Posts by -timekiller-

Da ja bald Ostern  ist, habe ich im Netz für Euch einen Gastbeitrag versteckt. Der Post wird in den nächsten Tagen (oder Wochen) irgendwo veröffentlicht. Wo, sage ich nicht.

Um es Euch nicht zu einfach zu machen, hat der Gastgeber hier auch noch nie kommentiert. (wieso eigentlich?)

Der/die Erste, der hier den Link zum Beitrag postet gewinnt einen prima Starnummern Locher  aus meinem Webshop. Und weil Ostern ist, lege ich noch ein passendes Starnummernband dazu.

Na, wenn das mal kein Ansporn ist die Läuferblogwelt zu durchwühlen, dann weiß ich auch nicht.

Viel Spaß beim Stöbern

Euer -timekiller-

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Das Spiel ist aus, Hannes hat den Link zu Markus  Blog als erster gepostet. Margitta konnte in der Damenwertung punkten.

http://twnblog.de/

Somit dürfen Hannes und Margitta zukünftig einen duften Startnummernlocher ihr eigen nennen. Und mit dem kompatiblen Startnummernband sind die beiden in Zukunft bei Ihren Läufen dann sicher noch schneller.

"Start" Bild mit freundlicher Genehmigung von Martin Schmitz; www.ganz-muenchen.de

Ich hatte meine Ziele fürs Frühjahr recht hoch gesteckt, zu hoch wie ich in den letzten zwei Wochen feststellen musste. Mein Projekt Sub45 war vielleicht doch zu ambitioniert.  Zehn Sekunden hört sich wenig an, wenn man aber seine Pace pro km um 10 Sekunden drücken möchte, dann ist das richtig  Arbeit.  Allein beim Betrachten meines Trainingsplans traten mir die Schweißperlen auf die Stirn. Bei vier Einheiten pro Woche, davon zwei Tempoeinheiten von 7-10 km mit einer Pace von 4:30 – 4:40; da muss ein alter Mann ganz schön für rackern. Bei einem Intervalltraining  vor zwei Wochen bekam ich dann die Quittung. Das Ergebnis: multiple Schmerzen im linken Bein.
Ich habe daraufhin die Tempoeinheiten gestrichen, die Umfänge und Intensität reduziert, und das Alternativprogramm ausgebaut (Ergometer, Schwimmen). Eine Teilnahme am Westparklauf, wo ich einen ersten Angriff  für die Sub45 starten wollte, war daher erstmal aus dem Fokus.

Eine Teilnahme machte ich abhängig  von meinem Lauf am Freitag.  Da traf sich die Westparkcombo zum lockeren Feierabendlauf durch eben besagten Westpark. Wenn ich mit Lars und Henrik mithalten kann, mein linker Haxen hält, dann wollte ich  am Sonntag  an den Start gehen, ganz unter dem olympischen Motto „dabei sein ist alles“.

Da ich mir nicht sicher war, ob ich überhaupt angemeldet war, musste ich am Sonntag schon früh los, da eine Nachmeldung nur bis spätestens  eine Stunde vor Start möglich ist.

Ich war natürlich angemeldet, war ja klar, die Anmeldebestätigung von SAS ist nur in den untiefen meines Postfachs untergegangen.

Jetzt war ich natürlich viiiiieeeel zu früh da.  Ich konnte sogar direkt am Audi-Dome parken, was soll ich jetzt gut 80 Minuten vorm Start tun? Schon mal eine Stunde warmlaufen? Ich trottete durch die Gegend auf der Suche nach einem Opfer dem ich ein Gespräch ans Bein nageln kann, aber ich wurde nicht  recht fündig, ich war auch einfach noch zu verschlafen. So früh bin ich ja selbst Wochentags nicht unterwegs. Außerdem war mir saukalt.  Daher setzte ich mich wieder ins Auto und nuckelte  ein bisschen an meinem „Spezialgetränk“ und checkte auf dem Smartphon mal die anderen Läuferblogs, was  die so treiben.

Kurz nach Neun treibt mich dann doch die Langeweile zum Warmlaufen, so bin ich schon mal 3 km durch den Park gewackelt. Es ist ungemütlich, 100% Luftfeuchtigkeit und kalt.

Als ich wieder am Auto war, um noch einen finalen Schluck aus der Pulle zu nehmen, setzte ich auch den Garmin zurück. Das dazu gehörende „Piep“ war dann auch das letzte was der FR für den Sonntag von sich gab.  Die Anzeige ist eingefroren… ist es so kalt? Panisch drücke ich auf allen Knöpfen rum, nix  zu machen, ich kann die Uhr noch nicht einmal mehr ausschalten. Die Pulsanzeige verharrt bei entspannten 105 bpm,  innerlich koche ich jedoch… -GRRRR-

Wird das jetzt zur Regel, dass ich beim Westparklauf ohne Pulsuhr antrete? Letztes Jahr funktionierte zwar die Uhr, lag aber im heimischen Bad. Dieses Jahr habe ich die erste Hürde gemeistert, jetzt lässt mich aber die Technik im Stich. Gut, dass es dieses Jahr beim Westparklauf erstmalig eine Nettozeitnahme gibt, dann brauche ich mir um die Zeitnahme keine Sorgen zu machen.

Und der Rest…? Ach, Scheiß drauf, laufen wir halt mal nach Gefühl.

Ich reihe mich im Mittelfeld in die Startaufstellung ein, bei einer Nettozeitnahme gibt es ja auch kein Grund zu drängeln.  Pünktlich geht’s los. Ich lasse mich mit der Masse mittreiben. Mein Plan wäre gewesen konstant 4:45 zu laufen, wenn das Bein sich meldet eben etwas langsamer. Mal sehen wie weit ich damit komme.

Noch auf dem ersten Kilometer kommt die erste Steigung über die Ringbrücke in den westlichen Teil des Parks. Über diese Brücke müssen wir insgesamt viermal rüber, noch geht’s ganz gut.  Der erste Kilometer wäre geschafft.  Kurz nach Kilometer zwei bleibt mir beinahe das Herz stehen.  Wir haben gerade den Biergarten am Rosengarten passiert, es geht ein kurzes Gefälle runter, und ich gebe Gas, da  läuft Sie plötzlich vor mir, ein Traum von einer Läuferin mit athletischen Schritten, ich sehe nur noch ROSA, darüber tanzen grüne Sterne, in großen weißen Buchstaben steht B I A N C A auf der Shorts. Höre ich Engelsgesang?  Hallöchen Popöchen!!! Das nenne ich nun wirklich mal eine Tight. -Huuiuiuiuiuiui-. Die Frau scheint ein heißes Gemüt zu haben. Während ich heute früh überlegt habe, im Skianorak zu laufen, trägt Sie neben dem äußerst knappen Höschen vom Modell AfH*, ein giftgrünes, ärmelloses Top, und rosa Kniestrümpfe. Das ist echt die Wucht! Sollte ich jemals meiner Frau erotische Wäsche schenken, dann werde ich einen Abstecher in Biancas Sportboutique machen, oder gibt’s das jetzt auf der Erotikmesse?

Ich bin versucht mich für den Rest es Laufes  hinter Bianca zu klemmen, aber wir sind ja hier nicht beim Lapdance. Ich ziehe an Ihr vorbei und klemme mich an einen weit weniger attraktiven Hintern. Hier steht kein Name drauf, an der Hüfte hängt dafür die Startnummer „63“. Er läuft genau mein Tempo, ich schließe zu Ihm auf, und wir laufen die restlichen 8km Seite an Seite, bzw. hintereinander wie einTandem. Mal läuft er vorraus, mal ich. Er blinzelt ab und zu auf seine Uhr. Er scheint zufrieden zu sein. Der Blick auf meine Uhr zeigt noch immer die eingefrorenen 105 bpm.

Als wir die Westparkrunde einmal absolviert haben und über die Zwischenzeitenmatte gehen, wage ich meinen Laufpartner nach der

"Halbzeit" Bild mit freundlicher Genehmigung von Martin Schmitz: www.ganz-muenchen.de

Durchgangszeit zu fragen. „22:52“ kommt es knapp.

-OK, nicht schlecht, dann warten wir mal auf den Einbruch-.

Wir begeben uns auf die zweite Runde. Die Steigung über den Ring ist nicht flacher geworden. Ist da jetzt auch noch Wind dazu gekommen? Ich falle etwas zurück, habe meinen Paceläufer aber beim anschließenden Gefälle wieder eingeholt.  Was macht mein Bein? Nix, fröhlich verrichtet es seine Arbeit.  Mein Zugpferd läuft wie ein Uhrwerk, später finde ich heraus dass es sich bei meinem Laufpartner um einen erfahrenen Ultraläufer handelt.  An der letzen Steigung im östlichen Westpark auf dem letzten Kilometer schwinden mir dann doch etwas die Kräfte und ich falle  weiter zurück.

Geht da heute noch was? Zeit die –timekiller-Rakete zu zünden, ich kämpfe mich wieder von hinten an mein Pacemaker heran. Er hört meinen schweren Atem und zieht auch an, ich hänge Ihm im Nacken, kann ich noch eine Schippe drauf legen? Ich kann, doch der Verfolgte gibt Fersengeld. Wie die bekloppten rennen wir auf das Ziel zu,  habe ich noch irgendwo einen Tiger im Tank? Ich schaffe es … nicht mehr. Gut ein Schritt später  komme ich ins Ziel. Ich klatsche mich mit Andreas ab, und bedanke mich für den Lauf, und für das Finish. Das hat wirklich Spaß gemacht.

"Fotofinish" Bild mit freundlicher Genehmigung von Martin Schmitz: www.ganz-muenchen.de

Im Ziel treffe ich Henrik von den Running Twins, der mit seinem Lauf nicht ganz so zufrieden ist wie ich. Wir unterhalten uns kurz, dann zieht er gemeinsam mit dem Team der  Running Company zum Auslaufen ab, mich zieht es hingegen ins Verpflegungszelt zum warmen Multivitaminsaft.

46:03 lautet mein offizielles Ergebnis. Nicht schlecht, eine 4:36 Pace kann sich sehen lassen.  Ist das jetzt eine PB? Letztes Jahr konnte ich beim Sommernachtslauf im Juli eine 45:40 ins Ziel bringen, allerdings bezweifle ich, dass es sich damals um eine offiziell vermessene Strecke handelte, da der Kurs wegen einer Veranstaltung kurzfristig geändert werden musste.
Mein neues Projekt heißt jetzt übrigens  „Sub46“

* Arsch frisst Hose

Weitere Bilder und ein Startvideo gibts auf www.ganz-muenchen.de

Mit Runalyze hat Hannes Christiansen und Michael Pohl eine echte Alternative zu den bestehenden online  und offline Trainingstagebüchern geschaffen.

Auf Brennr.de wurde erst  kürzlich die Software vorgestellt.

Runalyze ist eine webbasierte OpenSource Software,  und benötigt daher einen WEBserver mit PHP und eine MySQL Datenbank.  Runalyze kann aber auch offline, auf dem eigenen Rechner installiert werden, aus performance Gründen wird dazu sogar geraten, außerdem fehlt der online Variante momentan noch ein integrierter Passwortschutz.

Für die lokale Installation bedarf es also eines eigenen Web und Datenbankservers.

Und genau hier blasen die meisten schon die Backen auf und lassen die Finger von der Software, und das ist schade, denn der WEB/Datenbank Server ist ganz einfach mit XAMPP realisiert.

Daher, hier meine ausführliche Anleitung für die Installation der XAMPP Umgebung auf einem Window 7 (64-Bit) Rechner, mit anschließender Installationsanleitung für Runalyze. Die XAMPP Installation sollte mit Administratoren Berechtigung installiert werden. (Sollte etwas unklar sein, können die Screenshots durch anklicken vergrößert werden.)

1. Download Runalyze  => http://runalyze.laufhannes.de/download/

2. Download XAMPP => http://www.apachefriends.org/de/xampp-windows.html#1098

Ich empfehle hier die „Installer“ Version (derzeit Version XAMPP Windows 1.7.7)

http://sourceforge.net/projects/xampp/files/XAMPP%20Windows/1.7.7/xampp-win32-1.7.7-VC9-installer.exe/download

 

3. Start der XAMP Installation (durch Doppelklick auf  xampp-win32-1.7.7-VC9-installer.exe)

Sprache auswählen => OK

4. Hinweis bzgl. Installationspfad

=> OK

5. Willkomen

=> Weiter

6. Zielverzeichnis auswählen

Vorgabe übernehmen =>Weiter

7. XAMPP Optionen

Empfehlung: Apache und MySQL nicht als Dienst (im Hintergrund) starten zu lassen.

Hintergrund: Wird Runalyze nicht genutzt, wird auch der Webserver und die Datenbank nicht benötigt, und verbraucht so nicht unnötige Resourcen.

In diesem Fall muss eben bevor später Runalyze genuzt wird, über das XAMPP Panel der Webserver und die Datenbank gestartet werden.

=> Installieren

8. Installationsvortschritt

9. Installation fertig stellen

=> Fertig stellen

10. Controll Panel starten

=> Ja

11. Apache und MySQL starten

=> klick aus Apache und MySQL Start Button

Das wars fürs erste: XAMPP ist installiert, jetzt kann runalyze installiert werden.

 

12. Runalyze entpacken

Rechte Maustaste => Alle extrahieren

13. Ziel angeben

=> Extrahieren

14. Runalyze Ordner aus Archiv kopieren

Ordner markieren => rechte Maustaste => Kopieren

15. Verzeichnis nach c:\XAMPPP\htdocs kopieren

In Verzeichnis: C:\XAMPP\htdocs wechseln

Rechte Maustaste =>Einfügen

16.  Browser starten (Firefox, Safari, Internetexplorer…)

In Browser-Adresszeile: „http://localhost“ eingeben => Sprache auswählen

17. PHPMyAdmin zur DB Administration starten

=> auf PHPMyAdmin klicken

18. PHPMyAdmin

=> Auf „Datenbanken“ klicken

19. Runalyze Datenbank anlegen

„runalyze“ eintragen => Anlegen klicken

Man könnte nun noch ein DB-Benutzer mit Kennwort setzen, aber ich spare mir das hier an dieser Stelle, und wir nutzen für die Runalyze Konfiguration den Root Benutzer mit leerem Kennwort.

 

20. Runalyze Konfiguration Starten:

In Adresszeile von Browser: http://localhost/runalyze/install.php eingeben

=> „Installation Starten“ klicken

21. Alle Datenfelder löschen! Und eigene Werte eintragen (s.u.)

Hostserver: localhost

Datenbank: runalyze

Benutzer: root

Passwort: -leer lassen-

Präfix: runalyze_

=> Verbindungdaten Prüfen klicken

 

22. Alles OK?

Alles „Grün“? => „Konfigurationsdatei schreiben“ klicken

23. Konfig schreiben

=>Tabellen schreiben klicken

24. ENDE

Gratualation, das wars, Du bist jetzt ein „Runalyzer“ => Runalyze Starten

 

Viel Spaß mit Runalyze wünscht Euch

-timekiller-

 

Die Hälfte der Laufbloggemeinde liegt mit irgendwelchen Wehwehchen darnieder und auch bei mir zwickt‘s. Vor zwei Wochen habe ich im Rahmen meines Trainingsplans ein Intervalltraining mit 7 x 1000 Meter (4:15-4:30) in den Asphalt genagelt. Das letzte Intervall war jedoch schon nicht mehr so flüssig, da schmerzte bereits der linke Fuß. Aber werde ich ein Training abbrechen? Bin ich Memme? Nein, Schmerzen beim Laufen kommen vor, die vergehen auch wieder.  Meist zwickt und zwackt es auf den ersten 2-3 Kilometern im Gebälk, wenn die Systeme auf Betriebstemperatur sind, ist eigentlich Ruhe. Dass der Schmerz im hinteren Drittel kommt ist eher ungewöhnlich.

Ist da jetzt was kaputt?
Beim nächsten lockeren Lauf konnte ich den Zustand meines linken Fußes noch gut ignorieren, der Mittelfuß drückt zwar, schmerzt aber nur im Hintergrund. Sonntags standen dann 10 schnelle Kilometer auf dem Programm. Nach dem Warmlaufen (3km) hatte ich keine großen Beschwerden, beschloss aber trotzdem den 10er etwas gebremster  mit einer 4:50 Pace zu laufen. Ab der Hälfte merkte ich wieder meinen linken Fuß, nicht schlimm, aber immerhin. Weiterlaufen? Den Schmerz weglaufen? Ja, wie immer…  Tatsächlich spürte ich ab Kilometer sieben nix mehr, und konnte auf den letzten drei Kilometern noch das Tempo anziehen, sodass mir sogar ein negativer Splitt auf der zweite 5km Runde beschieden war.
Nach dem Lauf, nach kurzer Pause,  als die Anspannung abgefallen war, und das Adrenalin versickert war, meldete sich der linke Fuß wieder. Jetzt allerdings dringlicher als zuvor. –Autsch!-

An ein lockeres Auslaufen war nicht zu denken und so ging es  gehend nach hause.  Durch die Nachbarschaft wird gehumpelt,  um eine klare Botschaft zu setzen: „Wenn ich nicht verletzt wäre, könnte ich locker noch…“.  Wenn mir jetzt noch meine Nachbarin auf Ihrer abendlichen Joggingrunde begegnet, werde ich das Humpeln noch mit einem stöhnen untermalen müssen.

Zwei Tage ausgeruht und zwischendurch immer schön gedehnt, und dann auf zum nächsten ruhigen Lauf. Der Mittelfuß hat sich zwar beruhigt, dafür meldet sich jetzt der  linke Meniskus, oder ist es die Patellasehne?

Den Umfang für den lockeren Lauf habe ich dann auch spontan reduziert, vor allem aber weil ich keine rechte Lust am Mittwoch verspürte. Die schnelle Einheit am Donnerstag habe ich nach dem Warmlaufen dann abgebrochen, da ich schnell merkte, dass das linke Bein mir nicht so recht gehorchen will, und nur aus reiner Solidarität mit uns in den Park gekommen war.

So bin ich wieder locker zurück getrabt, und konnte mit erhobenem Haupt und lockerem Schritt, der flotten Nachbarin begegnen.

Heute ist Ruhetag, vielleicht mache ich heute mal was ganz anderes. Nein, nicht auf der Couch liegen,  ich könnte mit dem Schwimmtraining anfangen (ist eh überfällig), bzw. könnte ich mit dem Zimmerradl  in dem Sonnenuntergang radeln …

Nachdem ich letzte Woche die Latte ziemlich hoch gelegt hatte und weit unten durch gesprungen bin, nahm ich mir für den heutigen 20 km Lauf im Rahmen der Winterlaufserie durch den Olympiapark mal gar nix vor.  OK, etwas flotter sollte es schon sein, schließlich verlangte der Trainingsplan einen schnellen 10er. Der –timekiller- macht dann halt mal zwei schnelle 10er. Mal sehen ob die Rechnung aufgeht. Die Woche habe ich mich, nach dem Ritt durch das PSV Stadion etwas geschont.  Mittwochs habe ich einen ruhigen Lauf über 10 km gemacht und das Training von Donnerstag habe ich zugunsten einer Skiausfahrt zum Brauneck  am Freitag ausfallen lassen. Dafür habe ich es am Freitag im Schnee so richtig stauben lassen. Der Garland (mein Lieblingshang) war zwar wegen Lawinengefahr gesperrt, aber das war vielleicht auch gut so.

Ganz ohne Druck wollte ich diesmal laufen. Die Pace habe ich mal optimistisch auf 5:05 min eingestellt. Bei meiner HM PB letzten Herbst konnte ich nach einem guten Lauf eine durchschnittliche Pace von 5:03 min in Ziel bringen.  Wenn ich den Schnitt halten kann ist gut, wenn nicht, dann eben nicht.

Wie gewohnt bin ich in den Olympiapark getrabt, um das Warmlaufen schon mal abzufackeln. Vom Gefühl her konnte ich unmöglich sagen, ob das heute ein guter, oder schlechter Lauf wird. Der Muskelkater vom Skifahren steckte mir noch ein bisschen in den Waden und vor allem im Gesäßmuskel.

Ich habe mir fest vorgenommen die vier Runden konstant zu laufen und von Anfang an mein Tempo zu kontrollieren.

So ging ich mit einer 4:48 auf den ersten Kilometer und konnte die ersten 7 Kilometer unter 5:00 min bleiben.  Auch in der zweiten Runde fühlte ich mich gut, und bin mein Tempo konstant weiter gelaufen. Bei der 10er Durchgangszeit lag ich mit 40 Sekunden unter der magischen Marke von 50 Minuten.  Und wie ging es mir? Blendend! Keine Schmerzen in den Beinen, ich verspürte Kraft, die ich in den letzten Wochen etwas vermisste und der Puls läßt eher einen normalen langen Lauf vermuten.

Diesmal kein Gejammer und Geheule? Mal sehen, ob es so bleibt.

Auch die dritte Runde verläuft gut. Ich habe etwas das Tempo rausgenommen, da ich befürchtete für die 4. Runde nicht mehr genug Reserven zu haben, und so laute mein 15km Durchgangszeit nur 1:14h. Aber immer noch ein Schnitt unter 5:00 min. Ich begann zu rechnen, könnte ich vielleicht heute sogar meine PB einstellen? Mal sehen.

Hochmotiviert ging es auf die letzte Runde, und auch da sollte ich diesmal nicht einbrechen. Ich habe ab km 18 noch mal Dampf gegeben, und diesmal bereits bei der letzten Kilometermarke die –timekiller-Rakete gezündet und konnte nach 19 Kilometern noch eine 4:30  in den Asphalt brennen.

1:38:45h lautet das amtliche Ergebnis, dies entspricht einer durchschnittlichen Pace von 4:56 min. Für mich, ein wirklich ordentliches Ergebnis.

Ja, heute bin ich durchaus zufrieden mit mir.

Während eines Laufes schwört man Stein und Bein, dass man solch eine Schinderei niemals mehr wieder machen wird, und sobald man die Ziellinie überquert hat, ist alles vergessen.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht gewusst hätte, worauf ich mich da einlasse. Aber Nein, ich konnte es nicht lassen, und habe mich wieder zum 5. Stadion Cross des PSV angemeldet, und zwar wieder die Langdistanz, sind ja „nur“ 9800 Meter. Der Lauf letzten Jahres, war sicherlich einer meiner größten sportlichen Herausforderungen denen ich mich jemals gestellt hatte.  Da verblasst selbst mein erster Wettkampf, gleich ein Halbmarathon, den ich als Laufdebütant nach gerade mal 9 Monaten mit ach und krach ins Ziel (2:09h) gebracht hatte.  Das war auch so eine Herausforderung, der ich mich völlig naiv gestellt hatte.  Aber bei Großveranstaltungen hat man kein Druck, da  läuft man in der Regel nur gegen sich, bzw. gegen den Schweinehund.  Da juckt es doch keine Sau, ob Starnummer 11245 zwei Stunden oder gar 3 Stunden braucht.  Da geht man schön in der Masse unter.

Nicht so beim Stadion Cross des PSV. Eine kleine aber feine Laufveranstaltung für ambitionierte Vereinssportler. Da treffen Läufer der LGs auf  einen Amateur wie mich. Beim Stadion Cross wird auf dem Vereinsgelände des PSV ein Geländelauf in mehreren Runden absolviert, dabei geht es mehrere Böschungen hoch und wieder runter, über Holzhürden und schließlich  durch den Sandkasten der Weitsprunganlage, und das ganze natürlich auf  Schnee. Am Start sind gerade mal 300 Läufer (200 Schüler) verteilt auf die unterschiedlichsten Altersklassen und Distanzen. In diesem Umfeld muss man schauen, dass man sich nicht total blamiert.  Letztes Jahr lautete die  Herausforderung für mich die Strecke in 40 Minuten zu schaffen, denn dann fiel der Startschuss für eine handvoll Hobbyläufer.

Ich war dann auch mächtig stolz auf die erreichte 39:57h und den  34. Platz (von 37)
Ging da dieses Jahr vielleicht sogar mehr?
Ja, denn es waren für die Landdistanz, die dieses Jahr um eine Runde länger war, nur 17 Teilnehmer gemeldet. Nicht dass mich dieser Sachverhalt beruhigt hätte, nein, es löste nackte Panik in mir aus, als ich Freitagabends die Starterliste studierte.

-Weshalb habe ich mich bloß nicht für die Mitteldistanz (3800 Meter), oder den Hobbylauf (5000 Meter) angemeldet, da wäre ich wahrlich besser aufgehoben gewesen.-

Meine Rolle war also klar, die „rote Laterne“, oder drücken wir es positiver aus, „Schlussläufer“.

Angesicht des starken Teilnehmerfeldes wäre es überheblich zu behaupten, dass ich das eh ja nur als schnellen  Trainingslauf geplant hatte. Die Veranstaltung hätte schon das Zeug dazu, für mich als Jahresevent herzuhalten.

Ausgerechnet jetzt scheint meine Formkurve jedoch im Keller zu sein.  Ich bin zwar 3-4 mal die Woche am Laufen, aber ich kann meinen Trainingsplan nicht immer richtig umsetzen. Ich habe derzeit einfach zu viel um die Ohren, da fällt dann eine Trainingseinheit nach 12 Stunden Arbeit manchmal  etwas kleiner aus, bzw. bringt man bei einem Intervall Training bei -10°C auch nicht immer die volle Leistung. Ich fühle mich allgemein etwas schlapp,  bin etwas kraftlos. Das stellte ich ja schon Anfang Februar beim ZHS-Crosslauf  fest,  da fehlte mir neben der Orientierung auch die Kraft in den Beinen. Die Letzte Trainingseinheit am Donnerstag war eine Katastrophe. OK, das kann natürlich auch mit den acht Bier vom Vorabend zusammenhängen. Ideale Voraussetzungen also für den Stadion Cross.  Das einzig Positive, ich kann mich da nicht verlaufen.

Ach, dann wäre da ja auch noch die Schuhfrage. Letztes Jahr war ich einer der wenigen der ohne Spikes auf die Strecke ging. Ich hatte mir anlässlich des Laufes extra Trail-Schuhe gekauft mit denen ich ganz zufrieden war. Nur war dieses Jahr mit wesentlich mehr Schnee und Eis auf der Strecke zu rechnen.

So bin ich am Samstagnachmittag mal zur Sportanlage des PSV gefahren um die Strecke zu inspizieren.  Die erste Runde bin ich mit meinen Mizuno Wave Ascend 5  gelaufen. Nach einer Runde war ich schon völlig fertig. Ich war heilfroh, dass ich anhalten konnte um die Yaktrax Ketten für die nächste Probe-Runde  anlegen zu können. Auf der zweiten Runde hatte ich zwar besseren Halt, aber ich war danach genauso KO. Ich habe noch eine dritte Runde gedreht, und gehofft, dass es besser geh, danach habe ich mich nachhause verkrümelt. Sonntag bin ich vielleicht in besser in Form…

Sonntagvormittag war die Hölle,  ich war dermaßen nervös. Wie ein Raubtier im Käfig tigerte ich im Haus herum. Ich hatte echt die Hosen voll. Will ich da jetzt wirklich teilnehmen? Die Runden von Gestern haben mein Selbstvertrauen nicht gerade gestärkt.  Aber es hilft nix, angemeldet ist angemeldet, gekniffen wird nicht, sollte die Schmach auch noch so groß werden.

So habe  ich mich um 11:30 zum PSV aufgemacht, ich bin natürlich hin gelaufen, um warm zu werden.
Meine Renntaktik die ich mir am Vormittag zurecht gelegt hatte, irgendetwas musste ich ja tun, lautete, nicht zu schnell angehen, nicht schneller als 5:00 starten, anziehen kann ich dann immer noch, Ziel ist es die 8 Runden überhaupt zu überstehen.

Wie sich die Startaufstellung für den Lauf formierte, zerschlug sich meine Hoffnung, dass sich doch noch ein paar Nachmelder zu uns gesellen.  Wie ich so durchzähle komme ich auf nur 16 Starter. Hat da etwa einer gekniffen?
Der Startschuss fällt, ich lasse den anderen höflicherweise den Vortritt und hänge mich hinten dran.  Ich kann zunächst noch mit 5 Läufern mithalten. OK, das läuft ja bis jetzt ganz gut, auch wenn ich der Letzte bin.  Nach einer halben Runde kann ich an einem Läufer sogar vorbei, er fällt etwas zurück. Meine Uhr kündigt den ersten Kilometer an: 4:38

–Ach du Scheiße, du bist viel zu schnell-

Ich versuche das Tempo zu drosseln, der Schlussläufer schließt wieder auf, die anderen ziehen davon. Der zweite Kilometer wird immer noch eine 4:55 und für den dritten wird eine 4:57 angezeigt. Mittlerweile  spüre ich den Atem meines Verfolgers wieder im Nacken.  Es kommt wie es kommen musste, ich breche ein. Es sind noch über 5 Runden zu laufen, und ich habe bereits mein gesamtes Pulver verschossen.

-Ich will nicht mehr!-

Es stehen die ersten Überrundungen meinerseits an. Das steigert nicht unbedingt die Motivation. Die Beine tun weh und es kostet unheimlich viel Kraft auf dem holprigen Untergrund zu Laufen.

-Ich kann nicht mehr !!-

Ich beschließe nach der 4. Runde Schluss zu machen. Das bringt ja alles nix.

Ich laufe bis zum Rundenzähler, um mich dort ordnungsgemäß abzumelden, nicht dass die einen Suchtrupp losschicken, wenn einer Ihrer Athleten nicht ins Ziel kommt. Wie ich mich dem Zielbereich nähere, sehe ich im Zuschauerbereich meine Frau winken, nein, meine Tochter winkt und meine Frau fotografiert das Elend auf zwei Beinen.

-Verdammt was machen die denn hier?-

Ich kann doch jetzt nicht aussteigen. Was wäre ich für ein Vorbild für meine Tochter? Auf der anderen Seite gebe ich momentan, im Vergleich zu den Top Läufern auf der Strecke keine gute Figur ab.  Mein Ansehen als Sportler in der Familie bröckelt… Ich kann es am mitleidigen Blick meiner Frau erkennen. Ausgerechnet jetzt werde ich von einem Läufer überrundet. Überholt werden ist ja OK, aber bei einer Überrundung hat der andere Läufer ja eine wesentlich höhere Pace, da kommt man sich vor wie eine Schnecke, dabei arbeiten meine Aggregate auf Hochtouren, es kommt halt nix bei rum.

So zockele ich an meiner Familie vorbei, ich versuche zu lächeln, aber es wird nur eine schmerzverzerrte Grimasse.

-noch VIER Runden …. ÄCHTZ !!!-

Ich versuche auf dem etwas abgelegeneren Streckenabschnitt etwas Kraft zu sammeln. Die habe ich auch bitter nötig für den kurzen aber knackigen Anstieg „am Schinder“, gleich danach geht es steil bergab an „der Streif“. Die zwei Hürden die danach folgen sind zwar nicht hoch, bringen einen aber gehörig  aus dem Tritt. Aber die absolute Hölle ist der Sandkasten !!!

Was mach mein Verfolger?  Es geht Ihm nicht viel besser als mir, er ist wieder zurück gefallen. Ich  fasse einen  Entschluss, solange der mich nicht einholt ziehe ich das Ding hier durch.  So kämpfe ich mich über die Runden, meinen absoluten Tiefpunkt habe ich auf dem siebten Kilometer erreicht. Eine unterirdische 5:18! Danach geht’s wieder leicht bergauf. Aber berauschend ist das nicht was ich hier abliefere. Mein Verfolger macht mir nicht den Gefallen mich einzuholen, uns so gelange ich  mit dem hauch eines Zielspurts  nach 47:17h ins Ziel. Ein grandioser 15. Platz (von 16)

-Yeah!-

–Nächstes Jahr bin ich wieder dabei!-

Möglich, dass ich am Ende des Jahres, beim Komplettieren des Projektes „2000 km“,  dankbar bin für die 500 Meter extra, die ich am Mittwoch im Olympiapark versenkt habe.  Heute ist da nur Unverständnis. –???- Wie konnte das passieren?

Es war der letzte Lauf der ZHS Cross Serie, und ich wollte endlich mal eine Serie komplett machen, wenigstens 3 Läufe waren notwendig um in die Wertung zu kommen. Also trat ich  bei -6 °C wieder im ZHS Stadion an. Nichts wollte ich dem Zufall überlassen, die 4:40 Pace von letzter Woche sollte  zumindest gehalten werden, wenn nicht gar schneller. Ich habe sogar den lockeren Lauf am Dienstagabend (bei -10°C) ausfallen lassen um am Mittwoch die nötige Frische mitzubringen. Im Nachhinein war das vielleicht ein Fehler, denn  es fehlte die notwendige Lockerheit in den Beinen. Selbst am Material habe ich nicht gespart, kurzerhand hatte ich mir noch Yaktrax Ketten besorgt, da die Rutscherei bergab letzte Woche doch grenzwertig war, und am Wochenende noch Schnee dazu gekommen war. Schlussendlich habe ich die Ketten dann aber doch weggelassen. Der Kurs war auf einem Großteil der Strecke eisfrei, und auf Asphalt sind die Spiralfedern dem Vorschub nur wenig dienlich.

Ich bin wieder wie gewohnt (zu)schnell angegangen und konnte auf den zweiten km  sogar eine 4:23 verbuchen,  aber ein Rennen wird ja hinten raus gewonnen, somit gab es unterwegs noch keine Erfolgsmeldungen zu twittern. Die Dame mit Stirnlampe und zweitem Atem überholte mich diesmal auch erst 300 Meter später. Aber bei der letzten Überquerung des Olympiasattels ging ich gewaltig ein. Die Schenkel brannten, die Atmung war nur noch ein flaches Japsen, und vom Puls will ich gar nicht erst anfangen. Ich hatte keine Kraft mehr, der Akku war leer. Kurz, ich zog keine Wurst mehr vom Teller. Ich glaube ich muss etwas mehr Krafttraining in den Trainingsplan einbauen. Ich konnte die durchschnittliche Pace zwar noch unter 5:00 halten, aber selten fühlte ich mich erschöpfter als  zu diesem Zeitpunkt. Dementsprechend konnte ich dann auch nicht wie geplant beim Abstieg das Feld von hinten aufrollen sonder tapste nur japsend dem sich immer weiter entfernenden Tross hinterher. – Abgehängt, mal wieder, ich war wieder alleine, nicht Letzter, aber fast-.

Später auf der langen Geraden an der Parkharfe entlang, konnte ich am Horizont wieder einen Läufer erkennen. –ich hole auf- Ein kleiner Funke, des längst erloschen geglaubten Ehrgeizes, lodert wieder auf.  Ich versuchte mich ran zu kämpfen.

Nachdem ich die Hohlgasse hinterm Olympiastadion passiert hatte war ich noch etwas näher heran gekommen, -ich komme näher-. Ich wunderte mich noch weshalb der Läufer vor mir den langgezogenen Bogen Richtung  ZHS Stadion ganz außen lief und sogar die Baumgruppe nicht aussparte.  –ich wittere meine Chance- Da ich die Kurve innen lief, so wie sonst auch, konnte ich weiter Boden gut machen, der andere war schnell, wirkte aber nicht so gehetzt. Wie ich meine letzten Kräfte mobilisiere und zum finalen Überholmanöver ansetze und ich mir den Hasen  aus der  Nähe ansehe,  stelle ich fest, dass er gar nicht zu unserer illustren Truppe gehört, jedenfalls trägt er kein Startnummern-Lätzchen. Und vor lauter aufholen und ran kämpfen,  habe ich doch tatsächlich die Abzweigung in Form eines schmalen Trampelpfades zum ZHS Stadion verpasst. -Ja, ich Depp!- Es ist ja nicht so, dass ich mich nicht im Olympiapark auskennen würde. Aber mit dem ganzen Schnee der hier im dunklen rumliegt habe ich irgendwie die Orientierung verloren.

Richtig

Falsch

Ich hätte einfach stehenbleiben und umdrehen sollen, dann hätte ich vielleicht nur ein paar Sekunden verloren, aber meine Gedanken waren auf Grund einer akuten Sauerstoff Unterversorgung etwas träge und so habe ich mich weder durchs Gebüsch geschlagen, noch stürzte ich mich die Böschung Richtung Stadion hinab, ich überhörte auch die innere Stimme die immerzu sagte, „Wenn möglich und erlaubt, bitte wenden“, so bin ich auf der offiziellen Fahrstraße zum Tor des ZHS-Geländes in einem GROSSEN Bogen außen rum gelaufen. Den Schlussspurt im Stadion habe ich mir dann gespart, mein müde flackerndes Feuerchen des Ehrgeizes wurde vor zwei Minuten mit einem C-Rohr vom Acker geputzt.

Mein Ergebnis habe ich ordentlich vergeigt, bei einem Umwege von 500 Metern braucht man sich über ein 2 Minuten schlechteres Ergebnis nicht wundern. Wenigstens als Trainingseinheit kann ich den Lauf gelten lassen, auch wenn es nur eine 4:41 Pace wurde.

Aber, ich war nicht Letzter.

Wer weiß wo sich die Nachhut verlaufen hatte.

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www.runalyze.de

ob es eine gute Idee ist, sich unter der Woche die Seele aus dem Leib zu rennen, weiß ich nicht so genau.

Am Mittwoch stand wieder ein ZHS-Crosslauf im Kalender. Beim letzten Crosslauf lag ich die halbe Nacht wach und fand keinen Schlaf, so aufgeputscht war ich nach dem Ritt durch den Park.

Da mein Trainingsplan jedoch für den Mittwoch 7 x 1000 Meter Intervalle verlangte, beschloss ich die Trainingseinheiten zu tauschen bzw. bei den Intervallen einfach mal die Pausen weg zu lassen. Letzte Woche konnte ich vor lauter Arbeit meine Einheiten unter der Woche nicht abhalten,  eigentlich wären 5 schnelle Kilometer auf dem Programm gestanden,  stattdessen gondelte ich innerhalb 24 Stunden 1200 km durch Deutschland und hab dazwischen auch noch 10 Stunden gerackert (Mein Dank an dieser Stelle auch an die Telekom, das hat ja mal wieder super geklappt. Auf Euch kann man sich einfach verlassen wenn’s drauf ankommt.)

Lust hatte ich am Mittwoch ja keine, ich habe den ganzen Tag gefroren. Irgend so ein Schwabenseggel hat bei uns im Büro die Heizung runter gedreht, und so hat es den halben Tag gebraucht bis ich mal die Jacke ausziehen konnte. Die Vorstellung am Feierabend nun noch bei -2°C durch den Park zu rennen, löste jetzt keine Begeisterungstürme bei mir aus.

Aber so ein Trainingsplan ist ja kein Wunschkonzert, daher ging‘s kurz nach 18:30 Uhr zum ZHS Stadion im Olympiapark. Die Bedingungen für einen schnellen Lauf waren alles andere als ideal, neben der arktischen Kälte war es streckenweise recht glatt. Und dann waren da noch meine Wackelbeine. Irgendwie fühlten die sich schon besser an. Komisch, letzte Woche fühlte ich mich total fit, ich hatte das Gefühl, ich könne die Laufwelt aus den Angeln heben,  Naja, vielleicht lag‘s ja auch nur daran, dass ich nicht Laufen durfte konnte.

Im ZHS Stadion hätte man eher Nordische Wettbewerbe abhalten können, als den Start des Crosslaufs. Die Tartanbahn war zu 90% mit Schnee bedeckt der Rest war Eis. Damit es nicht zu Ausrutschern kommt, beschlossen die Organisatoren, dass die Nordkurve auf der Tartanbahn ausgespart wird und wir stattdessen über die schneebedeckte Wiese laufen dürfen.
Pünktlich um 19:00 Uhr ging‘s los.

Es ist immer wieder beschämend für wie schnell das Feld abgeht, und mich stehen lässt. Wie die bekloppten prescht die Spitze davon.

–Hallo, es ist glatt!-

Während die ersten schon das Stadion Richtung Olympiapark verlassen, pflüge ich noch durch die Wiese. Ich versuche zumindest den Anschluss an eine kleine Gruppe zu halten. Mit 4:35 wird der erste Kilometer quittiert. Jetzt geht’s hinterm Olympiastadion in Richtung Parkharfe. Heute scheint keine Veranstaltung in der Olympiahalle zu sein, und wenn dann wäre sie sehr spärlich besucht. Durch die Hohlgasse könnte  man diesmal  richtig Vollgas geben, wären da nicht große Flächen des Weges mit einer dünnen Schnee-Eis-Schicht bedeckt. Kilometer zwei konnte ich dennoch mit 4:28 nochmals eine Schippchen  drauf legen. –Huiuiui- 4:28 ist richtig anstrengend. Das wäre im Frühjahr meine durchschnittliche Pace wenn ich das Projekt SUB 45 angehen möchte. Ein Kilometer in dem Tempo ist ja OK, aber 10? –ächz-

Ich nehme etwas das Tempo raus, schließlich habe ich noch 5 km vor mir, außerdem geht es bei km 3 den Berg hoch. 4:54 ist das Ergebnis meines Drosselns, soweit wollt ich jetzt gar nicht abbremsen, aber wer weiß wozu es gut ist. Ab dem Sattel  geht es wieder bergab, aber ich kann den Schwung nicht richtig mitnehmen. Zu groß ist er Respekt vor dem schlüpfrigen Untergrund. Am Wendepunkt geht eine Läuferin mit Stirnlampe an mir vorbei. Ich versuche noch dran zu bleiben, aber keine Chance. Die gute hat den zweiten Atem, und ich hab Seitenstechen. Mit 4:45 geht es auf den vierten Kilometer und nochmals über den  Olympia Sattel. Ich kämpfe mich wieder den Berg hoch. Ist der steiler geworden? Jetzt wird’s auch noch neblig. Ich kann den Weg kaum noch sehen. -Doch halt, das ist gar kein Nebel-. Meine Brille beschlägt  vom dampfenden Atem. Wie ein Feuerdrache mit einer defekten Zylinderkopfdichtung, dampfe ich den Berg hoch. Durch eine raffinierte Pustetechnik versuche ich die Brille wieder einigermaßen frei zu bekommen. Bevor es wieder den Berg runter geht wäre es ganz gut, wenn man die Eisflächen zumindest erahnen könnte. Mit 4:49 war dann auch mein fünfter Kilometer nicht so berühmt, aber es lag nicht nur an der Glätte. Ich war einfach nur KO, ich habe sogar ans Aussteigen gedacht. Aber irgendwie muss ich ja wieder zurück ins Stadion kommen, und im Olympiapark fährt kein Bus, also muss ich weiterlaufen. Den Kilometer 6 und 7 kann ich mit  4:38 gerade noch so stehen. Dann gibt’s im ZHS Stadion noch einen kurzen Schlusssprint, doch im Tiefschnee ist da nicht mehr viel drin. Vielleicht hätte ich in Schneeschuhen antreten sollen.

Mit 33:27 schließe ich die 7,2 km ab.  Fast so schnell wie bei meinem letzen ZHS Crosslauf, allerdings war diesmal die Strecke um gut 100 Meter kürzer. Die durchschnittliche Pace liegt dann auch nur bei 4:40. Heute war einfach nicht mehr drin,  dennoch bin ich zufrieden, für den Trainingslauf hatte ich mir zumindest eine 4:45 Pace vorgenommen.

So, jetzt noch einen heißen Zitronentee, und dann geht’s wieder nach hause, um dann literweise Bier zu trinken, damit ich diesmal schlafen kann.

–Prost-

Meinen weihnachtlichen Badeausflug mit Volker hat mein Garmin FR 310XT nicht unbeschadet überstanden.  Er ging sprichwörtlich „über den Jordan“.  Schon direkt nach dem Lauf war ich etwas erstaunt über die durchschnittliche HF die der Garmin anzeigte. Eigentlich bin ich mit Volker ganz gemütlich gelaufen, aber der Garmin sprach da  eine ganz andere Sprache.  Eine durchschnittliche HF von 180 bpm  ließ  eher eine Temporunde vermuten.
Während ich abends auf das Christkind warte, blätterte ich mal die einzelnen Kilometer auf dem  Garmin durch. Bis Kilometer sechs war alles OK, dann aber ging der Puls  plötzlich durch die Decke. Spitzenwerte von 230 bpm werden da erreicht, im Durchschnitt pro km 210 – 218 bpm. -Boah- Ich bin zwar ein Hochpulser, aber das ist ja kurz vorm Kammerflimmern.  Da ich mich während des Laufes gut fühlte muss es wohl eine Fehlfunktion sein.  Kann ja mal vorkommen. Ist halt auch nur ein Computer, und die spinnen halt manchmal.
Der Pulsgurt stellte dann allerdings am nächsten Tag seine Funktion komplett ein.  Ist dann wohl die Batterie leer.  Klar, passende Batterien liegen natürlich in München. Ist aber auch egal, die nächsten Tage kann ich auch ohne Puls laufen, bin ja nicht im Training.

Wieder zurück in München wechselte ich die Batterie um festzustellen, dass es daran wohl  doch nicht liegen kann. Aus meinem reichhaltigen Vorrat  an CR2032 Knopfzellen versuche ich mehrere Exemplare. Aber Erfolg war mir keiner beschieden.


Ist ja wirklich seltsam, kann das wirklich mit der Kneippkur zusammenhängen? Mit SportTracks habe ich mir mal unseren Lauf genauer angeschaut. Und Tatsächlich, nachdem wir  durch die Hunte geplantscht sind fängt der Puls an zu spinnen.  Wie hängt das denn zusammen? Selbst wenn ich durch den Fluss geschwommen wäre, hätte das der Pulsgurt bzw. der Garmin doch aushalten müssen. Das Gerät ist doch Wasserdicht, es ist ja extra für den Triathlon Einsatz konzipiert, und da muss man ja bekanntermaßen auch mal ins Wasser.  Ich versteh‘s nicht. Was ist das?

Tachykard induzierter Kurzschluss durch planipes hypothermalis*?

So langsam frage ich mich, ob der Garmin FR 310XT wirklich ganz ausgereift ist.  Just letztes Jahr um diese Zeit wurde mein  erster FR 310 ins Elysium abberufen.  Damals streikte  erst die Anzeige, um dann schließlich komplett auszusteigen. Und das gerademal nach neun Monaten! Bin ich ein Power-User bei knapp 1900 Jahreskilometern? Wohl kaum! Aber OK, dass ein Gerät mal kaputt geht, kann ja mal passieren, aber zweimal innerhalb der Garantiezeit?   Vielleicht bin ich ja auch der „Timer-Killer“. (Das Wortspiel musste ich jetzt einfach nochmal bringen, *harhar,*  -Timer-Killer-, der Hammer… :-)).

Beim letzten Support Fall hatte ich mich telefonisch an Garmin gewandt. Um etwas Abwechslung in die Garantieabwicklung zu bringen wollte ich mal die online Möglichkeiten ausloten.  Weshalb man sich allerdings extra registrieren muss um eine Supportanfrage per Kontaktformular  stellen zu können, das verstehe ich nicht. Wie oft muss man sich denn da noch einloggen? Ich bin doch schon bei MyGarmin angemeldet, und mein Gerät ist auch registriert?

Donnerstags (OK, das war zwischen dem Jahr, da zählt die Reaktionszeit nicht!!!)  habe ich online mein Problem geschildert. Am Montag, also im neuen Jahr, erhalte ich dann eine Mail, ich solle das betreffende Zubehör einschicken, für die dafür benötigte RMA müsse ich aber noch meine Adresse angeben. Am Dienstag kam dann auch prompt die RMA-Nummer per Mail.  Mit der RMA  habe ich den ganzen Kram an Garmin geschickt. Ob ich jetzt nur den Pulsgurt, oder wirklich  alles hätte einschicken müssen weiß ich jetzt allerdings auch nicht genau. Laut RMA Schreiben ist der Pulsgurt Sensor defekt. Sitzt jetzt der Sensor im Garmin, oder ist das der Pulsgurt selbest. Ich bin verwirrt. Also schicken wir mal alles ein. Und wenn ich sage alles, dann meine ich ALLES. Noch Dienstagabend bringe ich mein Päckchen zur Post und ich hatte Glück, ich erlebte ausnahmsweise mal kein Post Albtraum, sondern kam gleich an die Reihe.

Wie ich bereits am Mittwochmittag von Garmin eine Mail erhielt, dass um 11:27 meine Lieferung eingegangen ist, war ich schon sehr überrascht. Noch überraschter war ich wie ich zwei Stunden  später die Mail erhalte, eine Warensendung sei auf dem Weg zu mir. Und Tatsächlich, am Donnerstag wurde bei den Nachbarn ein Päckchen für uns abgegeben. Der Inhalt: ein nigelanagelneuer Garmin FR 310XT. Da ich Donnerstagabend noch laufen wollte habe ich das Gerät gleich aufgeladen und dann wie gewohnt auf den Terrassentisch gelegt.

Aber nach gut einer halben Stunde hatte der Forerunner  noch immer keinen Satteliten gefunden. Hängt das mit dem Sturmtief Andrea zusammen das gerade über Deutschland hinweg gefegt war? Liegt‘s an der der dichten Wolkendecke? Egal, ich laufe erstmal ohne GPS, den Weg in den Olympiapark sollte ich mittlerweile ja auch blind finden können.

Freitag früh mache ich dann noch einen Versuch und lege das Gerät zur Ortung in den Garten. Aber zwei Stunden lang passiert nix. Ich bekomme bzgl. Satteliten überhaupt keinen Ausschlag. Mich wundert, dass das Gerät immer an der gleichen Stelle abbricht und von vorne anfängt die Satteliten zu suchen. Normalerweise kommt ja auch nach mehreren Minuten ohne Satteliten Kontakt die Meldung ob man sich in einem Gebäude befindet. Mein Garmin sucht sich aber den Wolf, ohne Erfolg allerdings.

Oh Mann, Ich will das Ding jetzt nicht nochmal einschicken. In meiner Verzweiflung beschließe ich einfach mal die neuste Firmware einzuspielen. Und Tatsächlich, der Garmin findet nach dem Update wieder einen Sattelliten und alles ist gut.  Aber normal ist das doch nicht.  Zumindest die Grundfunktionen sollte doch ein neues Gerät nach dem Auspacken drauf haben. Das ist ja so, wie wenn man ein neues Auto kauft und dann erst mal die Kerzen wechseln muss, damit  die Kiste überhaupt anspringt. Also meine Frau wäre daran verzweifelt.

Ich frage mich nun, wie lange es der Garmin diesmal tut. Im März 2012 läuft die Garantie für das ursprünglich gekaufte Gerät aus. Was ist dann? Ich befürchte ich muss spätestens in einem Jahr wieder an die Box, aber dann werde ich die Kosten wohl selber tragen müssen?

Mal sehen, was dann passiert, ich werde berichten.

Fazit: Die Garmin Geräte neigen aufgrund ihrer technischen Komplexität von Zeit zu Zeit zu  Fehlfunktionen. Der Kontakt zum Support funktioniert aber tadellos, sowohl telefonisch wie auch per Kontaktformular werden die Vorgänge zügig abgewickelt. Per Telefon geht es aber deutlich schneller.
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*  kalte Füße, wie der Hobby-Lateiner sagen würde