aktion zur Folge, dass sich der noch freie Reifen schön tief in das Kiesbett der Schotterstraße eingefressen hat. So – jetzt steckten wir definitiv fest.

–zweites Beratschlagen-

Der Nachbar muss uns rausziehen, das kostet mich zwar minimum ein Kasten Münchner Augustier, und ich werde mir die nächsten Jahre bei jeder Gelegenheit Spott und Hohn über die Stadtleute anhören müssen, aber es hilft ja nix…

Wie gerufen, kommt der Nachbar auch schon den Kiesweg angerauscht. –kann der Hellsehen?- Nein, der muss ein Familienmitglied mit einem Allergischen Schock ins Krankenhaus bringen… -Na, da will ich mal nicht so sein, Gesundheit geht vor…-

-drittes Beratschlagen-

Wir gehen zum Bauern in der Nachbarschaft, und bitten den um Hilfe, da muss ich dann wohl auf den Kasten Bier noch Münchner Weißwürste drauflegen und es bekommt dann definitiv die gesamte Gemeinde mit, aber was soll‘s, so oft komme ich ja nicht hierher. Der Bauer hat aber keine Zeit, da er gerade beim Melken ist, und nicht weg kann, aber er leiht uns einen vernünftigen Wagenheber.

-weiteres Beratschlagen-

Wagen hochbocken, die Reifen (auf beiden Seiten) mit stabilem Material  unterfüllen, und vorsichtig aus dem Schlamassel fahren. – so der Plan-

Nach 4 Stunden und 30 Minuten waren wir dann soweit, der Wagen war wieder frei.

Im dichten Schneetreiben gings dann zurück nach München. Das Positive, der sonst übliche Stau am Pfändertunnel hat sich längst aufgelöst, und wir kamen staufrei, aber leicht verspätet um Mitternacht in München an.

Ich bin total im Arsch, meine Fitness, sollte ich jemals eine gehabt haben, ist total im Eimer. Ich bin jetzt zwei Wochen nicht gelaufen. Nicht dass ich nicht gewollt hätte, ich war auch nicht krank, nein, es lag auch nicht am übermächtigen Schweinehund. Die Diagnose lautet: Workoverload.

Die einzige nennenswerte Bewegung hatte ich Freitagmittag. Zwischen zwei Terminen, suchte ich ein schwedisches Möbelhaus auf, da ich für ein Projekt, vier große und bezahlbare Schreibtische brauche.

Da ich im Süden Münchens zu tun hatte, suchte ich die Filiale in Brunnthal auf, ein für mich neues Trainingsgelände. Die Parkplätze sind dort in unmittelbarer Nähe zum Parkour, und zwar direkt im EG der „Turnhalle“. Am Eingang holte ich mir noch ein „Leihprospekt“ um schon mal ein Blick auf die Strecke zu erhaschen, bzw. mein Ziel zu lokalisieren. Dann ging es los, fliegender Start. Mein Ziel, die Büroabteilung. Der Weg dorthin geht zunächst durch die Wohnzimmerabteilung, dann durch die Schlafzimmer. Mit forschen Schritten stürme ich durch die Gänge, immer darauf achtend, die langsam schlendernden „Beutel-Tiere“ nicht anzurempeln. Manche Teilnehmer zeichnen sich dadurch aus, dass sie spontane Seitwärts-Ausfallschritte machen, um daraufhin irgendwelche „praktischen“ Kleinteile in Ihre blauen Beutel zu stopfen. Der Parkour ist ziemlich verwinkelt gesteckt, in den Spitzkehren stauen sich die bummelnden Teilnehmer, hier wähle ich lieber die schnellere Außenbahn um unbeschadet durch diese Nadelöhre zu kommen. Relativ früh erreiche ich mein erstes Etappenziel, die Büro Abteilung, schnell scanne ich die Ausstellungstücke, -Nix brauchbares dabei-, alles nur Kinderschreibtische mit maximal 160 cm x 80 cm, ist halt doch nur was für Studenten und Singles in winzigen Wohnungen-. Also weiter zum Ausgang. Wie ich feststellen sollte lag der längere Abschnitt noch vor mir. Ich kämpfe mich durch das Schranklabyrinth, vorbei an Billy, Ivar, und Co. Mein Outfit ist nicht ganz Wettkampftauglich, den Wintermantel hätte ich im Auto lassen sollen, die Schweißränder unter den Achseln wachsen zu Suppenteller großen Flecken an. –Weshalb gibt es eigentlich keine Funktions-Business Hemden?- Auf der Hälfte der Strecke ist die Verpflegungsstelle, ich blicke auf die Uhr, -habe ich soviel Zeit?- Mein Magen schreit „ICH WILL FLEISCHBÄLLCHEN“, also reihe ich mich in die Schlange ein, und entscheide mich spontan doch für eine Seezunge gefüllt mit Brokkoli und Beilagensalat. Wie ich später feststellen muss, eine recht eigenartige Kombination, aber was soll man erwarten von einem Volk, das Hauptsächlich für sein Knäckebrot und Möbeln aus Demselbigen bekannt ist. Mein Magen schmollt, „ich hab‘s ja gleich gesagt…“, Keine Zeit für weitere Diskussionen, was auf den Tisch kommt wird gegessen…

Weiter geht’s zum zweiten Abschnitt, „die Markthalle“… Irgendwo muss hier doch die Abzweigung zur verkürzten Strecke sein, aber ich finde die (geheime) Abkürzung nicht, also muss ich weiter, vorbei an Krabbeltischen angefüllt mit Kerzenständern, Tassen, und sonstigem  Deko-Krempel, anschließend durch die Hochregale des SB-Marktes, entfernt sehe ich die rettende Kassenlinie, ich beschleunige nochmals meinen Schritt, und schaffe es, in einer nie dagewesenen Durchgangzeit den IKEA-Brunnthal zu durchlaufen. Ungläubig starrt mich das Kassenpersonal an, als ich die Kassenlinie ganz ohne Kerzenständer, Teelichter, Tassen oder Badezimmervorleger überquere. Gestandene Männer, beladen mit den vollen Einkaufstaschen Ihrer Frauen nicken mir anerkennend zu. Jetzt hätte ich mir eigentlich einen Hot-Dog als Zielverpflegung verdient…, aber ich muss weiter, der nächste Termin wartet schon.

Jetzt muss ich nur noch meiner Frau beichten, dass ich bei IKEA war, und Ihr keine Teelichter mitgebracht habe, und dabei geht doch der 5 kg Vorrat im Keller langsam zur Neige.

Was habe ich da bloß wieder angestellt? In einem Lokalanzeiger unseres Stadtteils habe ich letzte Woche gelesen, dass am Sonntag den 30.1.2011 der 4. Münchner Stadion Cross stattfindet. Und das gleich bei mir in der Nachbarschaft auf dem Vereinsgelände des PSV am Wintrichring. Gestartet wird in 8 Klassen mit unterschiedlichen Distanzen und Altersgruppen. Die Damen treten unter anderem auf der Mittelstrecke (3800m) bzw. Langstrecke(6200m) und die Herren auf Mittelstrecke (3800m) und Langstrecke (8600m) an. Der Veranstalter ist die Leichtathletikabteilung des PostSportVerein München, die Ausschreibung und die Bilder aus dem Vorjahren sahen sehr vielversprechend aus, also habe ich nicht lange gefackelt und habe mich per Mail nachgemeldet. Natürlich für die Langstrecke, ist ja klar, schließlich will ich im Herbst einen Marathon laufen, da brauche ich Kilometer. Erst später bin ich auf den Trichter gekommen, vielleicht mal die Ergebnislisten der Vorjahre und die aktuelle Starterliste zu checken.

-OHA! Auf die lange Distanz gehen gerade mal 40 Teilnehmer an den Start, und letztes Jahr wurde die rote Laterne mit 41 Minuten ins Ziel getragen. Bei dem starken Läuferfeld ist die Nachhut arg dürftig besetzt.-

Aber da war es schon zu spät, vom Organisator habe ich postwendend eine Antwort bekommen, dass ich angemeldet sei, sicherheitshalber hat er auch mal die prognostizierten Siegerzeiten durchgegeben. (Das hätte ich auch gemacht, bei einem dahergelaufenen, vereinslosen, vierzigjährigen). Da begann ich zu rechnen, meine letzte Pace beim ZHS-Crosslauf hochgerechnet ergibt ca. 40 Minuten auf diese Distanz. –Puh- Da muss ich mich aber sputen, dass nicht ich der Laternenträger bin.

Und so nagte es in mir seit zwei Tagen, soll ich absagen? Einfach nicht hingehen? 10 Minuten nach dem Hauptfeld einlaufen… Ist das peinlich? Weshalb habe ich mich nicht für die Mittelstrecke, bzw. für den Hobbylauf(5000m) angemeldet? Aber Hobbylauf, wie sich das anhört. „HOBBY“. Hobby, das ist Modelbahn bauen, Briefmarken sammeln oder sowas, aber wir sind doch Sportler, wenn auch die langsamere Abteilung.

Am Samstag bin ich mal zum Vereinsgelände gefahren, und habe die Strecke inspiziert. Ein Rundkurs von ca. 1200m der mehrmals durchlaufen werden muss. Dabei geht es über den Rasen, durchs Gebüsch, eine Böschung hoch, eine wieder runter, durch die Sandkiste, und das alles ist teilweise Schneebedeckt und etwas eisig.

Eines ist klar, wenn ich hier einigermaßen bestehen will, dann brauche ich Spikes oder anderes Schuhwerk. Silberläufer hat Anfang des Winters von seinen Yaktrax Ketten geschwärmt. Also, wenns der Läufer schon nicht bringt, dann muss wenigstens das Material stimmen. Also bin ich fluchs in die Lauf-Bar gefahren und habe nach Yaktrax Ketten gefragt. Da ich schon mal da war habe ich mir auch die Trailschuhe genauer angeschaut. Und da ich ein ausgesprochener Spontankäufer bin habe ich mir auch gleich ein Paar andrehen lassen und habe die Ketten im Laden gelassen. Jetzt bin ich stolzer Besitzer eines Paares Mizuno Wave Ascend 5.

So ausgestattet, ging‘s am Sonntag eine Stunde vor Start zum PSV. Zum aufwärmen bin ich wieder direkt hingelaufen, sind ja nur 2 Kilometer. Dort in der Umkleidekabine wurde ich dann gleich wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Ein Läufer meinte „wie, du läufst die Strecke ohne Spikes?“ und schraubt sich lässig seine 12mm Nägel in den Schuh. –Soll ich einfach wieder gehen?- Noch hat mich ja keiner gesehen…, wobei, die Startunterlagen habe ich ja schon abgeholt –Mist-

Aber da kommt mir ein Artikel bzgl. Aufgeben von Ultraistgut in den Sinn. „Gib niemals auf, du kannst mehr als du denkst …)

Nadann, gehen wir mal zum Start.

Es ist saukalt, -7 °C, trotzdem gibt es ein paar Läufer die in kurzer Hose antreten, OK, die sind auch nicht so lange wie ich unterwegs. Das Starterfeld ist wirklich sehr übersichtlich. Es passen fast alle in die erste Reihe unter den Saucony Startbogen. Nur vier Läufer stehen in zweiter Reihe, und da bin ich dabei.

Der Startschuss fällt, ich lasse die Meute davon brausen, ich orientiere mich an den drei Kollegen aus der zweiten Reihe. Ich klemme mich hinter einen, der cirka in meinem Alter zu sein scheint. Mal die erste Runde abwarten und nicht gleich Vollgas geben, mal sehen, wie ich die Steigungen vertrage.

"die Streif"

Es geht in einem Bogen über einen Fußballplatz, dann eine kleine Steigung hoch, dann runter auf eine zugeschneite Tartanbahn („Stadionschuss“), dahinter geht es durchs Gebüsch („kleiner Tazelwurm“) hoch auf ein kleines Plateau, wo eine kleine Schleife gelaufen wird, um dann wieder über zwei Abstiege, der zweit ist seitlich abfallend,  zurück ins Stadion zu kommen. Der Platz wird überquert, und am anderen Ende geht es steil eine Böschung nach oben („der Schinder“), von dort einen schmalen Trampelpfad durchs Gebüsch, und dann wieder steil runter („die Streif“)auf den Fußballplatz, nach einer scharfen Linkskurve geht es über zwei Hindernisse gefolgt von einem ca. 10meter langen Sandkasten, jetzt noch um ein Kunstrasenplatz rum und wieder zurück Richtung Start. Das ganze musste sieben mal durchlaufen werden.

"der Schinder"

Mit meinem Pacemaker kann ich zunächst gut mithalten, nach einer halben Runde bricht der aber schon ein, noch vor der bösen Steigung („der Schinder“) gehe ich an Ihm vorbei. Bereits in der zweiten Runde werde ich von der Spitze überrundet, fortan laufe ich auf der Außenbahn, um den schnellen nicht den Weg zu versperren. Am „Schinder“ stapfe ich zum Teil durch höheren Schnee, um die Ideallinie nicht zu blockieren, mit den Steigungen und Abstiegen komme ich eigentlich gut zurecht, was zum Problem wird, sind die Hindernisse, die sind echt fies, und danach der Sandkasten, eine wahre Freude. So drehe ich meine Runden…

In Höhe des Zielkorridors stehen die „Zähler“, die für die Läufer die Runden zählen und zurufen. Nicht sehr erbauend ist es zu hören,“ letzte Runde“, „letzte Runde“, „für Dich noch 3 Runden“, und damit war natürlich ich gemeint.

So langsam setzt mir die Strecke zu, die Kräfte schwinden, es sind zwar nur 8 Kilometer, aber so ein Cross bin ich noch nie gelaufen, das ist doch ein bisserl was anderes wie auf Teerwegen seine Runden zu drehen. Der ZHS-Crosslauf hat zwar ordentlich Höhenmeter, aber dafür geht es zu 95% über Asphalt. Und hier, ist das Geläuf ziemlich hoppelig, naja ist klar, ist ja auch ein Crosslauf.

Die Überrundungen meinerseits nehmen ab, und für mich steht als Premiere in der vorletzen Runde die erste Überrundung eines anderen Läufers an. Mein ursprünglicher Pacemaker ist nicht schneller geworden und ich darf innen an Ihm vorbei -toll- Ich werde definitiv nicht Letzter! Das gibt mir Kraft für die letzte Runde. Am Start formieren sich bereits die Läufer für den Start des Hobbylaufes. Exakt 40 Minuten nach der Langstrecke sollen die Hobbyläufer auf die Strecke, ob ich das noch schaffe…? Das letzte Mal den „kleinen Tatzelwurm“ und den „Schinder“ hoch, über die Drecks Hindernisse, und ab Richtung Ziel. Ich versuche die –timekiller- Rakete zu zünden, aber da kommt nix mehr, ich höre die Zeit-Crew sich zurufen, „es sind noch vier auf der Strecke, den einen hier warten wir noch ab, dann starten wir…“  ich biege in den Zielkorridor ein, und sehe die Uhr unerbittlich hoch zählen 39:45 … 39:46…39:47… Zähne zusammenbeißen und das letzte aus dem geschundenen Körper rausgequetscht… -ZIEL- 39:53!  Na also, sage ich doch ca. 40 Minuten.

Rauchen meine Füße etwa? Ist es heißer Gummi? Oder ist es der dampfende Zitronentee, den ich vor lauter Entkräftung über meine Schuhe geschüttet habe?  Die Schuhe sind übrigens super, ich bin nicht einmal nennenswert gerutscht, ich hatte  immer einen sicheren Halt, auch auf dem seitlich abfallenden Abschnitt hatte ich keinerlei Probleme. Mit Spikes wäre ich wohl kaum schneller gewesen… da muss ich noch arg zulegen um solche Steigeisen wirklich zu benötigen.

Heute früh, bei der Lektüre des Lokalteils der Süddeutschen Zeitung, musste ich mich doch sehr wundern, aber lest selbst…

Quelle SZ-Lokalteil. 29./30 Januar 2011
Quelle SZ-Lokalteil. 29./30. Januar 2011

-???-

Was sagt man dazu? Entweder ist das ein Scherz, oder die Schülerin hat sich da eine ziemlich gewagte Ausrede einfallen lassen.  Mich würde jetzt die Rasterfahndung der Polizei interssieren? Suchen die jetzt einen  laufenden Legastheniker mit schmutzigen Händen?