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Die schönste Woche des Jahres 2011 ist eigentlich schon wieder rum. Der Jahresstart beginnt in Bayern aufgrund des Feiertages „Heilige Drei Könige“ und dem darauffolgenden Brückentag immer etwas gemächlicher. Die Projekte für 2011 schlummern noch in den Schubladen, werfen aber bereits ihre Schatten voraus.


Nachdem nun alle Blogger Ihre Jahresziele verkündet haben, möchte auch ich nicht fehlen. Wo soll es mit mir 2011 hingehen? Mit meiner sportlichen Bilanz für 2010 bin ich eigentlich recht zufrieden, ich habe es auf 1275 Jahreskilometer (bei 116 Läufen) gebracht und auch ein paar 10er unter 50 Minuten gefinisht.

Was ist 2011 drin?

Ich möchte mich endlich an mein großes Ziel „mein erster Marathon“ wagen und bin bereits für den München Marathon im Herbst gemeldet. Da der Marathon traditionell nur zwei Wochen nach der Wiesn stattfindet wird das eine echte Herausforderung. Dass es mir bis zum Herbst nicht langweilig wird, bin ich jeden Monat für mindestens einen kleinen Lauf gemeldet. Unter anderem möchte ich im Mai beim „9. MRRC Stadt Triathlon München“ teilnehmen und vielleicht im Juli noch am Karlsfelder Volkstriathlon.
Aber, die sportliche Seite meines Lebens muss zum Rest passen, ich habe beruflich in 2011 einiges vor, und muss hier richtig Gas geben, außerdem habe ich mir vorgenommen für die Familie wieder mehr Zeit zu haben.

Wie geht das alles zusammen?

Nun, ich habe festgestellt, dass das Laufen mehr für mich ist als nur den Schweinehund zu besiegen und Kilometer zu sammeln, das Laufen gibt mir die Energie die beruflichen Herausforderungen anzunehmen und zu meistern. Das Laufen tut mir einfach gut. Dabei habe ich durchaus auch einen gewissen Ehrgeiz, nicht dass ich mich mit Jemanden messen möchte, nein, es sind selbst gesteckte Ziele wie z.B. den Marathon unter 4 Stunden zu laufen. Ich möchte mich aber nicht unter die Knute eines engen Trainingsplans zwängen, da ich für meinen Beruf zeitlich flexibel sein muss. Der Job hat also weiterhin die Hoheitsgewalt über meinen Terminkalender. Trotzdem versuche ich jeden zweiten Tag zu laufen, mindestens an drei Tagen der Woche und mindestens einmal pro Monat eine längere Einheit einzubauen.  Flexibel eben. In den drei Monaten vor dem Marathon werde ich das noch ein bisserl intensivieren müssen.

Das hört sich jetzt viel an, woher die Zeit dafür nehmen?

Ich habe mal nüchtern meine Tage betrachtet und festgestellt, dass nicht etwa die Zeit fehlt, sondern sich die Aufgaben zu bestimmten Zeiten einfach häufen, und zu anderen Zeiten Leerlauf herrscht. Die größte Zeitvernichtung findet am Feierabend vor der Glotze statt. Ich habe nun ein paar Prioritäten geändert, und ich lasse das Fernsehen am Feierabend weg, statt dessen laufe ich Abends, bzw. kümmere ich mich um Dinge die tagsüber liegen geblieben sind oder habe einfach mal Zeit für meine Frau, (oder fürs Bloggen :-))
Ich habe das Fernsehen nicht komplett gestrichen, ich möchte nur bewusster konsumieren. Ich habe mich viel zu oft einfach nur zur Entspannung durch das Programm gezappt, und dabei war der Mehrwert für die verbrauchte Zeit eher gering. Wenn ich mir überlege wie viel sinnlose Zeit ich schon vor der Glotze verbracht habe werde ich richtig sauer.
Mit dem Festplatten Rekorder kann ich mir die interessanten Sendungen einfach aufnehmen und dann bei Bedarf, vielleicht nach dem Training, anschauen.
Mein Training am Wochenende habe ich auf die Frühe, bzw. auf den Abend gelegt, und es wird entweder Samstags oder Sonntags gelaufen, so bleibt auch Zeit für lange Ausflüge mit der Familie, wenn ich nicht gerade am Wochenende Arbeiten muss.

Das ist jetzt nicht nur pure Theorie, ich habe bereits im Herbst damit begonnen meine Wochenkilometer zu erhöhen, und mein Tag hat jetzt nicht plötzlich 28 Stunden. Bisher klappt das ganz gut! An der einen oder anderen Stelle muss ich noch etwas optimieren… Aber ich weiß dass es klappen kann, es gibt in der Lauf-Blogszene genug Beispiele die es täglich beweisen, dass Job, Familie und Sport sich nicht ausschließen.
Oder habe ich mir da doch zu viel vorgenommen?

Ich weiß, ich bin ein bisschen spät dran mit den Bildern zum Parallelslalom in München, dennoch möchte ich Euch die Bilder nicht vorenthalten. Außerdem ist das eine gute Gelegenheit mal die NextGEN Gallery auszuprobieren. Ansonsten wird in diesem Post nix übers laufen zu lesen sein, außer vielleicht, dass mir beim Warten auf den Start die Zehen vor Kälte blau angelaufen sind…

  • FIS-Parallelslalom

 

 

Ich weiß nicht woran es liegt, aber hier im Norden bin ich ständig müde. Liegt es an der Luftveränderung, oder gar am koffeinfreien Kaffee, der bei den Schwiegereltern gereicht wird? Daher habe ich mich heute Mittag hingelegt, um etwas zu lesen, bin aber nicht weit gekommen…

Um 15:30 bin ich hochgeschreckt, Mensch Du willst doch noch laufen…

Nach meinem Weihnachtslauf am 24. und einer Tempoeinheit am 26., stand wieder ein längerer Lauf von ca. 18 km auf dem Programm. Da ich den Lauf mit angezogener Handbremse bestreiten wollte, habe ich mich warm eingepackt. (habe ich bereits erwähnt, dass ich nicht gerne friere?) Da es schon spät war,  habe ich mich auch noch ein bisschen mit  Reflektor-Armbändern und Gürtel dekoriert, sowie mit einem Blink-Armband. Ich sah aus wie ein blinkender Wattwurm, OK, bei vier Schichten war ich eher eine Watt-Wurst.

Um 16 Uhr,  ging es dann los, ich hatte mich diesmal genau informiert, damit ich mich nicht wieder verlaufe. Soweit so gut, die Strecke war diesmal nicht das Problem, sondern die Dunkelheit, die mich dann  sehr schnell verschluckte. Um 17:00 Uhr bei ca. km 10 war es dann schon stockdunkel. Zum Glück hatte ich die Route so gewählt, dass ich ab km 11 nur noch auf dem Radweg von Charlottendorf nach Wardenburg  zurück laufen musste.

Vielleicht hatte ich ja doch eine Schicht zu viel aufgelegt, oder es lag an der ungünstigen Wetterkonstellation, jedenfalls begann ich langsam an zu dampfen. Von meinem Funktionsmützchen stiegen Nebelschwaden auf, und auch aus meinem Kragen dampfte es, wie aus einem Wasserkessel. Das wäre nicht weiter dramatisch, wäre ich kein Brillenträger, fortan beschlug also meine Brille… das ist ein bisschen ungünstig beim Laufen, vor allem wenn es dunkel ist.  Ich experimentierte mit meiner Atmung, machte die Jacke weiter auf, irgendwann habe ich es dann geschafft, dass nur der untere Rand der Brille beschlug.

Der Radweg vor mir war noch Schneebedeckt, nur die wenigen Fußstapfen waren freigeschmolzen. Links die weißen Felder, rechts die Böschung zur Straße, der Weg zog sich wie ein langer weißer Lochstreifen durch die Nacht. So rannte ich durch die Dunkelheit, fast in Trance durch das ständig wiederkehrende Muster des „Lochstreifens“ vor mir. Ab und an wurde ich von einem entgegenkommenden Fahrzeug geblendet. Der Weg verlief an einer Stelle etwa 1,5 Meter unterhalb der Fahrbahn, just als ich diese Passage  passiere, kommt mir ein PKW entgegen, der Wagen ist noch ca. 5 Meter von mir entfernt, da blendet der Sack auf…

X-E-N-O-N

Quelle: Wikipedia

…AArgh!

Weihnachten feiert Familie –timekiller- traditionell bei den Schwiegereltern in der Nähe von Oldenburg.

Da Oldenburg nicht gerade um die Ecke liegt, steht vor Weihnachten erstmal die lange Fahrt in den Norden an. Als alter Staustratege legte ich den  Abfahrtstermin  auf 23.12; 18:00 Uhr, und lag damit diesmal genau richtig, denn die Unbillen des Winterwetters, wie Schneeregen /überfrierende Nässe / Blitzeis…, zogen bereits am Nachmittag über Mittel und Norddeutschland hinweg, da suchte ich noch verzweifelt in  München nach einem Geschenk für die Gattin. Gut 8 Stunden haben wir dennoch  für die Strecke gebraucht und damit waren wir noch gut bedient, denn ab Paderborn ging es über eine geschlossene  Schneedecke. -Was tut man nicht alles für die Familie-

OK, ganz selbstlos war das nicht, ich wollte die Weihnachtstage nutzen um noch ein paar lange Läufe, die ich in den letzten Wochen etwas vernachlässigt hatte, in einer anderen, vor allem ländlichen, Umgebung zu absolvieren.  Für einen Stadtläufer ist das ein absoluter Genuss, wie Weihnachten eben.

Daher stopfte ich mich gleich am 24.12.  Nachmittags in meine Funktionsklammotten und los gings. Aber wohin? Meine Strecke durch den Wald und über Feldwege die ich sonst bei meinen Besuchen immer gelaufen bin, lag tief verschneit im Winterschlaf, da war kein Durchkommen möglich.

Während mein Forrunner im Garten noch den Satteliten sucht,  suche ich auf www.mapmyrun.com nach einer Alternativstrecke, die hoffentlich über geräumte Rad und Fußwege führt. Ok, zum warm werden, einfach mal  in den Nachbarort und zurück.

Auf dem Radweg ging es dann von Wardenburg Richtung Littel, der Weg war geräumt aber nicht ganz Schnee und eisfrei, aber dieses Jahr ist man das ja schon gewohnt. Vor Littel beschließe ich den Radweg zu verlassen um, über den Lübbersdamm um Littel herum zu laufen.  Der Schnee auf dem  Sträßchen ist festgefahren, und ziemlich rutschig, stellenweise sorgen Schneeverwehungen für  kleine Tiefschnee Einlagen.

Streckenweise ist die Sicht diffus, alles um mich herum ist weiß, der Weg, die Felder rechts und links, der Himmel… Mir wird ganz schwummerig, da dem Blick etwas fehlt um es zu fokusieren.

Nach Littel komme ich wieder auf eine größere Straße mit Radweg und biege rechts ab, um wieder nach Littel zurück zu kommen. -Ein folgenschwerer Fehler- Ich wundere mich noch, dass der Radweg nach dem Ort wohl die Fahrbahnseite gewechselt hat, aber OK, warum nicht.

Ich laufe weiter, auch wenn mich das Gefühl beschleicht, irgendwie die Orientierung verloren zu haben,  aber das mag daran liegen, dass ich die Gegend nicht gut genug kenne und irgendwie sieht das momentan eh alles gleich aus. Plötzlich stehe ich vor dem Ortsschild „Charlottendorf-West“

-wo bin ich-

Diese Frage kann ich schnell klären da am Ortseingang eine Umgebungskarte steht. Der Platz vor der Infokarte ist natürlich nicht geräumt und so stehe ich in 20 cm tiefem Schnee und versuche mich zu orientieren, während mir der Schnee in den Schuh rieselt.

OK, ich bin falsch abgebogen und bin im Nachbarort gelandet, ich könnte jetzt natürlich einfach wieder umdrehen, aber da ich lieber Rundkurse laufe, versuche ich mir eine andere Wegvariante einzuprägen. Jetzt gleich links Richtung  Charlottendorf-Ost und dann die nächste Straße wieder links zurück Richtung Littel. Ich laufe wieder auf einem schmalen Sträßchen, mir fällt auf, dass nirgends gestreut ist. Etwas Splitt würde das Fortkommen erheblich verbessern.  Wenn ich so drüber nachdenke fällt mir auf, dass die Größe des Streugutkörnung mit der geografischen Breit nach Norden hin abzunehmen scheint. Während noch in Österreich die Korngröße bei stattlichen 10 -15 mm liegt, ist die Körnung in Bayern und Baden-Würtenberg bei durchschnittlich 5mm. Hier im Norden scheint man überhaupt  nicht mehr zu streuen. Und gerade hier ist die Dichte der Sommerreifenfahrer besonders hoch. Eben hat mich wieder ein Kleinwagen mit durchdrehender Vorderachse überholt… Hätte der Motor nicht so geheult, ich hätte den Wagen nicht gehört, da der Schnee sämtliche Geräusche schluckt.

Eigentlich hätte die nächste Abzweigung nach ca. 1 km kommen sollen, bisher war da aber nix, nach 2km kommt endlich eine Straße. Der Name der Straße lautet anders als der, den ich mir versucht habe einzuprägen. –egal- ich muss hier links ab, sonst komme ich bis zur Bescherung nicht mehr nach Hause. Die Straße geht nun kilometerlang gerade aus. Am Horizont kann ich ein kleines gelbes Auto erkennen, das alle 100 Meter anhält. Da werden wohl noch die letzten Pakete ausgeliefert.  Es pfeift mir ein eisiger Wind entgegen. Ich habe das Gefühl ich stehe. Meter für Meter kämpfe ich mich weiter. So langsam wird’s anstrengend und ich beginne mich zu fragen, was mich geritten hat heute und hier zu laufen. Es ist Weihnachten und ich stolpere hier durch die Gegend. Irgendwann bin ich mit dem Postboten auf gleicher Höhe, ich grüße Ihn mit einem „Moin“, Der Postbote winkt mir zu während er durch den Schnee zu einem Hof stapft.   Das nächste Ortschild läßt mich aufatmen, „Littel“, ich weiß wieder wo ich bin. Ich laufe durch den Ort, zurück auf die Bundesstraße die mich zurück nach Wardenburg führt. Die einzigen Fußspuren auf dem Radweg sind von mir. Ich habe zwar keine Kraft mehr, aber ich stelle fest, dass meine Schrittlänge zugenommen hat, ich schaffe es nicht in meine eigenen Stapfen zu treten. Ist das das Geheimnis des negativen Splitts?

Aus meinen Gedanken reißt mich ein hupendes Auto das neben mir langsamer wird, es ist der Postbote und fragt, ob er mich ein Stück mitnehmen soll,  ich muss ein fürchterliches Bild abgegeben haben, aber diese Schmach kann ich nicht zulassen, dass mich die Post auf dem Hof der Schwiegereltern abliefert. Ich lehne dankend ab, und versuche zu lächeln.

Ziemlich KO, und vollkommen durchgeschwitzt komme ich zu hause an.  15 km stehen auf der Uhr, bei einer durchschnittlichen Pace von 5:20, nicht schlecht, aber ich bin völlig alle.  5 km gegen den Wind kann mit jedem Bergtraining mithalten. Das wars, die nächsten paar Tage wird nur noch gechillt.  Scheiß auf Dein Trainingsplan. Ich überlege meine dampfenden Schuhe gleich ins Auto zu packen,  damit ich nicht nochmals in Versuchung  geführt werde.

Ich komme in die warme Küche, meine liebe Familie schaut mich ungläubig an, „Wie? Du warst Laufen? Bei dem Schnee, du spinnst ja!“ Trotzdem bringt mir meine Tochter eine Flasche Vilsa (das beste Mineralwasser Norddeutschlands).  Der Inhalt der Flasche verdampft noch in meiner Kehle bevor er den Magen erreicht.  Während ich saftend auf der Küchenbank sitze und in Gedanken mein Läuferjahr abschließe, macht mich meine Schwägerin charmant darauf aufmerksam doch mal die Dusche aufzusuchen. „Ich glaube Dein Deo hat versagt“. Mit wackligen Knien erklimme ich die steile Treppe zu unserem Zimmer. Ich werde den heilig Abend wohl im Bett verbringen müssen, denn die Treppe komme ich nicht wieder runter…

Unter der warmen Dusche, kommt etwas verspätet das „Runners High“ „Mensch ist das schön“ durchströmt es mich . Die Glückshormone fangen an zu blubbern. In Gedanken feile ich schon wieder an meiner nächsten Tour, diesmal aber gleich eine richtig  große Runde. Aber erst morgen, jetzt freue ich mich auf  Heilig Abend mit den Kindern.

Ich wünsche Euch allen schöne Weihnachten, und viele tolle Laufmomente für 2011.

-timekiller-

Es ist ein Drama, die letzte Woche war schlimmer als befürchtet. Jede Menge Arbeit, und eine Feier, zu der ich vollkommen ausgehungert einlaufe und nach dem Aperitf schon ziemlich beschickert bin. Ich realisiere langsam, dass ich in einer schicken Vinothek nicht auf Bier umsteigen kann, auf bleifreies schon gar nicht.  -egal- Ich baue auf ein opulentes Menü und trinke mit den Kolleginen noch ein Gläschen.  Dummerweise haben schnieke Vinotheken die Eigenheit, daß die servierten Speisen zwar äußerst schmackhaft sind, jedoch nur in homöopatischen Dosen angeboten werden.  Nach der Nachspeise knurrt mir noch der Magen. Über das Vakuum im Magen macht sich allmählich der großzügig ausgeschenkte Schwarzriesling her. Ich bin kein Weinkenner, ich kann gerade mal Weiß- von Rotwein unterscheiden, aber irgendwie schmeckte der Wein nach „Lambrusco“. Oje, hoffentlich ähnelt sich nur der Geschmack…

Den Samstag habe ich dann (bei wunderschönem sonnigen Winterwetter), mit meinem Kater im Bett verbracht, der Kater schnurrte nicht,  er brummte ganz gehörig. Bis 20:00 Uhr musste ich einigermaßen wieder hergestellt sein, denn da ging es schon wieder zur nächsten Feier. Die beste Freundin meiner Gattin hatte zum Geburtstag geladen, aus der Nummer kam ich nicht raus. Ich hatte noch inständig gehofft, dass der Babysitter absagt, aber nix wars….

Vom Wein habe ich mich an diesem Abend fern gehalten, und nach dem ersten Bier kamen auch die Lebensgeister zurück,  aber ich war angezählt…, um 4 Uhr hatte meine Frau ein Einsehen, und nahm mich aus dem Ring.

Der Sonntag stand dann leider im Zeichen der Arbeit, ich musste bis Montag noch ein gaaaaaanz dringendes Konzept für ein Projekt fertig machen, das schon seit August vor sich hindümpelt, und jetzt, noch vor Weihnachten in die Spur gebracht werden soll. Also ignorie ich  das schöne Wetter, und verschiebe meinen geplanten (längeren) Lauf auf Nachmittag.  Aus dem Nachmittag wird natürlich wieder Abend und in der Dämmerung begebe ich mich auf meine Runde rund um den  Schlosspark Nymphenburg, am Kanal entlang, und noch eine kleine Schleife durch den Olympiapark.

Kurz vor dem Schloß kommt mir eine junge Frau entgegen und strahlt mich an, -mensch-, die sieht aus, als wolle sie Dich gleich um meine Telefonnummer bitten,  aber wer spricht schon einen Jogger an. Da spricht mich die Frau  tatsächlich an, und fragt: „Entschuldigung, können Sie mir sagen wo die nächste Telefonzelle ist?“ -???- Telefonzelle, gibts sowas noch? Öh, keine Ahnung, seit dem die Telekom die gelben Häuschen abgebaut hat, übersieht man die ja gerne. Ich kann Ihr leider nicht helfen.

(aus Garmin Connect)

Ansonsten begegne ich sonst fast niemandem mehr, die anderen Läufer haben alle das schöne Wetter am Vormittag genutzt. Der Lauf erweist sich als äußerst anstrengend, bei jedem Schritt bereue ich mein ausschweifendes Leben der letzten Tage. Bis Silvester ist Askese angesagt. Absolute Enthaltsamkeit…

Im Olympiapark, ist der Weg am See unterhalb des Olympiabergs aufgrund des geplanten Weltcup Slaloms  gesperrt. Ich ignoriere jedoch die Umleitung durch den abgelassenen See, und laufe durch das offene Absperrgitter. Hundert Meter weiter stehe ich vor einem riesigen Schneeberg, der mir den Weg versperrt.  Ich versuche das Hindernis zu erklimmen, bzw. zu umrunden und sinke dabei bis zum Knie im Schnee ein. Auf der Rückseite des Berges stehen zwei Streifenwagen der Polizei, die wohl auch die Absperrgitter ignoriert haben und sich im Tiefschnee festgefahren haben. Was die hier verloren haben ist mir schleierhaft, aber  als braver Bürger helfe ich den Streifenhörnchen Ihre Diestfahrzeuge wieder auf befestigte Wege zurück zu schieben. Nach 1:38 komme ich dann wieder zu hause an. Ich bin die 17 km Runde schon schneller gelaufen, aber da war auch ich und die Strecke in einer wesentlich besseren Verfassung, außerdem musste ich da nicht als ADAC-Helfer einspringen.

Die Weihnachtszeit ist nicht für Läufer gemacht, jedenfalls nicht für Läufer, die beim MRRC Silvesterlauf Ihre PB knacken wollen.  Wer „rastet der rostet“, diese Erfahrung ziehe ich aus dieser Saison. Ich hatte letztes Jahr einen guten Herbst mit einer PB beim 10 km Lauf anläßlich des München Marathons, danach gönnte ich mir eine vier wöchige Laufpause, und kam danach nicht mehr richtig in die Spur. Erst nachdem ich diesen Sommer die Wochenkilometer von 20 km auf  35-40 km hoch gesetzt habe, stellten sich erste Erfolge ein.

Und jetzt boykotiert mich die Vorweihnachtszeit. Vom Wetter, bzw. Laufbedingungen will ich ja gar nicht reden, es sind viel schlimmere Versuchungen die einen vom Laufen abhalten.

-Weihnachtsfeiern-

Eigentlich hat man ursprünglich keine rechte Lust, gehört dann aber immer zu den Letzen, die anschließend  noch um die Häuser ziehen. An Laufen ist am „Day-After“ nicht zu denken.  Die inoffiziellen Weihnachtsfeiern, der einzelnen Abteilungen/Kunden/Kollegen, bzw. die spontanen Glühweinverabredungen nach Feierabend sind noch viel schlimmer, da diese spontan sind, und den mühsam ausgetüftelten Trainingsplan, beim zweiten Rumpunsch einfach löschen.

Das Ergebnis ist, dass ich letzte Woche gerade mal läppische 20 Wochenkilometer auf der Uhr hatte.

So kann das nicht weiter gehen. Seit Wochen vernachlässige ich meine langen Läufe am Wochenende. Dieses Wochenende konnte ich Samstags nicht wegen der Weihnachtsfeier vom Freitag, und am Sonntag war ich mit der kleinen im Schneetreiben am Spitzingsee beim Skifahren, und habe am Pflugbogen meiner Tochter gefeilt. Anschließend wollte ich noch an meiner Ausdauer feilen und dafür einen langen Lauf um das Nymphenburger Schloß einbauen, aber das wusste meine Frau mit einem leckeren 3 Gänge Menü und einer guten Flasche Wein zu verhindern.

-ich bin so schwach-

Also, bin ich gestern los, und habe mir zur Strafe 3 x die Bezwingung des Olympiabergs auferlegt.  Ich mach es kurz, ich habe nur zwei Besteigungen geschafft.  Beim zweiten Abstieg  hat es mich, auf einer Eisplatte, so bärenmäßig auf den Arsch gehauen, dass ich danach nur noch wimmernd nach hause humpeln konnte.  Bei 75 kg Kampfgewicht kann ich nicht behaupten, dass der Sturz durch die 15,3 % Körperfettanteil irgendwie gedämpft worden wären.  Die Nacht habe ich jamernd auf dem Bauch geschlafen, und heute arbeite ich auch eher im stehen.

Es sind jetzt noch 10 Tage , eine Weihnachtsfeier und eine Geburtstagsfeier bis Weihnachten.  Die Weihnachtstage bei den Schwiegereltern stelle ich einfach unter das Motto „extreme Carboloading“. Wenn ich über die Feiertage täglich laufe werden sich die Auswirkungen der Weihnachtszeit hoffentlich in Grenzen halten.

Da hatte es am Sonntag noch -5 °C, die Tage davor waren sogar noch kälter. Sonntag Nacht beginnt es zu regnen, und Montags muss der Regenerationslauf ausfallen, weil es wirklich ecklig war, Regen, überall Schneematsch und riesige Pfützen durch die man hätte durchschwimmen können. Gut, nach dem Lauf am Sonntag habe ich mir ein bisschen Ruhe verdient.

Am Mittwoch hatte es dann bei uns über 10°C, sogar noch abends um 21:00 Uhr.  Nach drei Tagen Ruhe, konnte ich gar nicht anders als meine Schuhe zu schnüren, und auf meiner Stammstrecke im Olympiapark etwas zu traben. Es fühlte sich gut an, nix schmerzte, nix zwickte, der Puls blieb in normalen Regionen, ein wirklicher Genusslauf. Bei dem Temperatursprung von 15° fühlte ich mich als sei ich im Urlaub. 55 Minuten für die 10 km standen schlußendlich auf dem Tacho.

Der münchner Schnee ist in den letzten Tagen  gänzlich weg geschmolzen, nur noch kleine Schneehäufchen zeugen vom Winter. Und natürlich die etwas größeren Schneehaufen am Olympiaberg und im Olympiasee. Hier soll am 2. Januar im Rahmen der Audi FIS Ski Worldcup ein Paralleslalom ausgetragen werden.  Während der kalten Tage wurde hier zusätzlich Kunstschnee produziert. Über die sinnhaftigkeit solcher Veranstaltungen läßt sich streiten… (ich gehe aber trotzdem hin.)

Über Nacht wurden wir dann wieder in den Winter zurück katapultiert, wie ich heute morgen aufwache, liegt draußen wieder eine geschlossene Schneedecke (5cm)  und es hat wieder -1°C.

-Alles wie gehabt-

Winter, ja, es ist Winter! Wie eigentlich alle Läufer-Blogs gemeldet haben, ist in den letzten Tagen Schnee gefallen. Und bisher musste ich sagen,

-Na und?-

Ich liebe Schnee. Ich war so geil aufs Skifahren, dass ich letztes Wochenende mit einem Freund nach St. Anton zum „Ski-Opening“ gefahren bin.  Das ironische dabei ist, daß dort eigentlich kaum Schnee lag und der XXL-Riesentorlauf (der eigentliche Grund meiner Anreise) wegen Schneemangels abgesagt worden ist. So kam es, daß wir uns am Wochenende auch eher den leiblichen Genüsse hingegeben haben , und das sportliche so ein bisschen ins Hintertreffen geraten ist. Anstatt 10 km laufen auf der alten Bahnstrecke von St. Anton,  hatte ich eher 10 dunkle Weißbier (aus der Flasche) auf der Tanzfläche vom „Postkeller“.

Nach diesem schnee- und  sportarmen Wochenende komme ich nach München zurück, und am nächsten Morgen wache ich in einem Winter(alb)traum auf.

-Super, Schnee in der Stadt!-

Winter in München

Das ist die Hölle!  Der Verkehr bricht schlagartig zusammen, sobald die ersten Schneeflöckchen den Asphalt des Mittleren Rings berührt haben.

OK, das ist mir sonst eigentlich schnuppe, da ich zum Glück die meisten meiner Erledigungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen kann.

Aber ich will läuferisch noch keine Winterpause machen, schließlich steht am Samstag der Auftakt zur Winterlaufserie auf dem Plan, und da wollte

ich den nächsten Angriff auf meine 50:00 Minuten Grenze starten. Und jetzt sowas. Schnee, viel Schnee. Ahhhh…

-Wo ist eigentlich die Klimaerwärumung wenn man sie mal braucht-

Gestern habe ich trotzdem meine geplante Trainingseinheit abgespult, war zwar etwas ruchtschig, aber es ging. Aber es schneit ja  weiter, ich glaube ich brauche auch Ketten für meine Renn-Pantoffel.

Heute hatte ich zudem einen fürchterlichen Tag, unvorhergeshene Termine haben mich gezwungen doch das Auto zu bemühen, so saß ich Stunden in meiner Kiste gefangen, war  und ich ewig gebraucht habe um von A nach B, C, D  zu kommen. Mittlerweile liegt hier wirklich viel Schneee. Das suchen nach Parklücken wird zum Ausdauersport, dort wo früher Parklücken waren, türmen sich jetzt Schneemassen auf. Wenn man das Glück hat eine Parklücke zu finden, hat man keine Ahnung ob man da vor der nächsten Schneeschmelze wieder rauskommt.

Alles Weiß, wo man hinblickt, … Und dann kommt man um 21:30 endlich nach hause und freut sich auf den Feierabend, und dann ist nur noch Weißwein da.

-Whaaaaaa!!!-

Gestern stand wieder einmal Intervall Training auf dem Plan. Ich laufe dabei meist 2 km locker Richtung Park, und beginne dann mit meinen Intervallen. Entweder laufe ich 8x 500 Meter  mit 500 Meter Trab/Jogging Pausen dazwischen oder ich mache 10 x 400 Meter mit 400 Meter Trab/Jogging.  Da es jetzt immer schon dunkel ist, wenn ich laufe, habe ich mal meinen Garmin Forrunner 31oXT programmiert, dass er piepsen soll, wenn meine Aufwärmstrecke vorbei ist und ich Gas geben sollte.  Da ich schon mal dabei war, habe ich gleich mal die Soll-Werte für die Geschwindigkeit der schnellen Abschnitte programmiert.  Soweit so gut.

Als ich meinen Aufwärmabschnitt absolviert hatte, piepste und brummte die Uhr brav zum Signal  das Tempo anzuziehen. Nach wenigen Augenblicken brummt und piepst die Uhr jedoch schon wieder, wie? Schon fertig? Das waren gerade mal 100 Meter… . Wie ich noch überlege was mir die Uhr sagen will, piepst und rüttelt es schon wieder am Handgelenk, diesmal in einem anderen Piepstakt…, so geht das noch einige male, bis dann das Finale Brummen kommt und die Ruhephase eingeläutet wird.  Während der Trabpause habe ich Zeit nachzudenken was mir meine Uhr sagen will. Ich denke, es wird angepiepst, wenn ich den Trainingsbereich komme, bzw. wenn ich ihn verlasse. Mal drauf achten was im Display eingeblendet wird wenns wieder losgeht.

Nächster Abschnitt, wieder piepsen und brummen zum Start, irgendwann vibriert es dann wieder am Arm, aber ich kann beim besten willen nicht lesen was im Display erscheint. Schließlich bin ich hier am rennen, außerdem ist es dunkel. OK, ignorieren und weiterlaufen.  – so geht das 8 Intervalle lang –

Mittlerweile errege ich Aufsehen, im Olympiapark ist man ja nie ganz allein, Fußgänger betrachten mich irritiert, und denken „bei dem piepsts wohl?“, Läufer schauen eher mitleidig, „na, Alarm falsch eingestellt?“, ätere Herrschaften ereifern sich über mein vermeintlich zulaut eingestellten Walkmann… – Nix wie nach Hause und Sollwerte löschen, bzw. Bereich vergrößern 4:15 – 4:30 war dann vielleicht doch etwas zu ambitioniert.

So ist das mit den Erungenschaften der Technik, die Technik ist immer nur so gut wie seine Bediener 🙂

Meinen langen Lauf habe ich diese Woche am Montag Vormittag gemacht, die Route führte mich auf einem Rundkurs durch den Allacher Forst.  Auf dem Hinweg kamen mir zwei Jogger (im Mittelalter ca.45 ) entgegen, die sich während ihres lockeren Laufes unterhielten. Ich grüßte kurz, was mit einem freundlichen Nicken quittiert wurde. Auf dem Rückweg begegnete ich den Beiden nochmals. Man lächelte, da man sich wieder erkannte.   Der Laufstil der beiden beindruckte mich, da es locker und leicht aussah, kein Anzeichen von Anstrengung, sie wirkten als ob sie gerade erst losgelaufen wären. Gefolgt wurden die Beiden von einem jüngeren Herren, der mit hochrotem Kopf hinter den beiden herhechelte, aber keine Chance hatte die Beiden einzuholen. Der Gute wirkte als ob er auf der Flucht wäre…

Bass erstaunt war ich , als hinter der nächsten Wegbiegung ein Polizeiwagen auftauchte der die Gruppe scheinbar verfolgte…

Aber es war nur die Hundestaffel, die Rex, Hasso & Co zum Gassi gehen ausfuhren.